Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Donnerstag, 3. April 2025

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch des Propheten Jeremia, zweites Kapitel, Vers 13.

Mein Volk tut eine zwiefache Sünde: Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und das Wasser nicht halten.

So langsam scheint es draußen Frühling zu werden. Deshalb stand in den vergangenen Wochen auch manches an Arbeit auf dem Programm, was dazu diente, Außenanlage und Garten für die grüne Zeit im Jahr vorzubereiten. Da war umso mehr zu tun, als mich im Herbst eine anstehende Knieoperation deutlich ausgebremst hatte.

Zu diesen liegen gebliebenen Aufgaben gehörte auch, eine neue Regentonne anzuschaffen. Unsere bisherige hat viele Jahre lang treue Dienste geleistet, aber dann wurde immer deutlicher, dass sie undicht geworden war, und zwar langsam, aber stetig Wasser unten herausgelaufen war. Und das ist etwas, was wir auf keinen Fall brauchen können. Man muss befürchten, dass der Sommer möglicherweise wieder ein sehr trockener sein wird, umso wichtiger wird es sein, das kostbare Nass gut zu speichern, wenn es dann einmal kräftiger regnet. Und so hat ihre Nachfolgerin mittlerweile die Arbeit aufgenommen und ist gut gefüllt.

Im alten Israel war es noch viel wichtiger, dafür zu sorgen, dass kein Tropfen Wasser verlorenging. Da ging es nicht nur darum, die Pflanzen im Garten zu gießen, sondern um die Versorgung mit Trinkwasser. Den Luxus einer Fernversorgung mit Bodenseewasser, den wir hier haben, kannte man damals selbstredend nicht. Die Brunnen und Zisternen und sonstigen Plätze, in denen Wasser gespeichert wurde, mussten absolut dicht sein und durften auf keinen Fall Risse aufweisen.

Deshalb war der Vergleich, den unser Gott in der heutigen Tageslosung wählt, für die Menschen damals sofort verständlich. Er vergleicht sich selbst mit einer lebensspendenden Quelle. Aus der reines Wasser kommt, in bester Qualität, Wasser, das Leben ermöglicht. Aber sein Volk, so macht Gott deutlich, hat etwas völlig Verrücktes gemacht: Statt diese wertvolle Quelle zu nutzen, haben sie sich lieber Zisternen gebaut, in denen das Wasser zum einen abgestanden ist, und die zum anderen Risse haben, sodass selbst dieses weniger wertvolle Wasser im Boden versickert.

Aus dem Zusammenhang, in dem diese Worte im zweiten Kapitel beim Propheten Jeremia stehen, wird deutlich, was Gott damit meint. Die Leute haben sich vom Gott Israels abgewandt, der schon so viel für sie getan hat und so oft gezeigt hat, was er alles für sie tun kann und möchte. Und haben sich stattdessen irgendwelchen Götzen zugewandt, die ihnen überhaupt nicht helfen können. Was für eine verrückte Verhaltensweise!

Und natürlich gleichzeitig die Anfrage an uns: Wo hängen wir unser Herz an ganz andere Dinge als unseren Gott, setzen unser Vertrauen auf das, was doch nicht helfen kann – und haben dadurch rissige Behälter für das Wasser des Lebens?