Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Freitag, 30. Oktober 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im ersten Kapitel des Lukasevangeliums, Kapitel 46 bis 48. Dort spricht Maria:

Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.

In den Wartebereichen von Ärzten, Friseuren usw. liegen häufig Zeitschriften aus. Meist ist auch die berühmte Klatschpresse darunter, die besonders gerne über Promis und ihre Kinder und Enkel berichtet. Derzeit stehen beispielsweise die Kinder von William und Catherine, also George, Charlotte und Louis hoch im Kurs (und wer jetzt nicht weiß, wer das sein soll, hat alles richtig gemacht 😊).

Ja, die Kinder der Prominenz erfreuen sich großer Aufmerksamkeit und Beliebtheit – gerne auch dann, wenn wieder „royaler Nachwuchs“ eintrifft. Dass am gleichen Tag wie sie weltweit viele Millionen weiterer Kinder das Licht der Welt erblicken, wird dagegen allenfalls in eine Statistik aufgenommen werden, denn das interessiert diese Blätter kaum. Dort gilt weiterhin: „Es gibt solche und solche, aber mehr solche als solche!“

Unser Gott aber hat sich diesem Trend völlig widersetzt. Jesus hätte von Geburt an viel mehr Aufmerksamkeit erfahren, wenn er als Sohn von „denjenigen welchen“ zur Welt gekommen wäre, beispielsweise eben im damaligen Königshaus, dem von Herodes.

Doch die Maßstäbe unseres Gottes sind vollkommen andere. Das bejubelt Maria in unserer Tageslosung. Er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen, sagt Maria in diesem etwas altertümlichen Deutsch (Spoileralarm: Sie hat in Wirklichkeit nicht Deutsch geredet, sondern Aramäisch).

Und damit drückt Maria aus: Gott hat sehr bewusst ein einfaches Mädchen aus einfachem Hause aus einem einfachen Dorf „am Rand der Welt“ dafür ausgewählt, seinen Sohn zur Welt zu bringen, den Retter, den Heiland.

Damit hat Gott ein Zeichen gesetzt, damit hat er einen gewaltigen Pflock eingeschlagen. Unser Gott ist kein Gott der Prominenz, der Reichen, der Mächtigen, auch wenn er sich natürlich auch um solche Menschen kümmert. Er ist stattdessen, wie es eine Theologin mal schön formuliert hat, „der Gott der kleinen Leute“, der sich um die einfachen Menschen kümmert, unabhängig von ihrem Bekanntheitsgrad, ihrem Beruf, ihrem sozialen Status.

Deshalb hätte es Jesus bei seiner Geburt vermutlich nicht in die Klatschpresse geschafft – doch die Berichte über seine Mutter Maria und seine Geburt wurden viel bekannter und waren viel eindrücklicher, während man die meisten damaligen Kinder aus vornehmem Hause längst wieder vergessen hat. Maria dagegen bleibt im Gedächtnis der Menschen. Das beste Anschauungsbeispiel für den „Gott der kleinen Leute“.