Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Mittwoch, 15. April 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im ersten Buch der Könige, Kapitel 19, die Verse elf und zwölf.

Vor dem Herrn her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der Herr nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der Herr nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der Herr nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.

Viele Göttervorstellungen in der ganzen Welt sind verbunden mit sehr viel Krach, um es mal platt auszudrücken. Der griechische Göttervater Zeus hat ebenso Blitze geschleudert wie der römische Göttervater Jupiter oder auch der germanische Göttervater Odin. Der Sohn von Odin, Thor, hat bekanntlich seinen großen Hammer, mit dem er brutal zuschlägt. Ja, Lautstärke, Donner, Beben scheinen da ein Beweis für göttliche Macht zu sein.

Die Bibel berichtet zwar, dass unser Gott das ebenfalls kann. So heißt es an einer Stelle, dass Gott den Berg Libanon hüpfen lässt wie ein junges Kalb.

Und doch ist der Gott der Bibel ein anderer. Häufig eben ein Gott der leisen Töne. Bei denen man sehr genau hinhören muss, um sie zu hören und um sie zu verstehen.

Die heutige Tageslosung ist dafür ein gutes Beispiel. Sie stammt aus einer Geschichte mit dem Propheten Elia. Nach einer Machtprobe mit der Königin von Israel, Isebel, musste Elia aus dem Land flüchten. Nach einer sehr depressiven Phase, in der er durch einen Engel wieder aufgebaut wurde, wanderte Elia zum Werk Gottes, dem Horeb (ein anderer Name für den Sinai). Dort möchte er Gott begegnen.

Weil er aber weiß, dass er als Mensch keinen direkten Blick auf Gott werfen darf, geht Elia dort in eine Höhle. Dann geschieht das, was die Tageslosung beschreibt – Sturm, Erdbeben, Feuer. Doch in keiner dieser Phänomene ist Gott drin. Als aber Elia das ganz leichte Geräusch hört, ein flüsternder Lufthauch, verhüllt er sein Gesicht und tritt vor die Höhle. Denn er weiß: Jetzt ist Gott da. Und dann bekommt er im Gespräch mit Gott gezeigt, wie sein Weg weitergehen soll.

Auch von Jesus wird immer wieder berichtet, wie er sich in die Ruhe zurückgezogen hat, beispielsweise nachts auf einen einsamen Berg, um mit seinem himmlischen Vater zu reden. Dort in der Stille, wo ihn nichts anderes abgelenkt hat, konnte er die Stimme seines Vaters am besten vernehmen.

Das tut mir unheimlich gut. Ich leide manchmal unter der großen „Lärmverschmutzung“ unserer Welt, auch wenn ich natürlich selbst mein Beitrag dazu leiste. Da tut es gut, sich in die Stille zurückzuziehen. Und darum freue ich mich darüber, dass man sogar dort Gottes Wort am besten empfangen kann, und unser Gott nur sehr selten schreien muss, um sich bemerkbar zu machen.