Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!


Morgenimpuls für Freitag, 12. Juni 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im zweiten Brief des Apostel Paulus an die Christen in der Stadt Korinth, neuntes Kapitel, Vers acht.

Gott hat die Macht, euch jede Gabe im Überfluss zu schenken. So habt ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles, was ihr zum Leben braucht. Und ihr habt immer noch mehr als genug, anderen reichlich Gutes zu tun.

Als Mensch, der sich gerne mit Geschichte beschäftigt, habe ich mir auch etliche geschichtliche Podcasts angehört über die sogenannte „Schlacht im Teutoburger Wald“ (auch wenn sie vermutlich gar nicht in diesem Mittelgebirge stattgefunden hat). Damals vernichteten germanische Stämme unter Anführung eines Mannes namens Arminius drei römische Legionen, was den Anfang des Endes aller römischen Versuche bedeutete, ganz Germanien ihrem Herrschaftsbereich einzuverleiben; sie zogen sich an den Rhein zurück und bauten dann in Südwestdeutschland den berühmten Limes.

Mich hat dabei nicht nur die Schlacht als solche interessiert, sondern ihre Vorgeschichte, warum es eigentlich zu diesem Aufstand der Germanen gegen die Römer gekommen ist. Und dabei habe ich erfahren: Einer der Gründe war, dass die Römer von den germanischen Bauern Steuern verlangten. Und weil die kein Geld hatten, mussten sie die Steuern in Form von Naturalien bezahlen also mit Getreide, Fellen usw.

Das aber war für die Germanen eine ungeheure Belastung. Ihre landwirtschaftliche Technik war damals viel weniger ausgeprägt als beispielsweise im römischen Reich, die Erträge entsprechend gering. Es reichte gerade aus, um sich selbst zu versorgen (in manchen Jahren nicht einmal das); aber ein Überschuss, den man hätte abgeben können, kam dabei nicht heraus. Und so bedeuteten die zwangsweise eingetriebenen Steuern häufig Hunger im darauffolgenden Winter

Da sind wir, die heutigen Nachkommen dieser germanischen Stämme, doch in einer viel komfortableren Lage. Zwar gibt es auch bei uns Arme und Reiche; aber die meisten haben doch mehr, als sie brauchen würden, um den wichtigsten Bedarf im Leben abzudecken. Wohlgemerkt: Die meisten, längst nicht alle, es gibt leider auch genügend Leute an der Armutsgrenze.

Doch für alle anderen gilt das, was der Apostel Paulus in unserer heutigen neutestamentlichen Losung schreibt. Gott gibt uns mehr, als wir selbst zum Leben brauchen würden. Und dieser Überschuss ist dafür gedacht, dass wir ihn auch mit anderen teilen, denen etwas abgeben, die keinen Überschuss haben.

Das können Leute sein in der eigenen Gemeinde, Arme in der Nachbarschaft, aber es gibt natürlich auch Sammlungen für auswärtige Arme. Nicht erst heute, sondern schon damals bei den ersten Christen.

Paulus schreibt nämlich diese Worte in einem Appell, Geld zu spenden für eine große Kollekte zu Gunsten der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem, die finanziell sehr knapp dran war. Das war als Zeichen der Solidarität unter den Christen gedacht (die von Paulus missionierten „früheren Heiden“ spenden für die aus früheren Juden bestehende Gemeinde in Jerusalem), aber war zugleich eine zutiefst karitative Aktion. Paulus hat in allen Gemeinden gesammelt und dies dann persönlich nach Jerusalem gebracht, unter Begleitung respektabler Leute, um in keinen falschen Verdacht zu kommen.

Wie gehen wir mit unserem Überschuss um?