Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Johannesevangelium, Kapitel 12, Vers 26. Dort spricht Jesus:
Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.
Meine Frau und ich haben uns letzte Woche das Haus für unseren Ruhestand gekauft. Tags darauf machte sie eine Tour durch das ganze Haus mit ihrem Handy, um Videos zu drehen – ein Rundgang, damit unsere Kinder sehen können, wie es im Haus aussieht.
Die Videos sind mit Ton, da meine Frau kommentiert hat, wo sie jeweils war und was das für ein Raum war. Aber dadurch hörte man auf den Videos auch ein merkwürdiges Geräusch, ein ständiges Tapsen.
Ein gelegentlicher Schwenk der Kamera brachte die Auflösung: Unserem Hund Knöpfle ist dieses Haus verständlicherweise noch fremd und etwas unheimlich. Darum wollte er Frauchen auf gar keinen Fall allein herumlaufen lassen und begleitete sie deshalb in jeden Raum hinein, um sie beschützen zu können.
Das fiel mir wieder ein, als ich die Worte von Jesus in der neutestamentlichen Losung gelesen habe: „Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.“
Natürlich braucht Jesus keinen Bodyguard (meine Frau übrigens auch nicht). Es geht vielmehr um das Thema „Nachfolge“.
Was Jesus hier sagt, war für die Jünger zu Jesu Lebzeiten kein Problem. Da konnten sie hinter Jesus hergehen bei seinem Zug durch das Land und alles mitmachen, was er machte, mit Ausnahme natürlich seiner Passion.
Aber wie sollen wir das heute machen – immer bei ihm sein? Wo er doch zur Rechten Gottes sitzt, des allmächtigen Vaters? Es ist wohl kaum anzunehmen, dass es Jesus hier um einen kollektiven Selbstmord von uns geht, damit wir mit ihm im Himmel vereint sein werden!
Ich verstehe diese Worte so: Wir sollen schauen, wohin und zu wem Jesus in seinen irdischen Tagen gegangen ist – denn dort will er uns auch jetzt haben, dort wartet er bereits auf uns.
Ja, wo und bei wem war Jesus? Er war unterwegs, den Menschen die gute Botschaft zu bringen, das Evangelium vom Reich Gottes. Wenn wir ihm folgen wollen, werden wir das auch machen. Seine gute Botschaft weitergeben.
Jesus war viel bei den Außenseitern der Gesellschaft. Bei Zöllnern, Prostituierten usw. Wenn wir dort sein wollen, wo er ist, dürfen wir uns von diesen Menschen nicht fernhalten, sondern werden zu ihnen gehen, sie als Menschen annehmen.
Jesus hat viele Gottesdienste besucht. Die Bibel berichtet, wie er in Synagogen gepredigt hat, in Gottesdiensten Schriftlesungen übernahm, im Tempel von Jerusalem gewirkt hat. Wenn wir da sein wollen, wo er ist, werden wir auch dort hingehen: In den Gottesdienst, wo Jesus in der Mitte seiner Gemeinde ist.
Es sind nur Beispiele. Eine berühmte Frage, die sich Christen immer stellen sollen, lautet: „Was würde Jesus tun?“ Wir können sie ergänzen: „Wo würde Jesus jetzt sein, wohin würde er gehen, wenn er hier vor mir stünde?“ Und genau dort ist auch mein Platz als Christenmensch.