Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Donnerstag, 18. Februar 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Brief des Apostels Paulus an die Christen in Rom, Kapitel 15, die Verse 5 und 6.

Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Als ich mich vor vielen Jahren auf meine erste Pfarrstelle beworben habe, gab es vor der Wahl eine Gemeindeversammlung in der Kirche, die bei diesem Anlass brechend voll war. Mein Gegenkandidat und ich saßen vorne am Altar, die Gemeindeglieder konnten alle Fragen stellen, welche sie bewegten, und wir beiden Kandidaten haben sie dann jeweils beide beantwortet, abwechselnd ich zuerst und er zuerst.

Eine der Fragen aus der Runde lautete: „Wie stehen die beiden Kandidaten zur Ökumene?“ Bei der Frage war mein Kollege zuerst an der Reihe. Er machte eine theologisch fundierte, aber eher theoretische Ausführung darüber, was das Wort Ökumene eigentlich bedeute und wie sehr wir als Evangelische mit den Christen in aller Welt verbunden seien.

Ich dagegen habe in etwa gesagt: „Ökumene ist für mich ein vornehmliches praktisches Problem. In der heutigen Zeit geht es nicht mehr wie früher um die Frage, ob evangelisch oder katholisch, sondern: Überhaupt noch christlich oder nicht mehr christlich? Deshalb können wir es uns noch viel weniger als früher erlauben, übereinander herzuziehen und aufeinander einzuschlagen und dadurch auch unsere ganze Verkündigung unglaubwürdig zu machen in punkto Nächstenliebe, Frieden und Versöhnung. Zumal wir mittlerweile so viele gemischtkonfessionelle Familien haben, die dringend darauf angewiesen sind, dass wir vor Ort an der Basis gut zusammenarbeiten.“

Als ich dann die Wahl gewonnen hatte und mein Amt angetreten hatte, konnte ich daran gehen, diese Ankündigung in die Tat umzusetzen. Ich hatte das Glück und die Freude, dass auch einer meiner beiden katholischen Kollegen vor Ort die Dinge ähnlich sah wie ich. Wir hatten einige gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen, und dabei konnte uns auch nicht aufhalten, dass es gelegentliche Rückschläge gab – so hat mein Kollege einmal zugunsten eines ökumenischen Wortgottesdienstes die Messfeier am Wochenende in einem der Dörfer wegfallen lassen und seine Gemeindeglieder dazu eingeladen, in einer der anderen Ortschaften zur Messe zu gehen; das führte aber dazu, dass sich eines seiner Schäfchen beim Ordinariat des Erzbistums in Freiburg beschwerte und er von dort eine auf den Deckel bekam.

Ja, es bleibt eine ständige Herausforderung, was die Tageslosung sagt – unser Gotteslob kann nur dann glaubwürdig sein, wenn es wirklich gemeinsam ist und nicht von dauerndem Streit und Konflikten überlagert wird. Heutzutage nur noch selten im Bereich der Ökumene (jedenfalls in Deutschland), aber es gibt andere Bereiche, in denen sich Christen zerstreiten, und sich gegenseitig das Christsein absprechen.

Auf jeden Fall gilt: Über strittige Fragen müssen wir reden. Aber in einer Form, in der wir trotzdem Glaubensgeschwister bleiben und das machen können, was die Tageslosung sagt: Glaubwürdig gemeinsam unseren Gott loben.