Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!


Morgenimpuls für Dienstag, 9. Juni 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 27, die Verse 23 und 24. Dort sagt der Apostel Paulus:

Diese Nacht trat zu mir der Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene, und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du musst vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir fahren.

Mir ist neulich mal aufgefallen, dass die Aufkleber auf Autos offenbar ein Stück weit außer Mode gekommen sind. Natürlich sieht man immer mal wieder einen, aber kein Vergleich zu meiner Jugend, als etliche Autos damit förmlich gepflastert waren.

Es gab da die verschiedensten Formen. Manche hatten eine politische Botschaft, zum Beispiel für Frieden in der Welt; andere waren ein religiöses Bekenntnis; man bekannte sich zu seinem Fußballverein oder zu seinem Heimatort; manche waren ernst gemeint, andere dagegen nur ein Gag.

Und dann gab es welche, die zwar im ersten Moment lustig wirkten, hinter denen sich aber doch eine Botschaft verbarg. Dazu zähle ich auch: „Fahre nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann!“

Das war zum einen natürlich ein kleiner Scherz, zum anderen aber durchaus ernst gemeint. Es geht nicht an, sich völlig rücksichtslos zu verhalten, beispielsweise eben durch stark überhöhte Geschwindigkeit, aber dann zu sagen: Gott soll mich gefälligst beschützen mit seinen Engeln. Dafür ist der schließlich da. So wird der Hase nicht.

Das wird auch in der neutestamentlichen Losung deutlich. Der Apostel Paulus ist zu diesem Zeitpunkt ein Gefangener. Man hat ihn in Jerusalem verhaftet unter dem Vorwurf, einen Heiden in den inneren Bereich des Tempels von Jerusalem mitgenommen zu haben, was damals als todeswürdiges Verbrechen galt. Doch als römischer Bürger macht Paulus von dem Privileg Gebrauch, dass nicht ein Gericht vor Ort über seine Schuld entscheiden soll und sein Schicksal, sondern der Kaiser in Rom. Also wird er, nach einer jahrelangen Odyssee durch Gefängnisse, mit dem Schiff nach Rom gebracht.

Unterwegs hat Paulus, durch eine Eingebung Gottes, die Mannschaft davor gewarnt, aus einem Zwischenhafen auszulaufen, weil ein Sturm drohe. Man hörte nicht auf ihn. Man hörte nicht auf die Stimme Gottes. Und so kam es, wie es kommen musste; nach tagelangem Sturm war die Mannschaft so weit, sich in das Schicksal zu ergeben, elend abzusaufen.

Doch da macht Paulus deutlich: Gott wird mit seinen Engeln eingreifen. Gott hat einen Plan, dass nämlich Paulus nach Rom gelangen soll und sich dort vor dem Kaiser verantworten soll – als Zeugnis für die Welt. Darum stehen die Leute auf dem Schiff unter Gottes Schutz. Sie müssen nur nun Gottes Stimme folgen und das Schiff irgendwo stranden lassen. Und so geschah es denn auch, das Schiff strandete auf Malta, und alle wurden gerettet.

Wieder mal ein schöner Baustein für die heutigen Vorstellungen rund um Schutzengel. Sie haben große Macht, sie können sehr viel tun (ich halte es beispielsweise nicht für möglich, so schnell zu fahren, dass sie nicht hinterherkommen); doch das ist kein magischer Schutz, sondern wir müssen uns an das halten, was unser Gott uns sagt.