Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!


Morgenimpuls für Samstag, 25. Juli 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Psalm 68, die Verse sechs und sieben.

Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohl geht.

Eine Zeit lang habe ich gerne die amerikanische Serie „Two and a half men“ angeschaut. Eine der Hauptfiguren darin ist von Beruf Komponist und Texter von Kinderliedern. Bei einem großen jährlichen Wettbewerb aber gewinnt zu seinem großen Frust nicht sein Lied, sondern das seines ärgsten Konkurrenten. Der Konkurrent beschreibt im Lied mit viel Tränendrüse das traurige Schicksal von Waisenkindern, und fordert im Refrain (echter Ohrwurm) dazu auf: „Save the orphans“, zu Deutsch: „Beschützt die Waisen!“

Waisenkinder zu beschützen – das gilt seit biblischer Zeit als eine besonders edle Aufgabe. Man kennt es vielleicht vor allen Dingen durch die Sage rund um Robin Hood, welcher „der Rächer der Enterbten und Beschützer der Witwen und Waisen“ genannt wird. Das Copyright freilich liegt bei unserem Gott. Das macht auch unsere heutige Tageslosung deutlich.

Um sie zu verstehen, muss man allerdings wissen, warum die Lage von Witwen und Waisen im alten Israel so schwierig war. Prozesse konnten damals nur erwachsene männliche Bürger führen. Da aber Witwen und Waisen dieser Mann in der Familie fehlte, der den Rechtsweg beschreiten konnte, standen sie in sehr großer Gefahr, ausgenutzt und übervorteilt zu werden. Darum macht die Bibel klar: Gott ist es, der diese Schwachen beschützt, der auf ihrer Seite steht. Wer die missliche Lage von Witwen und Waisen für sich ausnutzen will, bekommt es mit Gott zu tun.

Aber auch um andere Gruppen, die ihn nötig haben, kümmert er sich – beispielhaft werden Einsame und Gefangene genannt.

Und das alles macht er „von seiner heiligen Wohnung aus“. Gott sitzt auf seinem himmlischen Thron, und trotzdem bekommt er sehr genau mit, was hier auf Erden geschieht, und greift auch ein. Entgegen der Vorstellung mancher Philosophen, nach der Gott wie ein Uhrmacher sei – er habe die Welt geschaffen und wie ein Uhrwerk geordnet, aber greife jetzt nicht mehr darin ein.

Doch, das tut er sehr wohl, und immer wieder – und dabei immer auf der Seite der Schwachen und Benachteiligten.