Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Donnerstag, 28. Mai 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch Hiob, Kapitel 19, Vers 25.

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin unserer Kirchengemeinde ist beruflich in der Schuldnerberatung tätig. Eine ungemein wichtige Aufgabe, denn laut Statistiken nimmt die Überschuldung in unserem Land ständig zu – und damit meine ich nicht unseren Staat, der immer mehr auf Pump lebt, sondern die Privathaushalte.

Wenn nun ein Mensch völlig überschuldet ist und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, dann bleibt oft nur der Weg in die Privatinsolvenz. Bei dieser gerichtlichen Schuldenregulierung muss die betreffende Person mehrere Jahre lang alles versuchen, die Kredite zu bedienen, indem insbesondere alles Geld, das nicht zur Deckung der nötigen Lebenshaltungskosten gebraucht wird, an die Gläubiger bezahlt wird. Wenn man das diese Jahre hindurch konsequent und ehrlich macht, beschließt das Gericht am Ende, dass alle noch vorhandenen Schulden erlassen werden.

Ein derartiges Verfahren gab es aber zur Zeit des Alten Testaments leider noch nicht. Wenn da ein Mann seine Schulden nicht bezahlen konnte, nahm ihm der Gläubiger alles, auch Haus und Hof. Und wenn das nicht reichte, musste der verschuldete Mensch von da an unentgeltlich für den Gläubiger arbeiten. Oft bis an sein Lebensende.

Es gab nur eine Möglichkeit, aus dieser Falle herauszukommen. Dass nämlich ein vermögender Verwandter oder Freund die ganzen Schulden des armen Burschen beglich, ihn dadurch freikaufte. Dann bekam er auch Haus und Hof zurück und konnte sich eine neue Existenz aufbauen. Diesen Wohltäter nannte man auf Hebräisch Go’el – und das ist das Wort, das in den deutschen Bibeln meist mit „Erlöser“ oder „Heiland“ übersetzt wird.

Jetzt wird vielleicht deutlicher, was damit gemeint ist, wenn Jesus als ein solcher „Erlöser“ bezeichnet wird – er hat durch sein Opfer am Kreuz für alle unsere Schuld bezahlt und uns dadurch freigekauft von der Versklavung unter Sünde, Tod und Teufel. Er ist unser großer Go’el.

Die Vorstellung von Gott als Go’el gibt es freilich schon im Alten Testament. So sagt Gott in Jesaja 43: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (…) Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich gebe Ägypten für dich als Lösegeld, Kusch und Seba an deiner statt.“

Und auf diesen Go’el vertraut auch Hiob in unserer Tageslosung. Hiob ist ganz unten, seine Lage scheint aussichtslos. Doch er gibt nicht auf, denn er ist überzeugt: Mein Go’el lebt, mein Gott, und er wird mich retten.

Haben wir da nicht noch viel mehr Grund, fröhlich und zuversichtlich zu sein, der wir wissen, dass unser Go’el nach drei Tagen auferstanden ist von den Toten, auf ewig bei seinem himmlischen Vater lebt, und versprochen hat, uns zu helfen und uns am Ende zu sich zu bringen? Trotz aller bösen Bindungen in dieser Welt?