Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!


Morgenimpuls für Donnerstag, 18. Juni 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im zweiten Buch Mose, Kapitel 9, Vers 34.

Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz.

In der Theologie gibt es schöne Begriffspaare, die zwar häufig gleich übersetzt werden, aber unterschiedliche Dinge meinen. Eines davon ist Attritio und Contritio. Beides übersetzt man manchmal mit Buße.

Vereinfacht ausgedrückt ist Attritio die sogenannte Zerknirschung, das Erschrecken über die eigene Tat, aber nicht aus wirklicher Einsicht, sondern wegen der Angst vor Strafe.

Attritio ist der Seelenzustand des Kindes, welches etwas ausgefressen hat und sich nun ausmalt, was passieren wird, wenn die Eltern die Übeltat entdecken. Dieses Gefühl von: „Hätte ich das doch bloß bleiben lassen, jetzt bekomme ich eine aufs Dach!“

Luther hat es wie immer deutlich drastischer so ausgedrückt: Attritio ist das Erschrecken des armen Sünders unter dem Galgen, dem nun bewusst wird, dass er sich gleich vor dem Richterstuhl Gottes für sein Verbrechen verantworten muss und dafür vielleicht in die Hölle geworfen wird.

Contritio ist dagegen die „Herzensreue“. Nicht wegen der Angst vor Strafe, sondern weil einem wirklich schmerzlich bewusst wird: Was ich da gemacht habe, ist grundfalsch! Und im christlichen Sinn: Damit habe ich Gott, der mich doch so sehr liebt, so sehr verletzt!

Und als die Reue, die nötig ist bei der Vergebung des Sünden, gilt nur die Contritio.

Der Unterschied zwischen beidem wird auch sehr schön an der heutigen Tageslosung deutlich. Es geht um den Pharao von Ägypten. Mose hatte ihm im Auftrag Gottes klargemacht: Es geht überhaupt nicht an, es ist ein Verbrechen, dass du dieses Volk Israel so furchtbar versklavst und sogar noch Kinder umbringst, damit es nicht so sehr wächst. Deshalb: Let my people go!

Der Pharao aber hat das überhaupt nicht eingesehen, dass das falsch sein soll. Er zeigte Mose, sinnbildlich ausgesprochen, den Stinkefinger.

Darum griff unser Gott zu den härteren Mitteln. Plagen, die über Ägypten kamen und sich immer weiter steigerten, um den Mann zur Einsicht zu bringen.

Nach jeder dieser Plagen, von der letzten abgesehen, wiederholte sich das gleiche „Spiel“: Der Pharao zeigte Attritio und bat Mose händeringend, sich bei Gott dafür einzusetzen, dass diese Plage wieder endet. Doch sobald sie vorbei war, dachte er im Traum nicht daran, sein Verhalten wirklich zu ändern, die Sklaven freizulassen. Denn es geschah eben nur aus Angst vor Strafe, und wenn die Strafe nicht mehr aktuell war, machte er gerade so weiter. Was völlig fehlte, war die innere Contritio.

Angst vor göttlicher Strafe ist gerade bei uns Evangelischen ziemlich aus der Mode gekommen. Man geht von einem Gott aus, der immer gnädig ist und verzeiht. Aber wird diese Gnade Gottes uns dazu bringen, dass wir innerliche Einsicht zeigen, dass wir schon allein aus Liebe zu Gott Contritio entwickeln? Zu wünschen wäre es uns.