Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 3, Vers 2.
Es wurde ein Mann herbeigetragen, der war gelähmt von Mutterleibe an; den setzte man täglich vor das Tor des Tempels, das da heißt das Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen.
Der Tempel in Jerusalem, der dort zur Zeit von Jesus und der ersten christlichen Gemeinde stand, wurde später beim Aufstand gegen die Römer zerstört. Wir wissen aber von vielen Beschreibungen, wie er ausgesehen hat. Insbesondere durch König Herodes war er zu einem prächtigen monumentalen Gebäudekomplex ausgebaut worden, welches die Menschen in Staunen versetzte.
Und bei diesem wunderschönen Tempel scheint ein Tor besonders schön gewesen zu sein, darum nannte man es das schöne Tor. Doch direkt davor sitzt in unserer neutestamentlichen Losung ein Mensch, dessen Leben alles andere als schön ist. Von Geburt an gelähmt, unfähig, für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Er muss betteln.
Und das täglich neu. „Den setzte man täglich dorthin.“ Ein Satz voller Trostlosigkeit. Jeder Tag gleicht dem anderen. Keine Aussicht auf Veränderung. Kein Traum mehr. Nur Routine.
Auch wir haben vielleicht schon Zeiten im Leben erlebt, wo wir zwar nicht körperlich gelähmt waren, aber innerlich gelähmt, weil uns auch diese Zeiten trostlos erschienen sind. Vielleicht wegen Krankheit, wegen Einsamkeit, wegen langer Arbeitslosigkeit. Täglich neu dieselben Sorgen.
Aber immerhin – er wird getragen. Er kann froh darüber sein, dass er Leute hat, die ihn täglich vor dieses Tor des Tempels tragen, sodass er wenigstens betteln kann.
Das ist ein schönes Bild für Gemeinde: Es gibt Zeiten, da kann ich andere tragen. Und es gibt Zeiten, da muss ich mich tragen lassen. Niemand ist immer der Starke. Christlicher Glaube beinhaltet nicht nur, anderen zu helfen, sondern auch einmal bereit zu sein, sich helfen zu lassen.
Es wäre aber besonders schön, wenn es uns gelingen würde, solche Menschen nicht nur in schweren Zeiten wörtlich oder im übertragenen Sinne zu tragen – was schon ungeheuer wertvoll ist. Sondern wenn wir es schaffen würden, ihnen zu vermitteln, ohne sie „anzupredigen“, dass es den Einen gibt, der sie noch in ganz anderer Form im Leben tragen kann. Der eingreifen kann, der ihrem Leben eine neue Perspektive geben kann. In der einen oder anderen Form kann unser Gott immer wieder neu Wunder bewirken.
Bei dem gelähmten Mann vor dem Tempel geschah das in einer sehr direkten Form. Wer es wissen möchte, kann die Geschichte in Apostelgeschichte 3 nachlesen. Aber vielleicht haben wir selbst schon Veränderungen in unserem Leben gehabt, die uns wie ein Wunder vorgekommen sind, für die wir unserem Gott danken können und worüber wir anderen erzählen können?