Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im vierten Buch Mose, Kapitel 23, Vers zwölf.
Muss ich nicht das halten und reden, was mir der Herr in den Mund gibt?
Eines meiner sieben Prüfungsfächer am Ende des Universitätsstudiums war „Kirchen– und Theologiegeschichte“. Neben dem nötigen Grundwissen über alle Bereiche dieses Fachs musste ich auch ein Schwerpunktthema angeben. Dafür wählte ich die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat. Der prüfende Professor nannte mir dafür bei der Vorbereitung eine Person der Kirchengeschichte, mit der ich mich näher beschäftigen sollte. Ich hatte von dem Mann noch nie etwas gehört, aber er erwies sich als ungemein spannend.
Sein Name war Eivind Berggrav. Er war der oberste Bischof der lutherischen Kirche in Norwegen während des Zweiten Weltkriegs, also der Zeit, in der Norwegen von deutschen Truppen besetzt war.
Die Deutschen hatten natürlich eine Regierung eingesetzt, welche in allen Dingen den Wünschen der Nazis nachkam. Unter anderem übte sie massiven Druck auf die Pfarrer der lutherischen Kirche aus. Damals war die lutherische Kirche die Staatskirche in Norwegen, und alle Pfarrer waren Staatsbeamte. Ihnen wurde klar gesagt: Entweder ihr verkündet das, was die Nazis gerne hören wollen, oder ihr fliegt raus, werdet als Pfarrer entlassen.
In dieser Situation hatte Berggrav den Mut, seinen Pfarrern zu sagen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Wir dürfen diesem Befehl nicht nachkommen, egal, welche Konsequenzen das für uns haben wird. Wir dürfen nur das Wort Gottes verkündigen, und sonst nichts.
Die Forderung der Nazis war die uralte Geschichte von „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Sie steckt auch hinter der heutigen Losung. Als die Israeliten auf dem Weg ins Gelobte Land sind, passt das einem König überhaupt nicht, durch dessen Gebiet sie ziehen. Er beauftragt einen bekannten Zauberer damit, ein Mann namens Bileam, die Israeliten zu verfluchen – und war überzeugt, dass dieser Fluch sehr wirkmächtig sein würde.
Doch Bileam weigert sich. Denn er hat von Gott etwas völlig anderes erfahren. Und nur das kann und möchte er verkündigen, die Worte, die ihm Gott in den Mund legt. Auch wenn ihn der König dafür bezahlt, das genaue Gegenteil zu behaupten.
Natürlich gibt es das auch heute noch. Dass versucht wird, zu beeinflussen, was wir in unserer Verkündigung sagen und welche Themen wir besser nicht anschneiden. Und es kann durchaus Konsequenzen unterschiedlicher Art geben, wenn man diesen Wünschen bzw. Forderungen nicht nachkommt.
Doch es gilt dann: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Wir dürfen nichts anderes sagen als das, was wir von Gott hören, was seine Botschaft ist.