Geistlicher Impuls des Tages

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag jeweils morgens einen geistlichen Impuls für die Zeit der Coronakrise, und zwar als Rund-E-Mail. Mit einem Gedankenimpuls, einem Gebet und einem Liedvorschlag.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf die geistlichen Impulse von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese geistlichen Impulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

Die aktuelle Besinnung können Sie (ohne Gebets- und Liedvorschlag) jeweils auch hier lesen!

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Besinnung von Samstag, 4. April

(Gott ist der) „Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.“ (Jakobus 1,17)

Meine Frau und ich spielen in unserer Freizeit gerne mal ein Computerspiel namens „World of Warcraft“. Dort betritt man eine Märchenwelt mit allem, was dazugehört, Riesen, Zwerge, Feen, Gnome, aber auch böse Dämonen usw., und muss dort mit seiner Spielfigur Herausforderungen meistern.

Damit es den Spielern aber nicht langweilig wird, hat die Firma von Zeit zu Zeit die Spielewelt verändert und erweitert, man spricht dabei von Addons. Eines davon mit dem Namen „Cataclysm“ war besonders weitreichend, denn durch einen Angriff böser Mächte war die frühere Spielewelt in Teilen zerstört worden und musste, so die Legende, neu eingerichtet werden. Dies setzte sich bei den nächsten Erweiterungen fort.

Doch dann erwuchs unter vielen Spielern eine nostalgische Sehnsucht nach der früheren Spielewelt, wie sie zuvor gewesen war. Also kam der Spielanbieter dem Wunsch nach und bot zusätzlich „World of Warcraft classic“ an, wo die Spielewelt aussieht wie zu Beginn. Dort machen viele begeistert mit.

Warum ich das hier erzähle? Ich habe den Eindruck, das trifft in etwa auch eine Stimmung, die es in unserem Land in zunehmendem Maße gibt.

Die Pandemie ist noch gar nicht auf dem Höhepunkt, und trotzdem gehen viele Gedanken schon voraus, und die Leute fragen sich: Wie wird es sein, wie wird unser Leben aussehen, wenn irgendwann die Geschichte mit Corona der Vergangenheit angehören wird?

Und zunehmend breitet sich die Erkenntnis aus: Wir werden wohl nicht dort weitermachen können, wo wir im März diesen Jahres aufgehört haben. Corona wird Folgen haben, es wird unser Land, unser Leben wohl nachhaltig verändern. Die Angst ist groß, dass die Veränderungen nicht zum Guten ausfallen werden. Dass es mit der Wirtschaft bergab gehen wird, und dass das, was derzeit geschieht, auch gewaltigen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land haben wird.

Ob es ein richtiges „Cataclysm“ sein wird, weiß man noch nicht, doch die Befürchtungen wachsen.

Klar ist aber auch, dass wir keine Möglichkeit haben werden, wie im Spiel einfach eine „Classic-Version“ auszuwählen und die ganzen Veränderun­gen ungeschehen zu machen. Solche Wünsche und Sehnsüchte gab es zwar schon oft, in unterschiedlichen Zusammenhängen, doch im Grunde ist allen klar, dass das nicht funktionieren kann.

Deshalb werden gerne Witze über solche Sehnsüchte gerissen wie beispielsweise: „Wer möchte noch mit zurück in den 1980er? Ich bin dabei, eine Fahrgemein­schaft zu gründen.“

Doch als Christ darf ich wissen: Der, auf den es am meisten ankommt im Leben, der wird konstant bleiben, an dem kann ich mich festhalten, der wird in der Zeit nach der Pandemie ebenso sein und ebenso handeln wie in der Zeit davor. Jesus selbst. Der Hebräerbrief bringt es auf die Formel: „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit!“

Deshalb kann ich für mich selbst sagen: Auch wenn ich ebenfalls mit einer gewissen Sorge darauf schaue, was möglicherweise die kommende Zeit an Veränderungen und Umwälzungen mit sich bringen wird – ich kann mich an dem festhalten, der mich durch diesen Wandel hindurchtragen wird.