Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Mittwoch, 29. April 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht in Sprüche 31, Vers 8.

Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.

Derzeit läuft die Anmeldung der künftigen Konfirmanden, also der jungen Leute, die 2027 konfirmiert werden. In meiner eigenen Gemeinde mache ich dafür individuelle Termine aus, an denen ich zu den Leuten ins Haus komme und mit den künftigen Konfis und ihren Eltern spreche und ihnen unter anderem erkläre, was in etwa geplant ist und was uns bei der Arbeit mit den jungen Leuten wichtig ist.

Einer der Punkte, auf die ich dabei immer zu sprechen, ist das Miteinander der Konfirmanden. Es ist manchmal nicht ganz einfach. Ich hatte beispielsweise schon öfter den Fall, dass sich Kinder in der Grundschule gar nicht vertragen haben und dann froh waren, danach auf eine andere Schule zu gehen als ihre Kontrahenten – doch nun im Konfirmandenunterricht treffen sie teilweise erstmals wieder aufeinander.

Und da mache ich ihnen klar: Ihr Konfirmanden müsst nicht beste Freunde werden, aber euch gegenseitig in Ruhe lassen. Ich dulde keinerlei wie auch immer geartetes Mobbing zwischen den Konfis, auch nicht im Alltag außerhalb des Unterrichts, in Social Media und so weiter. Wer sich daran nicht hält, dem kann es leicht passieren, ein Jahr zurückgestellt zu werden.

Ich erzähle ihnen aber auch, warum ich bei diesem Punkt so empfindlich bin. Ich selbst wurde als Konfirmand übel gemobbt. Der Gruppenbulle, also der Junge, der den meisten Einfluss bei den anderen hatte, hatte etwas gegen mich – warum, war mir niemals recht klar – und machte offen Front gegen mich, gemeinsam mit seinen Jüngern. Für mich war deshalb jeder Gang in den Konfirmandenunterricht mit Angst besetzt. Und der größte Horror war die Konfirmandenfreizeit.

Was aber fast noch schlimmer für mich war: Wir waren damals als geburtenstarker Jahrgang sehr viele Konfirmanden, fast 40 in der Gruppe. Von den anderen hat es niemand gewagt, zu mir zu halten, zumindest nicht offen, um nicht selbst ins Visier des Gruppenbullen zu geraten.

Solche und andere Situationen meint unsere Tageslosung. Dass Leuten übel mitgespielt wird, sie sich nicht wehren können, und dann einsam und verlassen sind, niemand an ihre Seite tritt.

Jesus hat uns vorgemacht, solchen Leuten eine Stimme zu werden. Er ist gerade auf die Leute zugegangen, die am Rand der Gesellschaft standen, ausgestoßen waren, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte – schon allein, um nicht selbst sozial geächtet zu werden. Dabei spielte es für Jesus keine Rolle, ob diese Leute „selbst schuld“ waren an ihrer Lage oder völlig unverschuldet hineingeraten waren.

Haben wir auch den Mut dazu?