Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht in Psalm 46, Vers 11.
Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich gerade auf eine Klausurtagung des Kirchengemeinderats Schefflenz. Sie findet im Tagungshaus eines altehrwürdigen früheren Klosters statt, nämlich dem Kloster Schöntal im Jagsttal.
Obwohl in diesen Mauern durch die Tagungsstätte und etliche Tagesbesucher geschäftiges Treiben herrscht, kann man beim Gang durch dieses Klostergebäude noch viel von dem spüren, was damals für die Mönche so wichtig gewesen ist. Dazu gehörte insbesondere die Stille.
Stille werden, ruhig werden, auf Gott hören – das war eines der großen Anliegen von Benedikt von Nursia, der als Begründer des westlichen christlichen Mönchtums gilt und dessen Gedenktag just heute am 11. Juli ist. Er war sich bewusst, dass wir nur dann wirklich einen Bezug zu Gott bekommen können, und etwas über ihn erkennen können, wenn wir aus dem Lärm des Alltags aussteigen und auch innerlich zur Ruhe kommen.
In der Bibel finden sich etliche Geschichten, die dies auch deutlich machen. Beispielsweise die von dem Propheten Elia, der zum Berg Gottes gewandert ist, der Sinai oder Horeb genannt wurde. Dort wollte er in einer Höhle erfahren, was Gott für neue Pläne mit ihm hatte. Plötzlich gab es draußen ein mächtiges Feuer, einen Sturm, ein Erdbeben. Aber dem Propheten war klar, dass sich Gott nicht in dieser Lautstärke offenbaren würde. Dann aber hörte er ein ganz leises Säuseln. Und da verhüllte er sein Haupt und trat vor die Höhle, weil er wusste, dass nun Gott mit ihm sprechen würde.
In der heutigen Zeit, in der wir ständig von Lautstärke überflutet werden, sei es im wörtlichen Sinne, sei es beispielsweise durch den ständigen Blick auf das Handy, ist das vielleicht eine der schwersten Übungen für uns als Christenmenschen. Stille werden, uns auf Gott konzentrieren, bereit sein, wirklich zu empfangen.
Und das geht nicht auf Kommando. Es gibt eine schöne Geschichte von einem Pilger, der mit dem Flugzeug zu dem Ort angereist ist, an den er pilgern wollte. Er checkte im Hotel ein und ging dann sofort in die Wallfahrtskirche, um zu beten. Aber er fand einfach keine innere Ruhe. Ein alter kluger Mann, der ihn dabei beobachtete und erkannte, was los war, ging zu ihm hinüber und flüsterte ihm zu: „Geh ins Hotel zurück und komme morgen wieder. Die Seele geht zu Fuß.“
Eines der bekanntesten neueren Kirchenlieder ist das Lied: „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt.“ Daraus möchte ich abschließend eine Strophe zitieren: „Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, fragt man sich hin und her: Wie finden wir den rechten Kurs zur Fahrt im weiten Meer? Der rät wohl dies, der andre das, man redet lang und viel und kommt – kurzsichtig, wie man ist – nur weiter weg vom Ziel. Doch da, wo man das Laute flieht und lieber horcht und schweigt, bekommt von Gott man ganz gewiss den rechten Weg gezeigt.“