Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Morgenimpuls für Donnerstag, 26. März 2026
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Psalm 34, Vers 2.
Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
Es gab vor etlichen Jahren eine Hörspielreihe im Rundfunk, die dann auch als Buch herausgegeben wurde, mit dem Titel: „Papa, Charlie hat gesagt…“
Es ging um Diskussionen zwischen einem konservativen deutschen Beamten und seinem etwa zehnjährigen Sohnemann. Sie wurden dadurch eröffnet, dass der Sohn jeweils etwas zum Besten gab, was er von seinem Freund Charlie aufgeschnappt hatte, der aus einer Arbeiterfamilie kam. Der Sohn brachte mit seinen zwar kindlichen und naiven, aber oft genau den Punkt treffenden Argumenten den Vater immer wieder in Verlegenheit, obwohl das der Papa niemals zugeben wollte.
In einer dieser Gespräche erzählt der Sohn, dass Mama doch neulich ein tolles neues Kuchenrezept ausprobiert habe, auf das sie sehr stolz gewesen sei. Und der Vater habe kein Wort darüber verloren. Das sei doch nicht in Ordnung.
Der Vater verteidigt sich mit den Worten: „Immerhin habe ich den Kuchen doch mit Appetit gegessen, das war doch auch eine Anerkennung!“ Doch am Ende des Gesprächs sagt der Sohn: „Wenn du nur dann was sagst, wenn du was zum meckern hast– wo soll denn da noch ein Lob herkommen?“
Das hat mich an einen Spruch erinnert, den ich hier in der Gegend immer wieder gehört habe. Ins Hochdeutsche übersetzt lautet er: „Nicht geschimpft ist genug gelobt!“ Also: Wenn ich meinen Mund halte, dann ist alles in Ordnung, ich sage nur dann etwas, wenn es nicht in Ordnung ist. – Und dass das nicht nur bei der Mutter des Sohnes im Hörspiel für große Frustrationen sorgt, und auch nicht gerecht ist, liegt auf der Hand.
Doch genauso läuft es leider häufig zwischen uns Menschen und unserem Gott. Er wird immer wieder im Gebet angegangen, wenn den Leuten etwas nicht gefällt, oder sie Leid zu ertragen haben. Dann wird Gott gebeten, einzugreifen, dann macht man teilweise seinem Unmut über Gott auch gewaltig Luft. Das ist auch völlig in Ordnung.
Aber auf der anderen Seite: Wie oft reden wir mit Gott dann, wenn es uns richtig gut geht, wenn es vielleicht Tage sind wie Erdbeerkuchen mit Schlagsahne obendrauf? Oder, noch etwas weiter gefragt: Gibt es denn an manchen Tagen, die uns weder besonders gut noch besonders schlecht erscheinen, sondern „normal“, wirklich nichts, was in Wirklichkeit ein großartiges Geschenk Gottes ist?
Der Beter in unserer heutigen Tageslosung jedenfalls ist überzeugt: Gott tut mir ständig viel Gutes. Und ich möchte einfach nicht in die Falle geraten, nur bei schlechten Dingen zu reden.
Es gibt zwar vieles sogenannte Klagepsalmen in der Bibel, aber gleichzeitig sagt dieser Beter auch: Das Lob Gottes soll immerdar in meinem Mund sein. Ich möchte den Leuten erzählen, was ich erlebt habe mit Gott, wie großartig er ist.
Und das halte ich für eine ungemein wichtige Sache. Nicht nur, weil Gott es verdient, geehrt zu werden. Nicht nur, weil es uns selbst innerlich belastet und unzufrieden macht, wenn wir nur negativ reden. Sondern weil wir dadurch auch bei vielen Menschen innerlich ein Gegengewicht schaffen können zu all den Klagen, die es bei uns gibt, teils berechtigt, teils unberechtigt.
Damit nicht unser Gott auch eines Tages fragen muss: „Wo soll denn dann noch bei euch ein Lob herkommen?“