Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Lukasevangelium, Kapitel 12, Vers 27. Dort sagt Jesus:
Seht die Lilien, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
Aus irgendeinem Grund ist mir die Anfangszeile eines Gedichts in Erinnerung geblieben, welches wir in der Grundschule behandelt haben. Sie lautete: „Maienzeit, Maienzeit, die Wiese trägt ihr schönstes Kleid!“
Wie das Gedicht weitergeht, wusste ich nicht mehr. Ich habe es mir jetzt einmal im Internet gesucht und durchgelesen, und da hat gar nichts im Gedächtnis „geklingelt“.
Aber diese Zeile, sie hatte es mir schon immer angetan. Sie kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn beispielsweise meine Frau und ich jetzt im schönen Frühling (der Mai steht ja direkt vor der Tür) mit unserem Hund draußen in der freien Natur spazieren gehen. Im Moment sind, trotz der derzeitigen Trockenheit, die Wiesen übersät mit wunderschönen Blumen, es werden täglich mehr, und es ist einfach eine Pracht, sie anzuschauen.
In einem Lied im evangelischen Gesangbuch heißt es: „Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.“
Jesus nennt nun die Lilien, die zu den besonders schönen Blumen gehören, als Beispiel für die Schöpferfreude, ja Genialität unseres Gottes. Selbst König Salomo, der in der Bibel als Inbegriff gilt für einen sehr reichen Herrscher mit einem luxuriösen Lebensstil, habe keine Kleider getragen, die annähernd so schön gewesen seien. Das bekommen wir Menschen einfach nicht auf die Reihe.
Diese wunderbare Schöpfung ist laut der Bibel auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass unsere Welt kein Zufallsprodukt ist, sondern das Werk eines Schöpfers. So schreibt der Apostel Paulus im ersten Kapitel seines Briefs an die Christen in Rom allen Atheisten ins Stammbuch: „Dabei gibt es vieles, was sie von Gott erkennen können, er selbst hat es ihnen ja vor Augen geführt. Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine ewige Macht und göttliche Majestät sehen und erfahren können. Sie haben also keine Entschuldigung.“
Doch ebenso wichtig ist mir, welche Konsequenz Jesus aus dieser Beobachtung mit den Lilien zieht. Wenn Gott schon die Blumen auf dem Feld so prächtig kleidet – dann müssen wir, wenn wir auf Gott vertrauen, uns erst recht keine Sorgen darum machen, was wir anziehen sollen. Er wird dafür sorgen.
Es wird zwar vielleicht nicht das sein, was gerade auf der neuesten Modemesse angesagt ist (wobei das manchmal auch nach meinem Eindruck fast schon eine Körperverletzung an den Augen ist). Doch Sorgen brauchen wir uns keine zu machen. Er hat viel mehr Möglichkeiten, als wir es uns manchmal vorstellen.