Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Montag, 2. Februar 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch der Richter, drittes Kapitel, Vers neun.

Die Israeliten schrien zu dem Herrn, und der Herr erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete.

Das hat es im Lauf der Geschichte immer wieder gegeben: Leute, die sich selbst zum Retter stilisiert haben oder von der Propaganda als solche verkauft worden sind.

In der deutschen Geschichte denkt man dabei natürlich an einen gewissen Herrn aus Braunau in Österreich. In der verzweifelten Lage der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er erschien er vielen als die große Hoffnung. Ich habe ein Wahlplakat aus der damaligen Zeit gesehen, auf der man einfach eine große Menge graugekleideter, deprimiert blickender Menschen sah, und darüber stand: „Unsere einzige Hoffnung: Hitler.“ Als er erst mal an der Macht war, hat sich dieser Führerkult noch massiv gesteigert. Ich habe mal einen Film aus der damaligen Zeit gesehen, aufgenommen in einer deutschen Kleinstadt, wo Hitler zum Besuch im Rathaus war. Vor dem Rathaus versammelte sich eine große Menschenmenge, und sie skandierte immer wieder: „Lieber Führer, sei so nett, zeige dich am Fensterbrett!“ Als er dann wirklich erschien, war die Reaktion der Menge wie die von Teenagern bei einem Rockkonzert. Zwölf Jahre später freilich merkte man, wem man da aufgesessen war.

Das ist freilich keine Erscheinung nur der heutigen Zeit. Im Jahr 132 nach Christus wagten die Juden letztmals ein Aufstand gegen die römischen Besatzer des Heiligen Landes. Ihr Anführer war ein Mann, den sie als Messias verehrten, und mit dem aramäischen Begriff Bar Kochba bezeichneten, zu Deutsch: „Sternensohn“. Nachdem dieser Aufstand aber in einer Katastrophe geendet hatte, benannte man den ebenfalls ums Leben gekommenen scheinbaren Retter um, nun galt er als Bar Koseba, zu Deutsch: „Lügensohn“.

Ja, es gibt und gab natürlich immer Menschen, die einen sehr produktiven Beitrag zur Geschichte geleistet haben, die sehr viel Gutes bewirkt haben. Aber immer dort, wo Menschen als große Retterfiguren gepriesen oder verehrt wurden, kam es zum Desaster. Man kann auch beispielsweise an Gestalten wie Stalin oder Mao denken.

Der Einzige, der einen wirklich qualifizierten Retter schicken kann, ist unser Gott. Das wird beispielsweise im biblischen Buch der Richter deutlich, aus dem unsere Tageslosung stammt. Das Volk Israel hatte in den ersten Jahrhunderten nach der Landnahme noch keine staatliche Struktur. Jeder Stamm verwaltete sich selbst. Wenn dann Feinde angriffen, mit denen die einzelnen Stämme nicht fertig wurden, drohte die Katastrophe. Dann haben sich die Israeliten regelmäßig an Gott gewandt, meist in tiefer Reue dafür, lange nicht auf ihn gehört zu haben. Und Gott berief jeweils besondere Menschen, welche die Verteidigung organisierten und so das Volk retteten. Übrigens nicht nur Männer, sondern es war eine Frau darunter, sie hieß Debora.

Das waren also alles „zeitweise Retter“. Den großen, zeitlosen Retter aber hat Gott auch geschickt, Jesus Christus, seinen eigenen Sohn. Er, der schon gekommen ist, um den Vater zu verkünden, um sich für uns zu opfern und durch Tod und Auferstehung den Weg ins ewige Leben zu öffnen – und der am Ende der Zeit wiederkommen wird, und sein Reich für immer errichten wird. Bei ihm müssen wir nicht befürchten, am Ende die Gelackmeierten zu sein wie alle, die auf Gestalten wie Hitler, Stalin oder Mao vertraut haben.