Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Mittwoch, 3. Juni 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht in Psalm 146, Vers 8.

Der HERR macht die Blinden sehend.

Bei meinen zahlreichen Ferienjobs in jungen Jahren, mit denen ich mir mein Taschengeld aufgebessert habe, hatte ich häufig auch einiges mit den Lehrlingen der jeweiligen Firmen zu tun. Denn uns vereinte ein ähnliches Schicksal: Die Gesellen bzw. ausgebildeten Arbeiter ließen uns all die Jobs machen, zu denen sie selbst keine Lust hatten, wie beispielsweise Reinigungsarbeiten.

Und es gehörte auch dazu, dass sie immer wieder versuchten, uns Streiche zu spielen. So wurden manchmal Lehrlinge ins Lager geschickt, wo sie für die Produktion einen „Siemens Lufthaken“ holen sollten oder auch eine „Ersatz-Luftblase für die Wasserwage“ usw. Wenn sie solche Sprüche noch nicht kannten und wirklich treu und brav hinuntermarschierten, war natürlich für genügend Erheiterung im Lager gesorgt. Und ein anderer verbreiteter Scherz sagte: „Du brauchst nächste Woche nicht zur Arbeit zu kommen, denn der Chef hat dich für eine Fortbildung angemeldet – den Durchblickerlehrgang“.

Der genannte Scherz machte überdeutlich, wie diese ausgebildeten Kräfte die Sache sahen: Sie selbst verfügten über den großen Durchblick, der aber den Jungspunden noch völlig fehlte.

Bei manchen Abläufen im Betrieb mag das sogar stimmen. Aber es gibt einen Bereich, in dem wir Menschen alle einen Durchblickerlehrgang brauchen. Und zwar dann, wenn es um die Erkenntnis unseres Gottes geht.

Unsere Tageslosung preist unseren Gott dafür, dass er „Blinde sehend“ macht. Das ist zunächst einmal körperlich gemeint. Augenärzte gab es damals noch nicht; wenn ein Mensch erblindete, konnte niemand ihm helfen. Darum war allen klar: Wenn ein blinder Mensch sein Augenlicht wieder erlangt, dann ist das ein Geschenk unseres Gottes, dann hat ER selbst eingegriffen.

Darum ist es keine Nebensache, wenn die Evangelien immer wieder erzählen, dass Jesus blinde Menschen geheilt habe. Es war ein Kennzeichen Gottes. Und so sagt auch Jesus, als Johannes der Täufer fragen ließ, ob er wirklich der Messias sei, man solle doch einfach schauen, was er bewirkt: „Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden wieder lebendig, und den Armen wird die rettende Botschaft verkündet.“ (Matthäus 11,5)

Doch gleichzeitig wird auch in der Bibel immer wieder deutlich gemacht: Es gibt auch eine „geistige Blindheit“. Die haben wir Menschen Gott gegenüber. Aus eigener Kraft können wir allenfalls merken, dass es einen Gott gibt, aber ihn nicht wirklich erkennen, wie er ist.

Und auch da sind wir darauf angewiesen, dass Gott uns die Augen öffnet, dass er uns den richtigen Durchblick schenkt, insbesondere für seinen Sohn Jesus. Wie es in einem alten Kirchenlied heißt: „Den Tag, Herr, deines lieben Sohns lass stetig leuchten über uns, damit, die wir geboren blind, doch werden noch des Tages Kind.“

Bei meinen Ferienjobs habe ich mich über diesen Spruch mit dem Durchblickerlehrgang bisweilen geärgert. Doch in Bezug auf Christus bin ich mir sicher: Da habe ich immer wieder eine Fortbildung nötig, dass Gott neu meine blinden oder zumindest verklebten Augen für unseren Herrn öffnet.