Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

Den aktuellen Morgenimpuls können Sie jeweils auch hier lesen!

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Morgenimpuls für Montag, 30. November 2020

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Brief des Apostel Paulus an die Christen in Rom, Kapitel 8, Vers 33. Dort schreibt der Apostel:

Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.

Mit dem gestrigen Sonntag hat also die Adventszeit begonnen. Natürlich etwas anders als sonst, manche vertrauten Dinge werden in diesem Jahr nicht möglich sein, wie beispielsweise Weihnachtsmärkte oder die ganzen Feste in Firmen und Vereinen (wobei ich mir nicht sicher bin, ob wirklich alle sie vermissen werden).

Doch vieles andere wird ebenso laufen wie in den Jahren zuvor: Vorbereitungen auf Weihnachten, Geschenke kaufen bzw. bestellen, das Haus putzen, alles adventlich dekorieren, gemütliche Abende mit Tee und Plätzchen und Kerzenlicht (wozu man in diesem Jahr vielleicht noch mehr kommen wird als sonst).

Doch Advent ist eigentlich noch ein Stück mehr als nur Vorbereitung auf Weihnachten. Es hat von seiner Bedeutung her ein eigenständiges Gewicht. Advent ist nicht die Vorbereitung darauf, dass Jesus Christus an Weihnachten Mensch geworden ist (es wäre auch etwas widersinnig, sich auf etwas vorzubereiten, was schon vor 2000 Jahren geschehen ist); Advent ist vielmehr die Vorbereitung darauf, dass Jesus Christus am Ende der Zeit wiederkommen wird. Wie es im Glaubensbekenntnis heißt: Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Advent ist deshalb eigentlich eine Zeit der Buße. Darum haben früher viele Frauen im Advent schwarze Kleidung getragen, darum haben die Tücher an Altar und Kanzel im Advent die Farbe Lila, die Farbe der Buße. Es ist eine logische Konsequenz: Wenn ich mir vorstelle, dass Jesus vielleicht heute noch wiederkommt, dann muss ich mir auch Gedanken über mich selbst machen. Wie stehe ich dann vor Jesus da, wenn ich Rechenschaft geben soll über mein Leben? Muss ich vielleicht bei mir einiges ändern, um darauf gut vorbereitet zu sein?

Gleichzeitig macht aber unsere Tageslosung deutlich: Wenn du auf Christus vertraust, also zu den Auserwählten Gottes gehörst, dann brauchst du keine Angst zu haben vor diesem Tag. An dem du vor Gott stehen wirst. Denn wenn dich dann jemand beschuldigen wird oder dich dein eigenes Gewissen anklagen wird, dann wird Christus sich hinstellen und darauf verweisen: Für diesen Menschen bin ich ans Kreuz gegangen, seine Schuld ist getilgt, seine Strafe verbüßt. Also weg mit allen Anklagen, dieser Mensch ist gerecht.

Und dass dieser Druck eines möglicherweise schlimmen Urteils von meiner Schulter genommen wird, das macht es mir dann möglich, wirklich unbelastet über mich selbst nachzudenken, mein eigenes Verhalten, wo etwas gut ist, wo es noch Luft nach oben gibt, und wo ich mit Gottes Hilfe dringend an mir arbeiten sollte. Der Advent ist dafür vielleicht eine gute Gelegenheit.