Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Brief des Apostels Paulus an die Christen in der Stadt Ephesus, Kapitel 5, Vers 8.
Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.
Im Computerspiel, welches ich gelegentlich zur Entspannung spiele, gibt es in einer Hauptstadt namens Ironforge ein so genanntes „dunkles Viertel“. Es ist schon optisch erkennbar – während die anderen Teile dieser unterirdischen Hauptstadt hell erleuchtet sind, liegt dieses Viertel im dämmrigen Schatten. Das passt zu dem, was hier abläuft. Hier wird die Spielerklasse der „Schurken“ ausgebildet. Hier kann man Dinge wie beispielsweise Gifte kaufen, um damit seine Waffen zu bestreichen, und manches mehr.
Es übt auf manche Spielerinnen und Spieler einen großen Reiz aus. Dieses Zwielicht dieser „dunklen Geschäfte“. Entsprechend legen sich etliche auch Namen für ihre Spielfiguren zu, in denen englische Begriffe wie „Dark“ (dunkel) oder „Shadow“ (Schatten) nicht fehlen dürfen
Das ist auch im realen Leben so. Es gibt Bereiche, in denen man „das Tageslicht scheut“. Ich rede jetzt keineswegs nur von Menschen, die Berufsverbrecher sind. Sondern dass es auch wohl in unserem eigenen Leben Dinge gibt, bei denen uns nichts daran liegt, dass sie offen zu Tage treten, dass unsere Umwelt davon erfährt.
Und entsprechend gibt es neben diesen bösen Dingen, die wir gerne verschleiern wollen, und einem „gesetzestreuen und Gott gefälligen Leben“ natürlich manchmal eine so genannte Grauzone. Weder hell noch dunkel. Dinge, die vielleicht nicht ausdrücklich verboten sind, aber doch moralisch anrüchig, oder sehr bewusst Gesetzeslücken ausnutzen für ein ungutes Handeln.
Ein früherer Bundeskanzler, dem man Vorwürfe gemacht hat wegen Spendenannahme für seine Partei, meinte, es sei nicht verboten gewesen, sondern nur in einer Grauzone. Daraufhin bemerkte jemand: „Selbst wenn es diese Grauzone wirklich gegeben haben sollte, dann hat ein Bundeskanzler darin nichts zu suchen!“
Völlig richtig. Und diesen Satz würde Gott auch für jeden Christenmenschen unterschreiben. Wir haben weder im Schattenbereich noch in der Grauzone etwas zu suchen. Sondern wir sind Kinder des Lichts, wie es der Apostel in unserer neutestamentlichen Losung sagt. Und was zu dem Licht passt, welches Gott über uns erstrahlen lässt, das ist völlig klar: Es ist zusammengefasst im Doppelgebot der Liebe. Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!
Wenn wir Christen aber uns in die Grauzone begeben oder gar Dinge tun, die eindeutig im „dunklen Viertel“ zu verorten sind, dann schaden wir nicht nur unserem eigenen Ruf, wenn es herauskommt – sondern damit machen wir auch unseren Glauben, unsere Gemeinschaft unglaubwürdig. Markantes Beispiel ist natürlich der so genannte Missbrauchsskandal, der dadurch noch schlimmer wurde, dass man das „dunkle Verhalten“ der Täter nicht etwa anzeigte, sondern zu vertuschen versuchte. Also alles tat, um das Licht nicht darauf fallen zu lassen, in dem wir als Kinder des Lichts doch leben sollen. Dass es nun Stück für Stück doch ans Tageslicht kommt, sorgt für einen praktisch nicht endenden Skandal, welcher der Kirche Jesu Christi ständig neuen Schaden zufügt.
Doch wir brauchen nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern sollten uns jeden Tag selbst überprüfen: Passt das, was ich selbst mache, zu einem Kind des Lichts? Oder muss ich mich mit der Bitte um Vergebung und besserem Verhalten an den wenden, der von sich sagt: „ich bin das Licht der Welt“?