Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Brief des Apostel Paulus an die Christen in der Stadt Kolossä, Kapitel drei, Vers 17.
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
Aus unzähligen Kriminalfilmen dürfte es uns bekannt sein: In vielen Ländern der Welt sagen die Polizisten bei einer Verhaftung dazu, in wessen Namen bzw. Auftrag sie diese Amtshandlung durchführen. Zum Beispiel: „Im Namen des Gesetzes erkläre ich Sie für verhaftet!“ Und dann folgt die berühmte Rechtsbelehrung: „Sie haben das Recht, die Aussage zu verweigern. Wenn sie dennoch aussagen, kann alles, was Sie sagen, vor Gericht gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht auf einen Anwalt…“
Dadurch wird also deutlich: Was die Polizisten jetzt machen, machen sie nicht etwa aus eigenem Antrieb, sondern weil es vom Gesetz her so vorgeschrieben ist. Sie müssen beispielsweise auch dann Leute festnehmen, wenn sie persönlich diese Leute sehr mögen oder wenn sie das Vergehen, dessen die Leute beschuldigt werden, für unerheblich halten. Und auf der anderen Seite macht es deutlich: Bei der Ausführung dieser Handlung hält sich der Beamte an das, was der Auftraggeber, in dem Fall „das Gesetz“, vorsieht, wie eben beispielsweise die berühmte Rechtsbelehrung.
Unsere Tageslosung greift das auf und weitet es noch stark aus. Wir sollen alles, was wir machen, im Namen des Herrn Jesus machen. Also nicht nur berufliche Dinge, sondern auch alles in unserem alltäglichen Leben, ja, bis hin zu jedem Wort, welches über unsere Lippen geht.
Wie kann man das verstehen? Eine gute Hilfestellung zum Verständnis können einmal mehr Martin Luther und die Reformatoren sein.
Während man vorher im Mittelalter insbesondere das Leben der Nonnen und Mönche als besonders gottgefälliges Leben angesehen hat, setzten die Reformatoren hier völlig neue Akzente. Sie erklärten das gesamte alltägliche Leben eines gläubigen Christen zu einem Gottesdienst, also das der Hausfrau ebenso wie das der Geistlichen. Gott habe uns an unseren jeweiligen Platz im Leben bestellt. Dort sollen wir in seinem Namen handeln, uns also so verhalten, dass wir ein Aushängeschild, man könnte sagen eine Werbung für Gott sind. Und wie bei den oben erwähnten Verhaftungen macht das „im Auftrag des Herrn Jesus“ deutlich, dass er alleine dabei sagt, wo es langgeht. Dass wir auch in diesen ganzen alltäglichen Dingen und Reden an das gebunden sind, was Jesus uns sagt, und versuchen sollen, es bestmöglich umzusetzen.
Und was soll das dann mit der Dankbarkeit, die unsere Tageslosung auch noch so betont? Ist das noch einmal eine weitere Auflage obendrauf, was wir auch ja nicht vergessen dürfen bei allem, was wir tun?
Ich sehe das aus einem anderen Blickwinkel. Wenn wir Gott danken für das, was wir haben und sind, und diesen Dank eben nicht gedankenlos, sondern bewusst machen – dann kann es uns dabei helfen, das Gute in unserem Leben bewusst wahrzunehmen und nicht so leicht unzufrieden und verbittert zu werden.
Geht also in diesem Tag hinein im Namen des Herrn Jesus!