Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Samstag, 28. März 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Lukasevangelium, Kapitel 17, Vers 15.

Einer aber unter den zehn aussätzigen Männern, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme.

Es gibt einen jüdischen Witz aus der Zeit des Dritten Reichs (wobei man dazu sagen muss, dass jüdische Witze immer auch die Funktion hatten, den Leidensdruck bei Verfolgungen etwas erträglicher zu machen): Ein Jude sieht eines der vielen Propagandaplakate der Nazis, das an einer Hauswand hängt. Auf dem Plakat steht mit großen Worten: „Ein Deutscher lügt nicht!“ Doch der Jude betont den Satz anders, betont das Wort „ein“, und sagt dann vor sich hin: „Mieser Prozentsatz bei 80 Millionen!“

In Anlehnung an diesen alten Witz könnte man über die Geschichte sagen, aus der die neutestamentliche Losung stammt: „Einer kehrt zurück – ein mieser Prozentsatz bei zehn geheilten Männern!“

In der Geschichte geht es darum, dass Jesus mit seinen Jüngern unterwegs ist und sie außerhalb einer Ortschaft zehn aussätzige Männer stehen sehen. Aussatz, vermutlich das Wort für Lepra, ist eine furchtbare Krankheit, bei welcher der Körper Stück für Stück abstirbt, bei lebendigem Leib. Die Krankheit ist ansteckend und war damals gleichzeitig unheilbar; deshalb wurden die Aussätzigen aus den Ortschaften verbannt, durften sich keinem Menschen nähern, auch nicht ihre Familie, und wurden mit dem nötigen Sicherheitsabstand versorgt.

Hier also hausten zehn aussätzige Männer, und sie wussten, dass nur Gott sie heilen konnte. Als Jesus vorbeikam, von dem sie offensichtlich schon viel gehört hatten, baten sie ihn aus gebotenem Abstand, sich ihrer zu erbarmen. Jesus macht mit ihnen den Elchtest, ob sie wirklich glauben, und befiehlt ihnen, sich einem Priester zu zeigen; Priester waren damals dafür zuständig, bei einer unerklärlichen Heilung zu schauen, ob wirklich keine Zeichen von Aussatz mehr am Körper zu finden waren, und in einem solchen Fall hob er die Verbannung auf. Die Männer vertrauten auf das Wort von Jesus, gingen los, und wurden auf dem Weg geheilt.

Und dann kommt der miese Prozentsatz: Nur einer der zehn Leute hat den Anstand, zurückzukommen und sich für die Heilung zu bedanken. Wobei der Mann dabei alles richtig macht, er preist nämlich Gott für dessen Hilfe. Und was eine weitere Pointe der Geschichte ist: Dieser eine geheilte Mann war kein Jude, sondern aus dem Volk des Samariter, das mit den Juden verfeindet war.

Einer von zehn. Wie steht es damit bei uns? Das kann jede und jeder sich überlegen: Hätte er oder sie zu den neun gehört, oder wären wir der eine dankbare Mensch gewesen?

Wenn wir darüber nachdenken, können wir einfach mal überlegen, wie wir es alltäglich machen. Für wie viele Dinge, die uns Gott an Gutem gewährt, bedanken wir uns?

Wichtig ist schließlich, dass Jesus die Prozentzahlen egal sind, wenn es um den Einzelnen geht. Er ist traurig über die neun, die sich nicht mehr sehen lassen, aber freut sich sehr über den einen, der den Dreh raus hat. Und so entlässt er ihn mit freundlichen Worten.