Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Morgenimpuls für Montag, 16. März 2026
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht in Psalm 71, Vers 17.
Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.
Über diesen Vers habe ich vor einigen Jahren mal mit Jubiläumskonfirmanden gesprochen. Also mit Leuten, die damals vor 50, 60, 65 Jahren konfirmiert worden waren.
„Du hast mich von Jugend auf gelehrt.“ Das hat diese Senioren sehr an den damaligen Konfirmandenunterricht erinnert. Der bestand seinerzeit vor allen Dingen aus Lehre und Auswendiglernen. Damals musste man eine Menge auswendig lernen im Konfirmandenunterricht. Bibelstellen, Katechismus, einige Gesangbuchlieder. Und das ging streng schulmäßig zu! Die Pfarrer gaben den Konfirmanden sogar Noten für ihre Lernleistungen, die sich bis heute in den Unterlagen findet! Und wehe, wenn man dieses Wissen dann bei der Konfirmandenprüfung nicht parat hatte. Das gab dann heftigen Ärger mit der Familie, die sich durch das „faule Stück“ blamiert fühlte.
„Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt.“ Damals hatten die Jubilare so manches mal über diesen Druck gestöhnt. Aber in der Rückerinnerung war der eine oder die andere im Nachhinein doch auch froh darüber, so viel über unseren Glauben gelernt zu haben.
Ich habe sie damals gefragt: „Gab es vielleicht einige Worte der Bibel, die ihr damals gelernt habt und die euch später wichtig geworden sind? Habt ihr beispielsweise manchmal den Psalm 23 gesprochen, bestimmte Lieder oder Gebete, wenn euch danach gewesen ist? Ich bin ja bei manchen Krankenbesuchen immer wieder baff, wie viel manche alten Leute noch auswendig kennen. Ich fange einen Psalm an oder ein Gesangbuchlied – und die Leute sprechen es auswendig mit vorne bis hinten. Sie können vielleicht nicht mehr lesen, kaum mehr etwas sehen – aber sie tragen die Worte in ihrem Herzen.“ Und das konnten viele von ihnen bestätigen.
Man nennt diesen religiösen Schatz manchmal die „eiserne Ration“ eines Christenmenschen. Diese eiserne Ration ist deshalb wichtig, weil das Leben nicht nur aus Sonnenseiten besteht. Die Jubilare hatten viel Lebenserfahrung und wussten deshalb, dass das Leben eine verflixt große Handschuhnummer hat und darum hart zuschlagen kann, wie es Erich Kästner mal ausgedrückt hat. Da war die „eiserne Ration“ wichtig geworden.
Aber sie hatten auch immer wieder erlebt, was die Losung auch sagt: Dass sie unerwartet auch aus schweren Situationen wieder herausgekommen sind, ihnen das wie ein Wunder vorkam, und sie unseren Gott dafür loben und preisen konnten.