Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Freitag, 30. Januar 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Markusevangelium, sechstes Kapitel, Verse 41 und 42.

Jesus nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, dass sie sie ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle. Und sie aßen alle und wurden satt.

Ich habe an meinem jetzigen Dienstort vor Jahren einen sehr alten Mann beerdigt, von dem ich wusste, dass er noch in der berüchtigten Schlacht von Stalingrad gekämpft hat. Er war der zweite Überlebende dieses Gemetzels, den ich persönlich kennengelernt habe; der erste war einer meiner Vorgänger an meiner ersten Pfarrstelle gewesen, und auch er ist erst im hohen Alter gestorben.

Ich fand es mehr als erstaunlich, dass diese Männer so alt geworden waren, denn die Bedingungen bei diesem mörderischen Kampf waren dazu geeignet gewesen, die Gesundheit nachhaltig zu zerstören. Dazu gehörte auch der enorme Hunger. Die deutsche Luftwaffe schaffte es trotz aller großmäuliger Versprechen Görings nicht, die dort eingekesselten deutschen Soldaten aus der Luft zu versorgen. Das Wenige, was sie erreichte, musste unter vielen Leuten aufgeteilt werden. Und so hatten sie am Ende Rationen von gerade mal 60 Gramm Brot pro Mann und Tag, und das mitten in tiefem Frost.

Auch in der Geschichte, aus der die neutestamentliche Losung stammt, gibt es die Challenge (wie man denglisch sagen würde), 5000 Männer mit gerade mal fünf Broten und zwei Fischen zu versorgen, die Frauen und Kinder gar nicht mitgerechnet.

Aber dort lief es nicht so, dass für jeden gerade mal eine dünne Scheibe Brot übrigblieb. Sondern es wird berichtet: „Und sie aßen alle und wurden satt.“

Es wurde immer wieder versucht, das rational zu erklären. Eine der beliebtesten dieser Theorien: Etliche Leute aus der Menge hätten auch etwas zu essen dabeigehabt und hätten, inspiriert durch Jesus, ihr Vesper mit den anderen geteilt. Und so habe es schließlich für alle gereicht.

Eine schöne Idee, die natürlich ein wichtiges Anliegen von Jesus aufgreift, nämlich, dass wir miteinander teilen sollen, ohne Angst zu haben, dass es dann vielleicht nicht für uns selbst reicht. Also teilen im Vertrauen auf unseren Gott, ganz im Sinne der Bergpredigt.

Und doch geht es an dem vorbei, was uns Jesus durch dieses Ereignis zeigen möchte.

Es zeigt, wie fast alle Wunder Jesu, wie es sein wird am Ende der Zeit im Reich Gottes. Dort werden Hunger und Entbehrung keine Rolle mehr spielen. Alle werden satt und zufrieden sein, nicht etwa wegen gutem Teilen, sondern weil Gott die Fülle schenken wird.

Ich hoffe, dass auch die beiden Stalingrad Veteranen ihr Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt haben (ja, auch bei einem Pfarrer ist das ebenso wenig selbstverständlich wie bei allen anderen Menschen), und darum diese Fülle werden erleben dürfen an seiner Seite.