Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im ersten Kapitel des Johannesevangeliums, Vers 14.
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Ich habe mal einen uralten Witz aus Köln gehört. Schon vor vielen, vielen Jahren besuchte ein Kölner Kardinal den Papst in Rom. Als Gastgeschenk brachte er dem Papst seinen Papagei Koko mit. Der Papst hatte seine Freude an dem sehr gelehrigen Vogel. Doch eines störte ihn gewaltig. Wenn der Papagei ihn entdeckte, dann rief er, wie er es vom Erzbischof her gewohnt war: „Hallo, Euer Eminenz!“
Der Papst überlegte nun: Wie sollte er dem Papagei deutlich machen, dass er viel höher stand als ein Erzbischof und ihm deshalb auch ein anderer Titel zustand?
Schließlich kam er auf eine Idee. Er ließ seinen ganzen Hofstaat aufmarschieren. Die Schweizer Garde in ihren prächtigen Uniformen, die ganzen Kardinäle mit ihrem edlen Ornat usw. Er setzte sich auf den Thron in die Mitte und ließ dann den Papagei hereinbringen. Als Koko die prächtige Versammlung sah, zwinkerte er verwirrt. Doch dann schien er sich plötzlich zu erinnern, schlug aufgeregt mit den Flügeln und kreischte laut: „Kölle Alaaf!“
Heute wäre dieser Witz fehl am Platz, denn Papst Leo ist ein bescheidener Mann, der keinen gesteigerten Wert auf prächtiges Zeremoniell legt. Bei europäischen Herrscherhäusern sieht das noch anders aus. So habe ich beispielsweise mal einen Film über die Krönung von König Charles gesehen, mit was für einem gewaltigen Aufwand und Prunk diese uralten Zeremonien abgelaufen sind, oder auch, wenn er feierlich das Parlament eröffnet.
Was für eine Herrlichkeit hat man dann erst zu sehen bekommen, als der König der Welt, Gottes Sohn Jesus Christus, in unsere Welt gekommen ist? Der so genannte Prolog des Johannesevangeliums, die einleitenden Verse, aus denen unsere Tageslosung stammen, beschreiben dieses Wunder. Dass der König der Welt Mensch geworden ist, dass „Gottes Wort Fleisch wurde“. Dieser Abschnitt wird darum immer am zweiten Weihnachtsfeiertag vorgelesen.
Und die Tageslosung betont, dass wir seine Herrlichkeit gesehen haben. Wirklich Herrlichkeit? War etwa Prunk und Pomp zu sehen? Was man zu sehen bekam, war ein kleines Kind, unter elenden Verhältnissen in einem Stall geboren, die ersten Jahre auf der Flucht, aufgewachsen als Sohn einer einfachen Handwerkerfamilie, später als Wanderprediger durch das Land ziehend ohne ein festes Zuhause, und schließlich am Ende am Kreuz zu Tode gefoltert wie ein gemeiner Verbrecher. Soll das die Herrlichkeit Gottes sein?
Ja, das ist sie. Die Herrlichkeit Jesu Christi besteht darin, dass er alle Macht, allen himmlischen Reichtum aufgegeben hat, um für uns da zu sein, die gute Botschaft zu verkünden, und zu unserer Rettung zu sterben und aufzuerstehen. Mit seiner Auferstehung war dann Jesu Verherrlichung vollendet, wie es im Johannesevangelium immer wieder deutlich wird.
Ein ganz und gar ungewöhnlicher Herrscher, wie es auch in einem alten Weihnachtslied heißt:
„Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, / wie bist du worden so gering, / dass du da liegst auf dürrem Gras, / davon ein Rind und Esel aß!
Der Sammet und die Seiden dein, / das ist grob Heu und Windelein, / darauf du König groß und reich / herprangst, als wär’s dein Himmelreich.
Das hat also gefallen dir, / die Wahrheit anzuzeigen mir, / wie aller Welt Macht, Ehr und Gut / vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.“