Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Morgenimpuls für Dienstag, 3. Februar 2026
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch der Sprüche, Kapitel 17, Vers 5.
Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer, und wer sich über eines anderen Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.
Es gibt ein berühmtes Zitat, welches der französischen Königin Marie Antoinette zugeschrieben wird. Als die hungernde Bevölkerung von Paris vor dem Schloss demonstriert habe, da habe sie einen Offizier der Wachmannschaft gefragt, was die Leute denn wollten. Der Offizier habe geantwortet: „Majestät, die Leute haben kein Brot.“ Und da habe sie verständnislos zurückgegeben: „Dann sollen sie halt Kuchen essen!“
Dieser Satz machte rasch die Runde. Und obwohl er eher aufzeigen sollte, dass diese Königin keine Ahnung gehabt habe vom Elend des Volkes, wurde er rasch als Verhöhnung der hungernden Bevölkerung aufgefasst. Es war einer der Sätze, mit denen die Stimmung massiv aufgeheizt wurde, so dass die Königin am Ende ihrem Mann auf das Schafott gefolgt ist und auch ihren Kopf verloren hat.
Historisch verbürgt ist, dass es sich dabei um Rufmord gehandelt hat, sie hat das niemals gesagt. Da war sie auch von ihrer Mutter Maria Theresia völlig anders erzogen worden, die ihre Kinder beispielsweise mit Nahrungsmitteln zu armen Menschen geschickt hatte, damit sie lernen sollten, was Not und Elend bedeuten.
Aber klar ist: Wenn sich wirklich jemand über Leute im Elend lustig macht, ist das unterste Schublade. Und die Tageslosung sagt: Wer so etwas macht, der verspottet Gott den Schöpfer, der legt sich mit Gott selbst an.
Die Bibel legt uns deshalb immer wieder nahe, uns im Gegenteil mit den Armen solidarisch zu zeigen, mit ihnen zu teilen. Der Grundgedanke ist, dass Gott den reichen Menschen (und das sind wir hier in Deutschland, im Weltmaßstab gesehen) mehr gegeben hat, als sie brauchen, damit sie denen abgeben, die darauf angewiesen sind.
Das aber nicht von oben herunter – denn das wäre wieder eine Verspottung der Armen. In einem der „Don Camillo und Peppone“-Romane bekommt der Pfarrer eine große Menge Hilfsgüter geliefert, um sie an die notleidende Bevölkerung zu verteilen. Er lauert nur darauf, dass auch Kommunisten (die erklärten Feinde der katholischen Kirche) kommen würden, um ein Care-Paket zu erhalten. Dann wollte er ihnen zwar etwas geben, aber zugleich eine höhnische Bemerkung reinwürgen. Doch da hört er wieder die Stimme Jesu vom Kreuz her, die ihm sagt: „Gib deine Gabe dem Armen nicht so, wie man einem Hund einen Brocken hinwirft. Knie dich bei ihm hin, teile mit ihm und danke ihm, dass er dir erlaubt, an seiner Bedürftigkeit Anteil zu haben.“