Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Samstag, 31. Januar 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht in Psalm 92, Vers 5.

HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.

In einem mittlerweile schon älteren Witz wird darüber spekuliert, was eigentlich los ist, wenn im Sommer schon am frühen Morgen die ganzen Vögel draußen singen. Und in dem Witz wird gesagt: Eigentlich ist es nur ein Vogel, der so ungemein fröhlich ist und schon jubiliert, wenn es ein bisschen hell wird. Aber die anderen singen gar nicht, sondern motzen ihn die ganze Zeit nur an: „Kerl, halt doch endlich den Schnabel, wir wollen noch schlafen!“

Ja, manchen Leuten gehen so fröhliche „Morgenmenschen“ ganz schön auf den Zeiger. Die so ungemein gut gelaunt in den Tag starten und vielleicht schon unter der Dusche singen. Gut, mein schräger Gesang nervt zu jeder Tageszeit, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Doch nicht nur große Fröhlichkeit am Morgen scheint mir fast verpönt zu sein in unserer Gesellschaft. Wenn man mal von organisiertem Gelächter wie in den Prunksitzungen an Fasching mal absieht, habe ich das Gefühl, dass ein Stück weit oft ein frostiger Ernst über unserem Land liegt. Schon vor etlichen Jahren sang Reinhard Mey in seinem Lied „Annabelle“ über seine (fiktive) Freundin: „Früher hab‘ ich nämlich gerne mal gelacht, doch auch hier hat sie mich weitergebracht. Heut‘ weiß ich, die Lacherei war reaktionär, infolgedessen denk‘ ich nach und schreit‘ ernst einher.“

Warum eigentlich? Haben wir keinen Grund, fröhlich zu sein? Wenn wir darüber nachdenken, wie viel Gutes Gott uns doch tut, auch wenn es natürlich daneben schwere Zeiten im Leben gibt? Ist das kein Grund, fröhlich zu sein, und das auch nach außen zu zeigen? Ist es nicht vielleicht sogar ein Stück Undankbarkeit, wenn Gott uns zur Seite steht, aber wir ein Gesicht machen, als hätten wir gerade wieder etwas über einen bestimmten Politiker in den USA gehört?

Der Psalmbeter in unserer heutigen Tageslosung hat jedenfalls keine Probleme damit, Gott fröhlich zu danken, und auch zu singen. Und dafür geht er vermutlich nicht in den Keller, sondern macht es auch vor anderen Menschen.

Ja, eine solche spontane Fröhlichkeit über Gottes große Taten wünsche ich uns allen heute.