Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 66, Vers 10.
Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.
Jerusalem – eine Stadt mit einer sehr wechselhaften Geschichte. Eine jüdische Legende sagt dazu: „Als Gott die Schönheit erschuf, gab er neun von zehn Teilen (gemeint: 90 Prozent) davon Jerusalem. Und als Gott das Leid erschuf, gab er ebenfalls neun von zehn Teilen davon Jerusalem.“
Wie schön Jerusalem als Stadt ist, darüber kann man trefflich streiten – sicher ist auf jeden Fall, dass die Stadt wirklich entsetzliche Dinge durchmachen musste im Lauf ihrer Geschichte. Sie wurde mehrfach erobert und zerstört, war immer wieder heftig umkämpft, es fanden dort furchtbare Massaker statt, Frieden war ihr nur immer in sehr begrenzten Zeitabschnitten vergönnt.
Gleichzeitig war und ist diese Stadt das religiöse Zentrum schlechthin. Dort standen der erste und der zweite Tempel des Volkes Israel (der erste wurde 587 v. Chr. von den Babyloniern zerstört, der zweite 70 n. Chr. von den Römern), dort fanden die Passion, der Kreuzestod und die Auferstehung Jesu statt, dort ist nach muslimischem Glauben Mohammed zum Himmel hinaufgeritten, und noch heute ist es die heilige Stadt gleich dreier Weltreligionen, Christentum, Judentum und Islam.
In der Altstadt steht die Grabeskirche an der Stelle, wo der Überlieferung nach Jesus begraben wurde, auf dem Platz des früheren Tempels stehen zwei muslimische Heiligtümer, Felsendom und Al Aqsa Moschee. Darunter an der so genannten Klagemauer, dem letzten Überrest des jüdischen Tempels, beten jeden Tag unzählige Juden. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Konflikten, wenn beispielsweise manche Muslime wieder einmal der Hafer sticht und sie vom Tempelberg herunter Steine auf die an der Klagemauer betenden Juden werfen, und dann die israelischen Sicherheitskräfte durchgreifen müssen.
Aber in einem sind sich die biblischen Prophezeiungen einig: Wenn das Reich Gottes kommen wird, die Heilszeit nach dem Ende unserer jetzigen Weltzeit, wird es Jerusalem gut gehen, wird es ein Ort der Freude sein. Das meint auch unsere heutige Tageslosung.
Wobei das Neue Testament im Buch der Offenbarung das etwas umgedeutet: Gemeint sei nicht das irdische Jerusalem, sondern ein himmlisches Jerusalem, das von Gott herabkommen werde. So heißt es in der berühmten Prophezeiung in Offenbarung 21, die auch gerne bei Beerdigungen zitiert wird:
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Auf jeden Fall ist eines klar: Jerusalem kann für einen Gläubigen Menschen niemals „irgendeine Stadt“ sein – wir sind angehalten, für sie, für ihre Bewohner, für ihren Frieden immer wieder neu zu beten.