Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Morgenimpuls für Samstag, 29. November 2025
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht in Psalm 84, Vers 11.
Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.
Morgen haben wir also die Wahlen zum neuen Kirchengemeinderat. In vielen Kirchengemeinden sind etliche der bisherigen Amtsinhaber nicht wieder angetreten. Einer der Gründe dafür war die sogenannte Beampelung der Kirchen. Das war ein Prozess in der badischen Landeskirche in den zurückliegenden Jahren, bei dem die Kirchen (und Gemeindehäuser) klassifiziert wurden. Manche Kirchen wurden auf grün eingestuft, was bedeutet, dass man weiterhin Zuschüsse der Landeskirche für Renovierungen und so weiter bekommt. Andere dagegen auf rot, für sie gibt es kein Geld mehr, die Gemeinden müssen sie also selbst unterhalten oder aber irgendwie abstoßen. Bei denen mit der Farbe gelb ist es noch nicht entschieden.
Man kann sich vorstellen, dass diese Entscheidungsprozesse auch die Ehrenamtlichen viel Kraft und Nerven gekostet haben. Verständlich, dass manche dieses Amt nicht verlängern wollen.
Natürlich war es kein böser Wille, wegen dem die Klassifizierung erfolgt ist. Sondern es lag schlicht und einfach daran, dass die große Zahl der Gebäude, viele davon historisch und unter Denkmalschutz, die finanziellen Ressourcen überfordern, zumal bei zurückgehenden Zahlen von Gemeindeglliedern, und man deshalb reduzieren muss.
Solche Überlegungen gab es aber auch schon in früheren Jahren. Ich kann mich an den Besuch bei einem alten Ehepaar erinnern, bei dem die alten Leute darüber entsetzt waren und gesagt haben: „Was war den Juden doch ihr Tempel!“ Sie waren bibelfest und wussten deshalb, mit wie großem Aufwand im Alten Testament der Tempel in Jerusalem gebaut und unterhalten wurde. Er galt als Wohnstätte Gottes, weshalb man nicht daran gegeizt hat, soweit es irgendwie ging.
Die gewaltige Bedeutung des Hauses Gottes wird auch in unserer Tageslosung deutlich. Sie stammt aus einem Psalm, in dem der Beter seine große Liebe zum Haus Gottes betont. Und in der Tageslosung steigert das der Mann noch: Er würde tausend Tage Lebenszeit eintauschen gegen nur einen einzigen Tag in den Vorhöfen Gottes, also in den Höfen des Tempels von Jerusalem.
Natürlich kann man unsere Kirchen nicht mit diesem zentralen Heiligtum in Jerusalem gleichsetzen, dem Ort, wo laut der Bibel Gott seinen Namen wohnen ließ.
Und dennoch ist mir die Tageslosung wieder ein Ansporn dafür, unsere Kirchengebäude nicht nur unter dem finanziellen Aspekt zu sehen, oder unter dem der Nostalgie, sondern deutlich zu machen, dass sie um einiges mehr sind.
In einer meiner ersten Kirchen, für die ich als Gemeindepfarrer zuständig war, war über dem Eingang von außen ein blauer Halbkreis gemalt. Und als ich nach dem Grund dafür fragte, wurde mir erklärt: Wer die Kirche betritt, betritt gleichzeitig auch ein Stück weit bereits den Himmel.