Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Johannesevangelium, Kapitel 6, Vers 37. Dort spricht Jesus:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!
Während der Hochphase der Pandemie habe ich immer wieder einmal Szenen wie diese beobachtet: Vor dem Baumarkt hatte sich eine große Schlange von Leuten gebildet, die in den Baumarkt hineinwollten. Alle hatten einen Einkaufswagen, alle standen brav mit Abstand in einer Reihe, und die Schlange reichte weit zurück.
Der Grund: Um zu viel Gedränge zu vermeiden, hatte der Baumarkt aus Infektionsschutzgründen eine Höchstzahl von Kunden festgelegt, die gleichzeitig dort einkaufen konnten. Da diese Zahl erreicht war, sorgte Personal am Eingang dafür, dass nur noch jeweils ein Kunde hineindurfte, wenn ein anderer das Gebäude verließ. Und so entstand die lange Schlange, die mich an Besuche in Ostberlin zu Zeiten der DDR erinnert hat.
Was aber war mit den Leuten, die so lange dort warten mussten, dass der Baumarkt geschlossen hat, bevor sie eingelassen werden konnten? Einfache Antwort: Die haben halt Pech gehabt. Für die hat der berühmte Satz des Genossen Gorbatschow gegolten: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“
Nun gab es natürlich Zulassungsbeschränkungen nicht nur wegen der Coronakrise. Ein anderes Beispiel: Dass in manchen Ländern genau festgelegt wird, wie viele Flüchtlinge pro Jahr in diesem Land aufgenommen werden. Wenn diese Zahl erreicht wird, bleiben die anderen draußen vor der Tür.
Gibt es das eigentlich auch bei unserem Gott? Höchstmengen? Einlassbeschränkungen?
Solche Gedanken geistern ja immer wieder einmal durch die Köpfe. Die Zeugen Jehovas beispielsweise gehen (in ihrer häufigen verdrehten Interpretation von Bibelstellen) davon aus, dass nur 144.000 Menschen in den Himmel kommen und dort mit Jesus regieren werden. Die Sammlung dieser Menschen wurde nach ihrer Lehre schon etwa im Jahr 1930 abgeschlossen. Und es ist namentlich bekannt, wer dazugehört. Nur solche Menschen haben übrigens das Recht, bei dem einmal im Jahr gefeierten Abendmahl der Zeugen Jehovas mitzumachen, alle anderen dürfen es lediglich beobachten. Oder besser: hatten das Recht zur Teilnahme, denn natürlich dürfte kaum mehr jemand aus diesem Kreis noch am Leben sein.
Natürlich gibt es einen Trostpreis für diejenigen Zeugen Jehovas, die nicht zu den 144.000 gehören: Sie werden immerhin auf einer paradiesischen Erde leben. Ein Zeuge Jehovas sagte mir mal, das sei ihm sogar lieber, denn es sei ja um einiges stressfreier, auf einer paradiesischen Erde seine Äpfel zu pflücken, als oben im Himmel regieren zu müssen…
Aber all solche Überlegungen sind von der Bibel her reiner Unfug. Tatsache ist, dass Gottes Türen für alle Menschen offenstehen, die zu ihm kommen wollen. Und wer hier in diesem Leben mit Christus verbunden ist, der wird es auch in der Ewigkeit sein, der wird auch nach der Auferstehung der Toten seinen Platz bei Gott haben. Und zwar einen regulären Platz, nicht nur einen Trostpreis.
In einem Abendmahlslied heißt es deshalb: „Sein Haus hat off‘ne Türen, er ruft uns in Geduld. Will alle zu sich führen, auch die mit Not und Schuld.“
Niemand muss also befürchten, dass für ihn oder sie kein Platz mehr im Himmel wäre. Allerdings macht Jesus auch immer wieder deutlich, zum Beispiel in dem Gleichnis von den zehn törichten und zehn klugen Jungfrauen (Matthäus 25,1-13): Auch da kann es ein „zu spät kommen“ geben, wenn wir uns nicht während unseres irdischen Lebens bzw. vor der Rückkehr Jesu Christi für ihn entscheiden werden. Doch am Platz wird es auf keinen Fall fehlen.