Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Johannesevangelium, Kapitel 16, Vers 7. Dort sagt Jesus zu seinen Jüngern:
Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.
Gestern hatten wir den Gesprächsgottesdienst der Konfirmanden. Einer der Höhepunkte war das Lied, das sie dort vorgesungen haben: „Prince of Peace“. Ein gesangsmäßig sehr anspruchsvolles Lied, das nur bei einer so singstarken Gruppe wie unserer derzeitigen gelingen kann.
Vor vielen Jahren hatte ich schon mal eine solche Konfigruppe. Sie performte auf grandiose Weise ein Lied aus dem Film „Sister Act“, „I will follow him“, „ich werde ihm nachfolgen“. Darin geht es darum, Jesus treu zu sein und ihm bei allem zu folgen. Ich zitiere aus der deutschen Übersetzung:
„Ich werde ihm folgen, ihm folgen, wo auch immer er hin geht. Es gibt keinen Ozean, der so tief wäre, keinen Berg, der so hoch wäre, dass er mich fernhalten kann.“
Jesus folgen, wohin er auch geht. Na toll, werden sich da vielleicht manche denken. Wo ist er denn, dass ich ihm folgen soll? Ich sehe ihn ja nicht! Andere wird vielleicht durch den Kopf gehen: An Himmelfahrt ist Jesus in den Himmel zurückgekehrt. Wie sollen wir ihm dorthin folgen?
Vor dem Problem haben auch die Jünger von Jesus gestanden. Was soll bloß aus der Sache mit Jesus werden, wenn er zurückgeht in den Himmel, wenn er nicht mehr unter uns ist? Wie sollen wir ihm da nachfolgen? „I will follow him“ – ja, aber wie?
In der Situation sagt Jesus zu ihnen die Worte aus der neutestamentlichen Losung: „Es ist gut für euch, dass ich weggehe.“ Warum soll das denn gut sein? Ist Jesus etwa ein Typ, den man lieber von hinten als von vorne sieht? Ohne den man besser auskommt?
Keineswegs! Sondern Jesus kündigt an: Vom Himmel aus werde ich euch jemanden schicken. Und auf den seid ihr dringend angewiesen. Jesus sagt: „Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“
Jesus hat seinen Tröster zu uns geschickt. An Pfingsten kam dieser Tröster vom Himmel zur christlichen Gemeinde. Der Heilige Geist. Tröster, übersetzt Luther. Im Griechischen steht hier das Wort „Paraklet“. Und das bedeutet nicht nur „Tröster“. Es bedeutet auch: Helfer. Ermahner. Wegweiser. Beistand.
Jesus hat seinen Heiligen Geist zu uns geschickt. Dieser Heilige Geist ist ein Kraftpaket Gottes. Voller Power, voller Energie. Er tröstet, hilft, zeigt uns den richtigen Weg.
Es gibt ein tolles Lied über den Heiligen Geist, das in einer meiner früheren Gemeinden sehr gerne gesungen wurde. Das Lied heißt: „Rückenwind“.
Darin heißt es: „Du bist der Herr, der mein Haupt erhebt, du bist die Kraft, die mein Herz belebt. Du bist die Stimme, die mich ruft, du gibst mir Rückenwind. / Du flößt mir Vertrauen ein, treibst meine Ängste aus. Du glaubst an mich, traust mir was zu und forderst mich heraus. / Deine Liebe ist ein Wasserfall auf meinem Wüstensand, und wenn ich mir nicht sicher bin, führt mich deine Hand. / Wind des Herrn, weh in meinem Leben, Geist des Herrn, fach das Feuer an. Wind des Herrn, du hast mir Kraft gegeben, Geist des Herrn, sei mein Rückenwind.“
Jesus ging in den Himmel – und er hat seinen Heiligen Geist zu uns geschickt. Den Rückenwind, den Tröster, den Helfer, den Ermahner, den Wegweiser, den Beistand. Und er wird uns auch den Weg zeigen, wie wir Jesus folgen können – mitten in unserem alltäglichen Leben.