Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

Den aktuellen Morgenimpuls können Sie jeweils auch hier lesen!

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Morgenimpuls für Donnerstag, 1. Oktober 2020

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im 1. Brief des Apostel Paulus an die Korinther, Kapitel 15. Dort schreibt Paulus:

Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

Gestern fand das erste Fernsehduell zwischen Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden statt. Eine Bekannte, die in Amerika lebt, schrieb mir hinterher, sie habe sich für das Schauspiel geschämt.

Denn eigentlich soll es darum gehen, dass der Moderator Themen vorgibt und die beiden Kandidaten den Wählern jeweils ihre Vorstellung dazu darlegen, gerne auch mal mit einem Seitenhieb auf den Gegner, aber eben nur gelegentlich. Doch Donald Trump machte daraus von Anfang an eine Schlammschlacht, fiel seinem Konkurrenten ständig ins Wort, hielt sich an kein Thema, und schlug permanent verbal unter die Gürtellinie. Davon ließ sich sein Gegenkandidat teilweise anstecken und feuerte auch ein paar Wortgranaten ab, bei denen man sich fragen konnte: Sind wir hier im Kindergarten?

Man kann nur ahnen, wie der Wahlkampf weitergehen wird. Typisch ist, dass beide Seiten in einem solchen schmutzigen Wahlkampf versuchen, die Leichen im Kleiderschrank des jeweiligen Gegners zu finden, sprich: Dunkle Punkte in seiner Vergangenheit, welche die Wähler gegen ihn aufbringen könnten

Auch der Apostel Paulus hat Gegner gehabt, die teilweise unter die Gürtellinie geschlagen haben, er nennt sie spöttisch die „Superapostel“. Doch er nimmt ihnen den Wind aus den Segeln, indem er frei und offen über seine Skelette im Kleiderschrank redet.

Und er hat ein ganz dickes zu bieten: Paulus war zu Beginn kein Christ, sondern fanatischer Feind des christlichen Glaubens. Er nahm an der Verfolgung von Christen teil, betrachtete sie als Gotteslästerer und Brecher des göttlichen Gesetzes, und versuchte, sie den Gerichten zu überstellen.

Bei einer solchen Reise begegnete ihm Jesus, Paulus erkannte, wie sehr er auf dem Holzweg war, und wendete sich um 180 Grad. Aus dem Christenverfolger wurde ein Apostel.

Wie radikal dieser Wandel gewesen ist, mache ich meinen Schülerinnen und Schülern manchmal so deutlich: Stellt euch vor, es wäre gemeldet worden, dass Osama bin Laden Christ geworden sei und nun als Missionar für die Sache von Jesus durch die Gegend ziehen würde…

Paulus gibt unumwunden zu: Er hätte es nicht verdient, Apostel zu sein, bei dieser Vergangenheit. Doch Gott hat ihn dazu ausersehen.

Dieses Beispiel, aber auch viele andere in der Bibel können uns deutlich machen: Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Egal, was in deiner  Vergangenheit mit dir los war, wie du gelebt hast, Gott kann mit dir große Dinge verrichten. Wie auch immer deine Vergangenheit ausgesehen hat, wenn du dich dich Gott zuwendest, hat er eine Zukunft mit dir vor.

Deshalb ist Paulus nicht wirklich selbstbewusst, sondern sendungsbewusst. Und das darf jeder Christenmensch auch sein.