Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

Den aktuellen Morgenimpuls können Sie jeweils auch hier lesen!

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Morgenimpuls für Mittwoch, 24. Februar 2021

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Matthäusevangelium, Kapitel 14, Vers 20.

Sie saßen alle und wurden satt und sammelten auf, was an Brocken übrigblieb, zwölf Körbe voll.

Ich habe ja schon einmal erzählt, dass ich mein Theologiestudium an der Kirchlichen Hochschule in Bethel begonnen habe. Bethel ist ein eigener kleiner Stadtteil von Bielefeld, in einem Seitental des Teutoburger Waldes gelegen, und eine Welt für sich. Denn diese Siedlung besteht aus den Wohnheimen und Einrichtungen, die Friedrich Bodelschwingh der Ältere, genannt „Vater Bodelschwingh“, vor weit über 100 Jahren für behinderte Menschen gegründet hat. Dort siedelte er auch eine Kirchliche Hochschule an (und spart euch bitte jetzt die Witze darüber, was er damit über Pfarrerinnen und Pfarrer aussagen wollte).

Unter anderem gibt es in Bethel eine ganze Reihe von Handwerksbetrieben und Firmen, in denen behinderten Menschen arbeiten und soweit möglich auch einen Beruf erlernen können. Und eine von ihnen geht von ihrem Namen her auf die Geschichte hinter unserer Tageslosung zurück: die „Brockensammlung“.

Die Tageslosung beschreibt, was nach einem der bekanntesten Wunder von Jesus passiert ist, der so genannten Speisung der 5000: Die Menge an Brot und Fischen, die Jesus wundersam vermehrt hat, war nicht nur ausreichend, um die vielen Menschen zu versorgen. Sondern es reichte iwwerisch, wie man in der pfälzischen Heimat meiner Eltern sagen würde. Also: Es war so viel, dass sogar noch etwas übrigblieb. Und diese vielen Brocken Brot hat man nicht etwa einfach auf dem Boden liegenlassen, sondern aus Respekt vor den Gaben Gottes eingesammelt in Körbe, um es später noch essen zu können. Es war ein schönes Beispiel für die Fülle, die Jesus schenkt, und ein Vorgeschmack auf das Reich Gottes.

Dies nun wird in der genannten Brockensammlung in Bethel umgesetzt. Auch dort sammelt man die „übrigen Brocken“, damit es nicht weggeworfen werden muss. Allerdings geht es dort nicht um Brot, sondern um viele Dinge, die unsere reiche Gesellschaft nicht mehr braucht oder nicht mehr zu brauchen meint.

Bekannte Beispiele sind die Bethelsammlung, bei der jedes Jahr in vielen Kirchengemeinden große Mengen an Altkleidern gesammelt und nach Bethel geschickt werden, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie nach Möglichkeit ausbessern und so weit wieder aufbereiten, dass man sie in Geschäften für Second-Hand-Kleidung verwenden kann, oder zumindest in den Kleiderkammern mancher Kirchengemeinden. Oder aber die Aktion „Briefmarken für Bethel“, bei der viele Menschen wie auch ganze Kirchengemeinde die Briefmarken von Briefumschlägen ausschneiden, wenn sie Post bekommen haben, und diese gesammelt nach Bethel schicken; dort lösen die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie vorsichtig ab, sortieren und katalogisieren sie, und verkaufen sie dann an Briefmarkensammler in aller Welt.

Ich war mehrmals zu Gast in dieser Einrichtung, weil ich sie faszinierend finde. In Zeiten der knapper werdenden Ressourcen und des Bewusstseins für den Klimawandel wird dieses wichtige biblische Prinzip wieder neu entdeckt: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkomme.