Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Morgenimpuls für Donnerstag, 12. März 2026
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 53, Vers fünf.
Durch seine Wunden sind wir geheilt.
Dieser Satz aus dem Buch Jesaja wurde schon von den frühen Christen zitiert, um zu verdeutlichen, was Jesus am Kreuz für uns getan hat. Weil er verwundet wurde, brauchen wir keine Wunden zu ertragen, müssen wir keine Strafe von Gott befürchten.
Zur Verdeutlichung wird manchmal gesagt, dass Jesus für uns der „Prügelknabe“ gewesen sei. Das ist heutzutage nur noch eine sprichwörtliche Aussage, deren ursprüngliche Bedeutung manchem gar nicht mehr bewusst ist.
Die Institution des Prügelknaben kommt aus Herrscherhäusern früherer Jahrhunderte. Damals waren Prügel die übliche Strafe für Kinder, die sich danebenbenommen haben.
Allerdings gab es ein gewaltiges Problem. Was sollte man machen, wenn einer der Prinzen, einer der Söhne des Herrschers selbst etwas ausgefressen hatte? Es galt als unschicklich, dass ein solcher hochgestellter Knabe von seinen Erziehern verprügelt wurde. Das wäre im damaligem Denken eine unverzeihliche Grenzüberschreitung gewesen.
Und darum gab es an etlichen Höfen den Prügelknaben. Das war ein mit dem Prinzen etwa gleichaltriger Junge, der gemeinsam mit ihm aufwuchs.
Es wurde in solchen Fällen dann so gemacht, dass anstelle des Prinzen der Prügelknabe den Hintern versohlt bekam. Damit war „die Untat gesühnt“, aber die Würde des Prinzen blieb erhalten. Häufig wurde es dann auch so geregelt, dass der Prinz „aus seinem eigenen Taschengeld“ den Prügelknaben für die erlittenen Schläge entschädigen musste.
Mit einem solchen Prügelknaben also wird Jesus manchmal verglichen bei seinem Opfertod am Kreuz. Passt dieser Vergleich?
Ein Stück weit natürlich schon; weil er „die Schläge kassiert hat“, die wir verdient hätten, werden wir nicht bestraft, bleiben wir heil.
Doch es gibt auch gewaltige Unterschiede. Drei davon möchte ich hier aufführen.
Zum ersten: Während der Prügelknabe nicht gefragt wurde, ob er bereit war, sich anstelle des Prinzen übers Knie legen zu lassen, hat Jesus bewusst sein Ja zu diesem Opfertod für uns gesprochen – trotz aller seiner Angst und Verzweiflung im Garten Gethsemane hat er sich dazu durchgerungen.
Zum zweiten: Damals wurde der Sohn des Herrschers verschont, und ein Junge aus niedrigem Stand dafür bestraft. Bei Jesus war es genau umgekehrt: Der Sohn des allmächtigen Herrschers der Welt wurde bestraft, damit wir Geringen straffrei ausgehen.
Und zum dritten: Während der Prügelknabe vom Prinzen entschädigt wurde, erwartet Jesus von uns keinerlei Entschädigung, sie wäre auch gar nicht möglich; wir aber haben oft nicht einmal genügend Anstand, ihm wenigstens dafür von Herzen zu danken. Sondern, wenn wir ehrlich sein sollen: Manchmal machen wir uns die Sache bewusst, oft aber haben wir uns mittlerweile so sehr an das Opfer von Jesus gewöhnt, dass wir nicht mehr groß darüber nachdenken
Wirklich vergleichbar ist also die Rettungstat Jesu nicht mit dem damaligen Prügelknaben; und doch kann durch den Vergleich deutlicher herausgestellt werden, was Jesus für uns getan hat.