Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch Ruth, Kapitel 2, Vers 12. Dort spricht ein Mann namens Boas:
Du bist gekommen zu dem HERRN, dass du unter seinen Flügeln Zuflucht hättest.
Wenn ein Brautpaar evangelisch oder ökumenisch getraut wird, dann gehört es bei der Vorbereitung dazu, dass sich die beiden einen sogenannten Trauspruch aus der Bibel aussuchen. Wobei meine Erfahrung zeigt, dass dies häufig vornehmlich von den Frauen gemacht wird, und die Männer dann lediglich (mehr oder weniger interessiert) zustimmen.
Und da gibt es manchmal etwas, was mich schmunzeln macht, worauf ich die jungen Leute auch hinweise, was sie häufig etwas irritiert, aber dann doch nicht dazu führt, ihre Auswahl nochmals zu überdenken.
Es geht um Doppelvers aus dem Buch Ruth, aus dem auch unsere heutige Tageslosung stammt. Und dieser Doppelvers, der dann meist in Auswahl zitiert wird, lautet: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.“
Schön, wenn das Frau und Mann zueinander sagen können, nicht wahr? Das Problem ist nur: An dieser Stelle in der Bibel sagt das nicht eine Frau zum Mann oder umgekehrt, sondern eine Frau namens Ruth zu ihrer Schwiegermutter.
Diese Schwiegermutter, sie heißt Naomi, hatte einst mit ihrem Mann die Heimat verlassen, den kleinen Ort Bethlehem, also den späteren Geburtsort von Jesus. Und ist ins Ausland abgewandert, in das Gebiet der Moabiter, die auch andere Gottheiten verehrten und nicht den Gott Israels. Die beiden Söhne heirateten dort, einer von ihnen eben Ruth.
Doch dann starben Naomis Mann und die beiden Söhne. Die drei Frauen blieben unversorgt zurück. Daraufhin entschloss sich Naomi, in ihre alte Heimat zurückzukehren, nach Bethlehem.
Die beiden Schwiegertöchter wollten sie begleiten. Naomi versuchte, sie davon abzubringen, da dort nur ein hartes Leben auf sie warten würde; sie sollten sich doch hier in ihrem Heimatland neue Ehemänner suchen. Eine drehte dann wirklich um, doch Ruth sprach diese legendären Worte zu Naomi und ging mit ihr nach Bethlehem.
Und das bedeutete für Ruth eben auch, wegen der unterschiedlichen verehrten Gottheiten, einen Religionswechsel. Sie ging zum Stamm Juda mit ihrer Schwiegermutter, wo nur der Herr, der Gott Israels verehrt wurde.
Mühsam hielten sich die beiden Frauen in Bethlehem über Wasser. Dabei half ihnen das biblische Armenrecht. Es erlaubte den Armen, bei der Ernte die Ähren vom Feld aufzulesen, welche die Arbeiter des jeweiligen Bauern dort stehen gelassen oder fallen gelassen hatten. So machte es Ruth auch auf dem Feld von Boas, einem reichen Verwandten von der Naomis verstorbenen Mann.
Das bekommt Boas mit, und äußert sich dann derart lobend gegenüber Ruth, eben die Verse unserer Tageslosung. Er macht ihr dadurch deutlich: Durch deinen Umzug nach Bethlehem mit Naomi hast du dich auch in die Hände des Gottes Israel begeben; er wird für dich sorgen, unter seinen Flügeln wirst du Zuflucht haben wie ein Küken unter dem Flügel der Glucke.
So kam es denn wirklich; ebenfalls in Befolgung von Geboten der Bibel heiratete Boas bald darauf Ruth, um sie zu versorgen; die beiden wurden ein glückliches Paar, und zu Urgroßeltern der späteren König Davids.
Und durch diese letzte Wendung passt es dann doch zu einer Trauung, ein Vers aus Ruth zu zitieren. Doch ich möchte ihm die heutige Tageslosung ergänzen: Es ist niemals falsch, sich unter die Flügel unseres Gottes zu flüchten.