Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
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Morgenimpuls für Samstag, 14. März 2026
Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im 2. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 2.
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.
Aus Anlass der Landtagswahl vorigen Sonntag habe ich aus Neugier mal eine Weile in der Verfassung des Landes Baden-Württemberg gelesen.
Und ich habe verblüfft festgestellt, dass die sogenannte Präambel, also die „Überschrift“ vor Beginn der einzelnen Paragraphen, im wesentlichen Kern identisch ist mit der Präambel des Grundgesetzes. In beiden Verfassungen wird gesagt, dass sich das deutsche Volk bzw. das Volk von Baden-Württemberg die jeweilige Verfassung gegeben habe „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen.“
Es gibt zumindest beim Grundgesetz einige Schreihälse, die lautstark fordern, Gott aus der Präambel zu streichen. So etwas habe in einem modernen Staat nichts zu suchen. Dabei war es eine dringend nötige Konsequenz aus dem, was in der Nazizeit geschehen ist. Die Erinnerung daran: Wir müssen uns bei allem staatlichen Handeln nicht nur vor Menschen verantworten, sondern auch vor unserem Gott, den wir nicht täuschen oder manipulieren können und der uns ewige Gesetze gegeben hat. Mit denen das massiv kollidiert ist, was das Dritte Reich gemacht hat. Würden wir Gott aus der Verfassung streichen, dann würden wir so tun, als hätten wir wieder Narrenfreiheit.
Ja, diese einleitenden Formulierungen sind viel wichtiger, als wir denken. Und das gilt auch für den Satz, der unsere heutige Losung ist. Denn er ist gewissermaßen die Präambel für die Zehn Gebote. Die Basis, auf der sie ruhen.
Diese Basis ist: Gott hat sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Die Zehn Gebote sollen dazu dienen, dass sie diese Freiheit bewahren und sich nicht erneut in böse Abhängigkeiten begeben.
Das können wir nun im einzelnen durchdeklinieren. Das erste Gebot soll davor bewahren, uns an scheinbare Götter zu hängen, die nicht helfen können. Das zweite Gebot davor, unsere Verbindung zu Gott aufs Spiel zu setzen. Das dritte Gebot davor, die Arbeit zum Götzen in unserem Leben zu machen. Das vierte Gebot, unseren Kindern ein schlechtes Vorbild im Umgang mit alten Eltern zu geben, was eines Tages auf uns zurückfallen würde, wenn wir selbst alt sind. Das fünfte Gebot soll die körperliche und seelische Unversehrtheit als Basis für die Freiheit erhalten, das sechste Gebot uns davor bewahren, durch Ehebruch in böse Abhängigkeiten zu kommen, das siebte unsere wirtschaftliche Basis der Freiheit, das achte uns davor schützen, durch falsche Aussagen und Verleumdung äußerlich oder innerlich unfrei zu werden, das neunte und zehnte uns selbst davor bewahren, durch Neid und Missgunst unser Leben zu verderben. – Nur ein kurzer Durchgang im Schweinsgalopp.
Ich hoffe, dass wir die Präambel der genannten beiden Verfassungen wie auch diesen Vorspruch zu den Zehn Geboten niemals aus den Augen verlieren werden.