Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Donnerstag, 30. April 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Psalm 90, Vers vier.

1000 Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

In seiner berühmten Relativitätstheorie legt Albert Einstein dar, dass auch Zeit nicht absolut, sondern relativ ist.

Was das Zeitempfinden angeht, lernen das bereits junge Leute kennen. Wenn sie beispielsweise in einer sehr langweiligen Schulstunde sitzen, dann scheint der Zeiger der Uhr förmlich festzukleben, sich kaum vorwärtszubewegen; wenn ein junger Mann dagegen endlich mal wieder die Gelegenheit hat, einen Nachmittag mit seiner Freundin zu verbringen, dann scheint sich der Zeiger der Uhr in einen Propeller zu verwandeln.

Ja, selbst innerhalb von eigentlich ein und derselben Sache ist es relativ: Ist die Schulstunde langweilig, vergeht die Zeit quälend, aber wenn man eine Klassenarbeit schreibt, schauen die Schüler manchmal auf die Uhr und sind entsetzt darüber, wie viel Zeit bereits vergangen ist und wie wenig ihnen noch für die verbleibenden Aufgaben bleibt.

Doch bei unserem Gott ist nicht nur das Zeitgefühl relativ, sondern die Zeit selbst ist bei ihm nicht mit dem vergleichbar, was wir unter Zeit verstehen. Bei ihm sind tausend Jahre wie ein Tag, sagt die Losung, oder auch umgekehrt – ein Tag wie tausend Jahre. Wer zeitlos ewig ist wie unser Gott, kann nicht in den gleichen Zeitkategorien gemessen werden wie wir. Und auch nicht das, was er tut.

Das ist mir beispielsweise wichtig beim biblischen Schöpfungsbericht. Manche Kritiker unseres Glaubens hängen sich ja daran auf, dass hier von einer Schöpfung in sieben Tagen die Rede ist. Für uns Menschen sind sieben Tage identisch mit sieben Drehungen unserer Erdkugel – aber bei unserem Gott kann es ein sehr viel längerer Zeitraum sein, der mit „sieben Tage“ beschrieben wird.

Das bedeutet aber nicht, dass Gott unsere menschliche Zeit aus dem Blick verlieren würde. Er kennt beispielsweise sowohl die Stunde unserer Geburt wie auch die Stunde unseres Todes genau. Und er weiß auch jetzt schon den Zeitpunkt, wann die Zeit dieser Welt abgelaufen sein wird, wann sie untergehen und Christus wiederkommen wird, sein ewiges Reich zu errichten.

Also: Unsere menschlichen Vorstellungen sind nicht mit Gott vergleichbar, er ist in ganz anderen Dimensionen – unsere menschliche Zeit aber steht in seinen Händen, und darum kann ich ruhig sein, ruhig sein vor dir, wie es ein schönes modernes Kirchenlied sagt.