Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

Die Morgenimpulse pausieren vom 4. August bis Anfang September.

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Morgenimpuls für Samstag, 2. August 2025

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch des Propheten Sacharja, Kapitel 7, Vers 10.

Denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!

Wenn ich damals als Kind Streit hatte, dann mischten sich manchmal Erwachsene ein und machten etwas, was mir richtig verhasst gewesen ist: Sie forderten meinen Kontrahenten und mich auf, dass wir uns die Hand geben und uns gefälligst wieder vertragen sollten.

Wir hatten keine andere Wahl, als diesem Befehl nachzukommen. Also gaben wir uns die Hand, warfen uns dabei aber gegenseitig Blicke zu, die deutlich machten, dass wir einander einen möglichst schmerzhaften Tod wünschten. Und wenn wir uns nicht mehr beobachtet glaubten, ging der Zoff natürlich weiter.

Dann wurde man aber älter und lernte, sich anders zu verhalten. Konkret die berühmte Weisheit zu befolgen: „Lächeln ist die beste Methode, seinem Gegner ungestraft die Zähne zu zeigen!“ Nach außen hin gab man sich also locker, tat so, als ob alles in Ordnung wäre, aber innerlich hat man bereits überlegt, wie man dem anderen möglichst unauffällig eine reinwürgen kann.

Deshalb setzt die Bibel tiefer an. Was in der heutigen Tageslosung steht, ist etwas, was auch Jesus immer wieder deutlich macht. Es geht nicht darum, nur den äußeren Schein zu wahren. Und dabei aus dem Herzen eine Mördergrube zu machen – übrigens auch ein biblischer Ausdruck.

Sondern Gott geht es darum, dass wir uns von innen heraus ändern. Wenn wir in unseren Gedanken das Böse planen, dann wird es über kurz oder lang auch zu bösen Taten kommen. Im konkreten Fall der Tageslosung: Man soll in seinem Herzen ansetzen, dass man dort keinen Groll hegt und keine finsteren Pläne schmiedet, sonst wird es über kurz oder lang böse enden. Das kommt auch bei Jesu Worten immer wieder vor. Bekanntes Beispiel: Ehebruch geht schon bei dem begehrlichen Blick los.

Allerdings ist natürlich auch klar: Wir können zwar im Laufe der Zeit lernen, uns so zu verhalten, wie es von uns erwartet wird – aber wir haben keine wirkliche Kontrolle über unsere Gedanken und Gefühle.

Zwar gibt es auch dort sehr gute biblische Ratschläge. Erneut ein bekanntes Beispiel: Dass man die Sonne nicht über seinem Zorn untergehen lassen soll, gemeint ist: Streit noch vor dem Schlafengehen ausräumen; denn wenn man erst einmal wütende Gedanken kultiviert, beispielsweise in einer schlaflosen Nacht, dann werden sie übermächtig.

Doch wir werden es nur bis zu einem bestimmten Grad schaffen. Was darum immer wieder wichtig ist, ist, ist die Bitte an unseren Gott im Gebet, wie es beispielsweise Psalm 51 formuliert: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“