Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Freitag, 6. Februar 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Matthäusevangelium, Kapitel 25, Vers 45.

Der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.

Als wir neulich Mitarbeiter-Neujahrsfeier hatten und Bilder vom Jahr 2025 zeigten, da war da auch die Martinsandacht in unserer Kirche und St. Martin zu Pferd zu sehen, der den anschließenden Martinsumzug anführte.

Die Geschichte selbst ist sehr bekannt, wie Martin einen frierenden Bettler getroffen hat. Martin teilte seinen Mantel, gab dem Bettler eine Hälfte ab und ritt weiter.

Aber nur wenige wissen, dass sie noch eine Fortsetzung hat! Martin erzählte später: In der Nacht darauf erschien ihm Jesus im Traum. Jesus trug den halben Mantel, den Martin dem Bettler geschenkt hatte. Jesus erklärte dem Martin: „Der Bettler war in Wirklichkeit ich gewesen!“ Martin hat in Wirklichkeit Jesus geholfen, ohne es zu wissen. Das hat Martin so beeindruckt, dass er sich taufen ließ und Christ wurde.

Eine anrührende Geschichte, nicht wahr? Doch wenn man genau hinschaut, ist das mehr als nur eine nette Erzählung. Martin begegnet einem Bettler, der seine Hilfe braucht. Doch in Wirklichkeit ist da Jesus frierend im Schnee gesessen.

In dem Gleichnis, aus dem unsere neutestamentliche Losung kommt, macht Jesus deutlich: Das passiert wirklich! Täglich neu! Wenn jemand deine Hilfe braucht und du ihm oder ihr hilfst, dann hilfst du in Wirklichkeit mir. Aber wenn du ihm oder ihr die kalte Schulter zeigst, dann lässt du mich im Stich – und das wird Konsequenzen für dich haben beim Jüngsten Gericht.

Jesus kann dir also hier an deinem Wohnort begegnen. Jesus kann die kranke alte Frau sein, die nebenan allein wohnt und jemanden braucht, der für sie einkauft oder sie einfach mal besucht. Jesus kann der arbeitslose Nachbar sein, der sich jetzt nutzlos vorkommt. Jesus kann ein Kind sein, dessen Familie sozial abgerutscht ist. Jesus kann der Flüchtling sein, der frisch im Ort eingetroffen ist. Jesus kann aber auch der Außenseiter sein, der gerade aus dem Knast entlassen wurde und dem alle misstrauisch begegnen.

Wo du von einem Menschen weißt, der deine Hilfe braucht – da bittet Jesus dich um Hilfe. Wenn du dann für ihn oder sie da bist, dann hilfst du Jesus. Anderen zu helfen ist ein Dienst an Jesus und damit ein Dienst an Gott. Hilfsbedürftigen zu helfen, das ist Dienst an Gott, das ist Gottes-dienst.

Gottesdienst ist also nicht nur die eine Stunde am Sonntagmorgen. Der Gottesdienst in der Kirche ist wichtig – aber es gehört noch mehr dazu. Der Gottesdienst setzt sich draußen in deinem Alltag fort. Wo du einem anderen hilfst, der dich braucht, dann ist das Gottesdienst.

Weil diese Hilfe Gottesdienst ist, kannst du sie auf keinen abwälzen. Häufig heißt es: Dem Arbeitslosen soll doch das Arbeitsamt helfen; einsame Leute soll gefälligst der Pfarrer besuchen; für kranke alte Leute gibt es schließlich eine Sozialstation; um Kinder in sozialer Notlage soll sich das Jugendamt kümmern; der Flüchtling wird bitteschön vom Asylkreis betreut; für den Haftentlassenen sind das Sozialamt da und der Bewährungshelfer. Wozu gibt es diese Profis, das ist doch nicht meine Aufgabe!!!

Irrtum. Anderen zu helfen, bedeutet Jesus zu helfen, und ist damit Gottesdienst. Und Gottesdienste kannst du nicht einfach anderen aufs Auge drücken!

Unsere Konfirmanden kennen das. Sie müssen mindestens 30 Gottesdienste besuchen in ihrer Konfizeit. Dafür bekommen sie jeweils eine Unterschrift in ihr Kärtle. Sie können nicht einfach Oma oder Opa in die Kirche schicken und dann sagen: „Hol du dir bitte die Unterschrift für mich ab!“

Nein, sie müssen selber da sein, damit es zählt. Selbst mitmachen, das zählt bei einem Gottesdienst. Da kann man keinen anderen vorschieben. Jesus bittet dich um Hilfe in der konkreten Lage! Und keinen anderen!

Kann er sich auf dich verlassen?