Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!


Morgenimpuls für Montag, 22. Juni 2026

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Buch des Propheten Jeremia, Kapitel 2, Vers 2.

So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.

Unser Umzug rückt langsam, aber sicher näher. Doch wenn wir das alte Haus dann räumen werden, muss natürlich vorher kräftig entrümpelt werden. Das machen wir derzeit neben unserer Arbeit her, Stück für Stück.

Wenn also alles gesichtet wird, ob man es wohl noch brauchen kann und es darum mitgeht, dann finden wir auch immer wieder Teile, bei denen wir sagen: Brauchen können wir sie zwar nicht mehr, aber behalten sie aus nostalgischen Gründen. Das können Dinge sein rund um die Kinder, aber bisweilen auch Sachen die an frühere Zeiten von uns als Pärchen erinnern. Da kommen dann bisweilen nostalgische Gefühle auf, so nach dem Motto: Weißt du noch? Damals?

In unserer heutigen Tageslosung überkommen unseren Gott auch nostalgische Gefühle. Er erinnert sich an die frühen Jahre mit seinem Volk Israel, das in der Bibel immer wieder mit einer Ehefrau verglichen wird und Gott als ihrem Mann.

Gott erinnert sich daran, wie es damals war, in der Zeit der Wanderung durch die Wüste, was gewissermaßen die Verlobungszeit war zwischen ihm und seinem Volk. Es war eine materiell karge Zeit, die Leute hatten nicht viel bei der Wanderung durch die Wüste, sie waren immer wieder darauf angewiesen, dass Gott Wunder tat wie durch Manna und Wachteln und Wasser aus dem Felsen. Und doch beschreibt Gott es insgesamt als eine gute, glückliche Zeit.

Doch leider sieht es zu dem Zeitpunkt, als Jeremia auftritt, völlig anders aus. Das Buch des Propheten Jeremia ist geprägt davon, wie Jeremia sein Volk immer wieder verzweifelt dazu aufruft, der Stimme Gottes zu folgen, und nicht eigenmächtig Wege zu gehen, die ins Verderben führen. Während Gott gleichzeitig fast daran verzweifelt, dass er bei seinem geliebten Volk einfach nicht durchkommt.

Immer wieder kommt die Frage durch: Was ist bloß inzwischen passiert, dass es so krumm läuft zwischen uns?

Doch während es eine Binsenweisheit ist, dass es bei Problemen in menschlichen Ehen häufig an beiden liegt und nicht an einem Partner allein, ist es bei der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk oder – ausgeweitet – zwischen Gott und uns klar: Allein wir haben es zu verantworten, wenn es da zu Reibungen kommt. Gott ist immer treu und für uns da und hält seine Versprechen ein – doch wie sieht es dabei von unserer Seite her aus?

Gleich mehrere christliche Bücher tragen den Titel: „Zurück zur ersten Liebe“, gemeint ist: zurück zu den Zeiten, als wir unsererseits noch für unseren Glauben „gebrannt“ haben. Das ist aber etwas, was nur Gott uns schenken kann und worum wir bitten können. Wie es in einem Lobpreislied heißt: „Führ mich zurück zur ersten Liebe, form‘ mich neu nach deinem Willen.“