Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Mittwoch, 1. April 2026 

Die Tageslosung aus dem Alten Testament steht im Psalm 35, Vers 18.

Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen.

Ich war rund zwei Jahre lang als großer Kritiker in einem christlichen Jugendkreis gewesen, bevor es dann bei mir mit 18 Jahren selbst zum „Durchbruch zum Glauben“ kam, den Gott mir schenkte.

In diesen beiden Jahren gab es manche Dinge, die mich gewaltig störten, aber dafür anderes, was mich faszinierte und auch dazu beitrug, dass ich meine inneren Vorbehalte gegen den christlichen Glauben Stück für Stück verloren habe.

Zu diesen beeindruckenden Elementen gehörte auch das, was man dort auf Frommdeutsch „Zeugnis geben“ nannte. Dahinter verbarg sich, dass junge Gäste in unserem Kreis, aber auch manchmal Leute aus dem Kreis selbst ihrer Lebensgeschichte erzählt, und speziell, wie es bei ihnen dazu gekommen war, dass sie an Christus glaubten, und was sie mit Jesus erlebt hatten. Sicher waren da auch welche darunter, die so dick auftrugen oder in einer so „erbaulichen Sprache“ redeten, dass man ihnen die Sache nicht wirklich abgenommen hat; andere dagegen wirkten äußerst authentisch auf mich. Sympathische junge Leute, mit beiden Beinen fest im Leben stehend, der leibhaftige Gegenbeweis gegen die häufige Behauptung, Glaube sei doch in der heutigen Zeit nur noch etwas für Leute mit einer sehr ungewöhnlichen psychischen Verfassung.

Und dieses persönliche Zeugnis war für mich wichtiger als die Lebensgeschichte berühmter Christenmenschen, über die wir einiges erfahren haben. Aber Leute wie beispielsweise Martin Luther mit seiner Biografie in der Lateinschule, im Kloster, unter Lebensgefahr vor dem Kaiser usw. war so weit von unserer Lebenswirklichkeit entfernt, dass es zwar interessant war, aber nicht ins Herz treffen konnte.

Darum ist es so wichtig, was unsere Tageslosung heute besagt. Dass Leute in der Gemeinde, beispielsweise in einem solchen Kreis, von dem erzählen, was sie selbst mit Gott erlebt haben, was sie ihm verdanken, wie großartig er ist. Das prägt sich ein, das sind Dinge, die staunen lassen, da wird die manchmal doch recht theoretische Glaubensverkündigung plötzlich sehr lebensnah.

Und auch wenn heutzutage gebetsmühlenartig behauptet wird, Glaube sei eine Privatsache, die niemand anderen etwas angehe: Ich möchte alle ermutigen, ebenso „Zeugnis abzulegen“, von den eigenen Erfahrungen mit Gott zu sprechen und dabei ehrlich und authentisch zu bleiben, was auch beinhaltet, dass man auch Zweifel und Glaubenskrisen nicht außen vor lässt; denn auch das betrifft alle gläubigen Menschen, und darum kann es so gut tun, zu hören, wie andere damit umgehen und wie sie vielleicht auch darüber hinweggekommen sind.