Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!

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Morgenimpuls für Samstag, 24. Februar 2024

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Brief des Apostel Paulus an die Christen in Rom, Kapitel 15, Vers 29. Dort schreibt Paulus:

Ich weiß aber: Wenn ich zu euch komme, werde ich mit dem vollen Segen Christi kommen.

Es war einer der sogenannten „Kultfilme“ in der Zeit meiner Jugend: „Die Blues Brothers“. Die Geschichte der Brüder Jake und Elwood Blues, zwei Vollblutmusiker, die aber immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Als sie eines Tages eine alte Nonne besuchen, die das Waisenhaus leitet, in dem sie damals aufgewachsen sind, erfahren die Brüder zu ihrem Entsetzen: Das Waisenhaus steht kurz vor der Schließung. Denn es muss eine gewaltige Steuernachzahlung machen und kann das Geld dafür nicht aufbringen.

Kurz darauf hat einer der beiden bei einem Gottesdienst eine Inspiration und ist dann fest überzeugt: Gott hat ihm den Plan gezeigt, wie das Waisenhaus gerettet werden soll. Die beiden sollen ihre alte Band wieder zusammenbringen und mit der Band ein großes Konzert machen, bei dem das nötige Geld für die Steuernachzahlung erwirtschaftet wird.

Und das nehmen sich die beiden Brüder zu Herzen und setzen es in die Tat um. Es gibt zwar gewaltige Probleme – sie werden von der Polizei gejagt, von wütenden Neonazis verfolgt, mit denen sie sich angelegt haben, und auch von anderen Leuten, die noch mit ihnen ein Hühnchen zu rupfen haben. Doch sie machen immer weiter, weil sie der festen Überzeugung sind, und das wird das wiederholte Hauptzitat des Filmes: „Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs“. Und tatsächlich können sie nach einem dramatischen Finale die Steuerschuld begleichen.

„Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs“ – dieses Motto hätten der Apostel Paulus und seine Mitarbeiter auch für ihre großen Pläne wählen können. Auch Paulus war davon überzeugt, dass ihm Gott persönlich einen großen Plan offenbart habe, den er in seinem Leben umsetzen sollte: Durch die Lande ziehen, in den Hauptstädten der einzelnen römischen Provinzen in Kleinasien und Griechenland missionieren und christliche Gemeinden gründen, von denen aus die gute Botschaft ins Umland getragen werden kann. Als Paulus seinen Brief an die Christen in Rom schreibt, sieht er diese Aufgabe als erledigt an. Und ist fest davon überzeugt: Der neue Plan Gottes für ihn besteht darin, nun im Westen des römischen Reiches, genauer in Spanien, die Mission fortzusetzen. Unterwegs will er eben bei der Gemeinde in Rom vorbeischauen, die er noch nicht kennt, und erhofft sich Unterstützung von ihr für seine geplante Reise in den Westen.

Und dabei ist er sich sicher: Er wird nicht mit leeren Händen kommen, sondern wegen seiner göttlichen Mission den vollen Segen mitbringen. Im Auftrag des Herrn unterwegs.

Wer die Geschichte des Paulus kennt, der weiß, dass es dann ganz anders kam: Er wurde verhaftet, und konnte seine Reise nach Spanien niemals antreten. Er kam zwar nach Rom, aber anders als gedacht: Zwei Jahre später als Häftling, weil er als römischer Bürger von seinem Recht Gebrauch gemacht hatte, dass der Kaiser persönlich über sein Schicksal entscheiden sollte.

Heißt das, dass Paulus nicht mit dem Segen Gottes gekommen ist, als er schließlich in Rom eintraf?

Das denke ich nicht. Ja, es ist wichtig, dass wir immer wieder im Gebet Gott fragen: Herr, was hältst du für mich bereit, welchen Weg soll ich gehen? Ja, es ist wichtig, dass wir dann auch gewillt sind, uns von Gott führen zu lassen. Aber eben auch bereit sein müssen, uns von Gott auf für uns unerwartete, überraschende, manchmal vielleicht sogar frustrierende Wege führen zu lassen. Doch wo wir das machen, können wir sicher sein: Wir werden mit dem Segen Gottes kommen, wir können segensreich wirken, wir können den Menschen Segen bringen.

So erlebte es auch Paulus: Er kam zwar anders nach Rom als gedacht, konnte dort aber noch recht lange im Hausarrest leben, Besuche empfangen, und viele wertvolle Gespräche für unseren Herrn führen. Und so war er, trotz der für ihn überraschenden Wendung, „im Auftrag des Herrn unterwegs“.