Morgenimpuls zur Tageslosung

Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.

Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man  eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.

Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!


Morgenimpuls für Freitag, 3. Juli 2026

Die Tageslosung aus dem Neuen Testament steht im Markusevangelium, siebtes Kapitel, Vers 34 und 35.

Jesus sprach zu dem Tauben: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst, und er redete richtig.

Es gibt ja diesen zunehmenden Trend, selbst über kleine Kinder nicht bestimmen zu wollen, sondern sie selbst freie Entscheidungen fällen zu lassen.

Dabei gibt es Dinge, die auch in meinen Augen vernünftig sind, beispielsweise ihnen zu vermitteln: Ihr müsst euch von niemandem in den Arm nehmen lassen oder dazu zwingen lassen, ihm oder ihr ein Küsschen zu geben, wenn ihr nicht wollt – ein wichtiger Baustein dafür, sie auch gegen sexuelle Übergriffe stärker zu machen.

Aber es gibt auch manche unsinnigen Ideen. Das hat mal jemand sehr schön karikiert: Jemand trifft auf der Straße Eltern, die mit ihrem kleinen Kind im Buggy spazieren gehen. Das Kind hat einen Gehörschutz auf, sodass es nichts hören kann. Und die Eltern erklären ihrem verblüfften Bekannten: „Unser Kind soll unbeeinflusst später selbst entscheiden, welche Sprache es sprechen möchte!“

Es ist natürlich klar, warum das absurd ist. Wenn die Kinder keine Sprache hören, dann können sie auch keine sprechen lernen.

Der Zusammenhang wird auch in unserer neutestamentlichen Losung deutlich. Jesus heilt einen Mann, der gehörlos ist. Früher hätte man gesagt: taubstumm. Und erst als die Ohren dieses Mannes sich öffnen und er die Leute sprechen hört, ist er auch in der Lage, „richtig zu reden“, wie es in der Losung heißt.

Das kann man wörtlich deuten, als eine Heilung von einer körperlichen Beeinträchtigung, aber auch in einem übertragenen, spirituellen Sinn: Ein Mensch ist nur dann in der Lage, richtig über Gott zu sprechen, dabei richtige Dinge zu sagen, wenn dieser Mensch vorher zugehört hat. Die gute Botschaft über Gott, die Verkündigung des Wortes Gottes.

Bei vielen Menschen ist das eine reine Frage des Wollens. Dass sie einfach nicht bereit sind, wirklich zuzuhören, sich auf die Botschaft Gottes einzulassen. Immer wieder ermahnt Jesus seine Zuhörerschaft: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Bei manchen aber hat die ständige Weigerung, sich auf Gott einzulassen, zu einer Art Sklerose des Ohres geführt – auch wenn sie möchten, sind sie gar nicht mehr in der Lage, zuzuhören.

Da gibt es nur noch eines: Gott um ein Wunder zu bitten. Für solche Menschen zu beten, dass Gott ihre Ohren öffnet, dass sie die gute Nachricht an sich heranlassen.