Pfarrer Albert verschickt von Montag bis Samstag als Rund-E-Mail einen „Morgenimpuls“ mit einer kleinen Besinnung zur Tageslosung.
Diese Mail können alle Leute bekommen, die sie haben möchten. Dafür schickt man eine Mail an die Adresse stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de und schreibt hinein: „Ich möchte bis auf Widerruf den Morgenimpuls von Pfarrer Albert an diese E-Mail-Adresse bekommen“, mit dem Namen darunter.
Diese Morgenimpulse darf man gerne auch ausdrucken und an andere verteilen. Den Wunsch, die Mail zu bekommen, kann man jederzeit widerrufen!
Morgenimpuls für Mittwoch, 17. Juni 2026
Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.
Es gibt einen Vers im Neuen Testament, der für manche Leute ein richtiges Ärgernis ist. Er steht im Brief des Apostel Paulus an die Christen in der Landschaft Galatien und lautet, in der alten Übersetzung: „Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, besonders aber an des Glaubens Genossen.“
Also: Allen Menschen Gutes tun, sich ihnen liebevoll zuwenden – aber dann durchaus mit einer Priorisierung, nämlich am meisten den Mitchristen gegenüber, denen, die mit uns im Glauben an Jesus Christus verbunden sind.
Wie gesagt, das ärgert manche Leute. Warum wird da abgestuft? Warum sollen wir für manche Menschen gegenüber mehr einsetzen als für andere? Sind nicht alle Menschen gleich viel wert?
Ich habe diese Diskussionen nie so recht verstanden. Die anderen Menschen, die wie ich an Christus glauben, sind meine Geschwister, sind Familie; und dass man zwar allen Menschen gegenüber positiv und hilfsbereit sein soll, aber die Familie an erster Stelle steht, ist für mich etwas völlig Normales.
Doch in der heutigen neutestamentlichen Losung wird das nochmals gesteigert. Denn dort sagt Paulus, jedenfalls könnte man seine Worte so interpretieren, dass auch Gott diese Abstufung macht. Jesus als der Heiland aller Menschen, besonders aber der Gläubigen. Was soll das denn?
Doch bevor der Puls zu sehr steigt, sollte man zunächst einmal genauer hinschauen, was hier gesagt wird. Denn es geht eigentlich gar nicht darum, dass Gott Unterschiede machen würde – sondern dass wir Menschen unterschiedlich handeln, dass wir unterschiedlich reagieren.
Das Heilsangebot Gottes in Jesus (nichts anderes ist gemeint, wenn von ihm als dem Heiland gesprochen wird) gilt natürlich allen Menschen weltweit. Doch manche Menschen nehmen dieses Angebot an, andere dagegen lehnen es ab bzw. verhalten sich indifferent dem gegenüber. Das ist dann keine Handlung Gottes, sondern der Menschen.
Ich habe einen schönen Vergleich dafür gelesen: Gottes lässt Wasser fließen, welches zum ewigen Leben führt; doch manche Menschen trinken das Wasser, und andere wollen nichts davon wissen. Das ist dann nicht die Sache Gottes, sondern liegt in der Verantwortung von uns Menschen.
Also: Jesus möchte gern der Heiland aller Menschen sein – doch es liegt an dir, ob du dieses Angebot annimmst, ob du ihn als Heiland haben möchtest.