’s Kercheblättle

´s Kercheblättle

Wocheninfos aus Ihrer
evangelischen Kirchengemeinde Schefflenz

Ausgabe vom 24. Juni 2018

(4. Sonntag nach Trinitatis)

Grußwort des Pfarrers

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft schwappt auch immer wieder mal die „nationale Begeisterung“ hoch. Dieses Jahr nicht unbedingt in Deutschland, aber man sieht insgesamt eine Unmenge an Fah­nen in den Stadien, und die Fans haben verrückte Ideen, wie sie kreativ zum Ausdruck brin­gen können, für welche Nation ihr Herz schlägt.

Unvergessen aber auch die Zeiten, in denen es in Deutschland ein „schwarzrotgoldenes Fahnen­meer“ gegeben hat, zum Beispiel beim soge­nann­ten „Sommermärchen“ während der WM 2006 oder nach dem Titelgewinn vor vier Jahren.

Claudia Roth von den „Grünen“ befürchtet dabei offenbar Schlimmes, denn sie warnte öffentlich vor einer „nationalen Selbstbeweihräucherung“. In einem Interview sagte sie: „Natürlich darf man sich freuen, wenn die deutsche Mannschaft gut spielt und gewinnt. Und ich will auch niemandem verbieten, ein Fähnchen aufzuhängen. Ich finde aber, dass es uns Deutschen gut zu Gesicht steht, wenn wir Zurückhaltung walten lassen.“ Das brach­te der Dame hämische Kommentare ein und verstärkte den Eindruck mancher Leute, ihre Par­tei sei eine „alles verbietende Spaßbremse“.

Dabei stellt sich für manche gläubigen Christen durchaus die Frage: Darf man, kann man, soll man als Christ an einer Woge der nationalen Begeis­terung mitmachen? Bei der WM oder anderswo?

Die Einstellungen der Christen dazu sind sehr geteilt. In manchen Kirchen und Gemeinschaften sind nationale Symbole verpönt; bei unseren Glau­bensgeschwistern in den USA dagegen hän­gen häufig US-Fahnen in den Kirchen, ohne dass sich jemand daran stört.

Von der Bibel her ist eines klar: Gläubige Chris­tenmenschen haben die „Staatsbürger­schaft im Him­mel”, wie es der Apostel Paulus ausdrückt. In der diesseitigen Welt, in den irdischen Staaten sind sie nur noch Gäste auf Zeit („Ich bin ein Gast auf Erden”, sagt ein Beerdigungslied). Ver­bun­den sind sie im „Gottesvolk des neu­en Bundes” mit allen gläubigen Christen auf der Welt. Gemeinsam gehören sie zum kommen­den Reich Gottes.

Das bedeutet im Klartext: Ich bin mit einem Glau­bens­bruder/einer Glaubensschwester aus dem Sene­gal, Kolumbien, Russland oder Japan um einiges enger verbunden als mit einem Deutschen aus der Nachbarschaft, der nichts von Gott wissen will.

Von daher wäre eine nationale Euphorie nach dem Motto „Wir Deutsche gegen alle anderen” für einen Christen fehl am Platze.

Die irdische Staatsangehörigkeit gehört dagegen nach der biblischen Lehre zu den so genannten „vorletzten Dingen”, die jetzt unser Leben noch prägen, aber mit dem Kommen des Reiches Got­tes zu Ende gehen werden.

Diese vorletzten Dinge können wir Christen mit­tra­­gen, soweit sie nicht unserem Glauben wider­sprechen.

Fazit aus allem: Es spricht auch für einen Christen nichts dagegen, bei diesem „Fahnengeschwenke” mitzumachen, solan­ge es nicht ausartet zu natio­na­ler oder gar nationalistischer Überheblichkeit (und da sollte immer auch mit beachtet werden, wie es auf andere wirkt) - und solange man im Hinterkopf behält: Mein Land, meine irdische Volkszugehörigkeit ist nicht alles, ich gehöre ei­gent­lich zu einem anderen Volk.

 

 

 

Der Wochenspruch

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2)

 

 

 

Termine

Dienstag, 26. Juni:
16.45 Uhr Kinderstunde im Saal der AB-Gemeinschaft in Unterschefflenz

Mittwoch, 27. Juni:
19 Uhr EIS-Kreis im Gemeindehaus

Samstag, 30. Juni:
9.30 Uhr Treffen der neuen Konfirmanden und der Konfiteamer im Gemeindehaus zum „Kennenlerntag“

Sonntag, 1. Juli:
9.15 Uhr Gottesdienst in Oberschefflenz (Pfr. Albert)
10.30 Uhr Familiengottesdienst in Unterschefflenz  (Pfr. Albert und Team) unter Mitwirkung des Kindergartens „Guter Hirte“ und der Band KFB mit Vorstellung unserer neuen Konfirmanden und Einführung des neuen Konfimitarbeiterteams

Aktuelle Meldungen

  • Am Samstag werden unsere neuen Konfir­manden mit ihren Teamern im Rahmen des so genannten „Kennenlerntag“ in das Konfirmandenjahr starten. An dem Tag wird es darum gehen, dass sich alle auf krea­tive Weise gegenseitig besser kennen­lernen und auch organisatorische Dinge wie die Einteilung in die drei Kleingruppen vorgenommen werden, in denen sie ab sofort den Großteil des Konfirmandenun­ter­richts haben werden. Nach diesem Ken­nenlerntag wird es dann Schlag auf Schlag gehen: Bereits einen Tag später wer­den sie sich im Rahmen eines Fami­lien­gottes­dienstes der Gemeinde vorstellen (wir bitten um Beachtung, dass die ur­sprüng­­lich für den 8. Juli geplante Vorstel­lung um eine Woche vorverlegt wurde), und am Mittwoch darauf wird dann der erste Kon­firmandenunterricht folgen.

  • Eine große Ehre für unsere Landeskirche: Die nächste Vollversammlung des „Öku­me­­ni­schen Rats der Kirchen“ (auch „Wel­t­kir­chen­rat“ genannt) im September 2021 wird in unserer „badischen Hauptstadt“ Karls­ruhe stattfinden. Karlsruhe setzte sich bei einer Abstimmung im Zentralkomitee klar gegen den Mitbewerber Kapstadt (Süd­­afrika) durch. Erstmals in der 70-jährigen Geschichte des ÖRK überhaupt wird die Vollversammlung in Deutschland stattfinden. Das Treffen mit rund 4000 Kir­chenvertretern aus 350 unterschiedlichen protestantischen, anglikanischen und or­tho­doxen Kirchen aus der ganzen Welt wird zwischen acht und zehn Tagen dau­ern. Die römisch-katholische Kirche gehört dem ÖRK auf Grund ihres Selbstverstän­d­nis­ses nicht an, sie arbeitet aber in meh­reren Bereichen mit dem ÖRK zusammen und ist Vollmitglied zweier seiner Kommis­sionen

  • Der Projektchor des Ev. Kirchenchores Haß­­mersheim und Instrumentalisten laden herzlich ein zu der Aufführung: „Schöpfung – mal anders. In Wort und Lied - Für Jung und Alt“ am Sonntag, den 1. Juli, um 18.30 Uhr in der Ev. Kirche Haßmersheim. Die musikalische Leitung hat Sibylle Bauer.

  • Immer wieder mal erbitten Leute vom Pfarramt Auskunft aus den Kirchenbü­chern über Vorfahren aus vergangenen Jahr­hun­der­ten. Darum möchten wir da­rauf hin­weisen, dass alle Kirchenbücher aus der Zeit vor 1870 ins landeskirchliche Archiv in Karlsruhe gegeben wurden, da wir diese Schätze nicht sachgemäß lagern können.

  • In der Ev. Kirche Strümpfelbrunn wird am kommenden Sonntag um 15 Uhr Jonathan Richter als Gemeindepfarrer eingeführt.

  • Für die Gemeindeversammlung zum The­ma „Liegenschaftsprojekt – Zukunft unse­rer Gebäude“ am 15. Juli bitten wir um Ku­chenspenden. Wer einen Kuchen bei­steu­ern kann, melde sich bitte beim Pfarr­amt.