’s Kercheblättle

´s Kercheblättle

Wocheninfos aus Ihrer
evangelischen Kirchengemeinde Schefflenz

Ausgabe vom 9. Mai 2021

(Rogate)

Grußwort des Pfarrers

Bei den Diskussionen rund um die Bundestagswahlen im September kommt immer wieder einmal die Frage auf: Wie viel Erfahrung muss jemand  mitbringen, um ein Ministeramt übernehmen oder gar Bundeskanzler bzw. Bundeskanzlerin werden zu können?
Solche Fragen werden je nach Gesellschaft sehr unterschiedlich beantwortet.
Im alten Rom beispielsweise hatten es Neueinsteiger in die Politik sehr schwer, beispielsweise der junge Cicero, als er als völlig unbekannter Mann aus dem Provinznest Arpinum nach Rom kam und dort die römische Ämterlaufbahn eingeschlagen hat. Er musste sich erst mühsam Anerkennung  verschaffen. Die Römer wählten lieber Leute, welche sie kannten, deren Familien teilweise schon seit Generationen in der Politik aktiv waren, und die  sie deshalb gut einschätzen konnten, wie sie sich wohl an der Spitze verhalten und was sie in Angriff nehmen würden. Die Römer gingen zumeist nach  einer Devise vor, mit der Konrad Adenauer einmal eine Bundestagswahl gewonnen hat: „Keine Experimente!“
In den USA ist es genau umgekehrt. Dort herrscht ein tiefes Misstrauen gegenüber dem etablierten Politikbetrieb in Washington und den Leuten, die dort schon seit vielen Jahren tätig sind bzw. deren Familien schon seit Ewigkeiten in der Politik tätig sind. Das so genannte „Establishment“ von Washington. Deshalb versuchen fast alle Politikerinnen und Politiker, sich selbst das Image von frischen, unverbrauchten Leuten mit neuen Ideen zu  geben. Das war einer der Gründe dafür, warum ein Donald Trump gewählt werden konnte, der zuvor noch nie in der Politik tätig gewesen war.
Und die Bibel? Sie geht nach völlig anderen Kriterien vor. Dort heißt es: Diejenige Person ist zur Führung fähig, die von unserem Gott dazu berufen wird.
Und das können Leute sein, bei denen man sich nach menschlichen Maßstäben an die Stirn schlägt, wenn man hört, dass sie an die Spitze aufsteigen  sollen.
Ein typisches Beispiel dafür ist David. Er war ein völlig unbedeutender, kleiner Hirtenjunge in dem winzigen Dorf Bethlehem, als der Prophet Samuel ihn in Gottes Auftrag zum künftigen König über Israel salbte. Und es zeigte sich, wie herzenskundig unser Gott ist: David stieg zu einem der größten  Staatsführer in der Geschichte Israels auf und schuf ein großes Reich, welches sein Sohn Salomo später zur Blüte führte.
Ansonsten aber war in der biblischen Gesellschaft klar, dass nur ältere, erfahrene Leute Leitungsfunktionen übernehmen konnten. In den meisten Ortschaften saßen die älteren Männer zusammen (Frauen hatten damals noch wenig mitzureden, zumindest nicht offiziell) und entschieden über die Geschicke des Ortes, gleichzeitig waren sie auch die Richter, wenn es zu Streitigkeiten zwischen den Leuten kam.
Welche Schlüsse man aus all dem für die Wahl im September ziehen kann, muss natürlich jede und jeder für sich entscheiden.

 

 

 

Der Wochenspruch

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“
(Psalm 66,20)
 

Termine

Mittwoch, 12. Mai:

20:00 Uhr Online-Sitzung des Kirchengemeinderats

Donnerstag, 13. Mai:

10:00 Uhr Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt in Roigheim (siehe weiter unten)

Sonntag, 16. Mai:

Bitte beachten Sie die aktuellen Informationen zu Präsenzgottesdiensten, eventuell können die geplanten Veranstaltungen nur online besucht werden!

09:45 Uhr Gottesdienst in Oberschefflenz (Pfr. Albert)

10:30 Uhr Gottesdienst in Unterschefflenz (Pfr. Albert)

10:30 Uhr Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“, im Gemeindehaus und gleichzeitig online. Thema wird an diesem Sonntag sein: „Ruth – eine Witwe wagt den großen Aufbruch“

 

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Aktuelle Meldungen

* Bei der Sitzung der Bezirkssynode am Freitag, die live auf YouTube übertragen wurde, wurde Dekan Folkhard Krall mit überwältigender Mehrheit (42  Ja-Stimmen, keine Nein-Stimme, eine Enthaltung) für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt. Der Dekan ist von seiner Funktion her für den  Kirchenbezirk das, was die Gemeindepfarrer in den Kirchengemeinden, also der leitende Geistliche, in geistlicher wie organisatorischer Hinsicht, und  er ist zugleich auch der Dienstvorgesetzte aller Pfarrerinnen und Pfarrer. Herzlichen Glückwunsch an Folkhard Krall auch an dieser Stelle!

Der neue Gemeindebrief (Pfingstausgabe) ist fertig gestellt und geht nun auf elektronischem Wege in die Druckerei, um rechtzeitig in unseren  Dörfern verteilt werden zu können.

Der Kirchengemeinderat hat sich neu mit der Frage beschäftigt, bis zu welchem Inzidenzwert im Landkreis wir Gottesdienste in Präsenz, also in den  Kirchen feiern können. Da entsprechende bezirkliche Absprachen mit einer Grenze von 150 nur für die Osterzeit gegolten haben, wäre es jetzt grundsätzlich bis zu einer Inzidenz von 200 möglich. Der Kirchengemeinderat hat aber beschlossen, wie die meisten unsere Nachbargemeinden die  Grenze bei 180 zu ziehen, um noch einen Puffer nach oben zu haben. Damit es nicht zu kurzfristig wird, zählt jeweils der Wert am Donnerstagabend:  Ist er am Mittwoch und am Donnerstag unter 180 geblieben, dürfen Gottesdienste in Präsenz stattfinden (also auch Kindergottesdienst im  Gemeindehaus), liegt er darüber, beschränken wir uns auf die Angebote online sowie auf die Sonntagspäckchen.

Es ist eine alte Tradition, dass Schefflenz und Roigheim den Gottesdienst an Christi Himmelfahrt gemeinsam feiern, und schon historisch begründet:  Als im Mittelalter der christliche Glaube in unsere Gegend kam, war Roigheim die Mutterkirche für Schefflenz, lange Jahre liefen die Schefflenzer jeden  Sonntag über den Berg nach Roigheim zum Gottesdienst. Letztes Jahr mussten wir den gemeinsamen Gottesdienst ausfallen lassen, doch dieses Jahr  wollen wir die Tradition weiterführen. Die Kirchengemeinde Roigheim lädt uns ein zum Gottesdienst, der um 10:00 Uhr beginnen soll. Bei gutem Wetter  vor der Autenrieth-Festhalle, bei schlechtem Wetter in der Kirche. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst von einem Ensemble unseres Posaunenchors. Es gibt auch wieder die traditionelle Möglichkeit, zum Gottesdienst nicht mit dem Auto hinüberzufahren, sondern zu wandern; wer  daran teilnehmen möchte, trifft sich um 8:00 Uhr morgens mit Kirchengemeinderätin Susanne Baldus an der Waldspitze. Auf die Regeln von Abstand  und Hygiene wird dabei natürlich geachtet werden.

Für Christi Himmelfahrt wird es kein Material für den „Gottesdienst zu Hause“ geben, keine Päckchen und kein Podcast. Dafür dann am kommenden  Sonntag wieder, so Gott will.

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Ältere, aber noch aktuelle Meldungen

Im April nächsten Jahres tritt der Bischof unserer evangelischen Landeskirche in Baden, Dr. Cornelius-Bundschuh, in den Ruhestand. Jetzt beginnt das Verfahren, einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin zu suchen. Ab Mittwoch (5. Mai) bis einschließlich 4. Juni können alle evangelischen  Gemeindeglieder Vorschläge unterbreiten, wer dazu gewählt werden sollte. Voraussetzung: Die Vorgeschlagenen müssen ev. Pfarrerin oder Pfarrer sein  („ordinierte Pfarrer/Pfarrerinnen). Die Vorschläge bitte an den Vorsitzenden der Landessynode, E-Mail axel.wermke@ekiba.de. Eine  Bischofswahlkommission wird dann aus allen Vorschlägen mindestens zwei Kandidaten/Kandidatinnen auswählen, zwischen denen sich die  Landessynode entscheiden wird.

Dass wir in unserem Landkreis schon lange den Inzidenzwert von 100 überschritten haben, hat auch Folgen für unsere Beerdigungen. Denn während  bei einer Inzidenz unter 100 bis zu einhundert Leute an Beerdigungen teilnehmen dürfen, gilt ab da: „Wenn die Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, gilt ab dem übernächsten Tag aufgrund §28b Infektionsschutzgesetz: Die Teilnehmendenzahl bei Beerdigungen und Trauerfeiern ist, sofern das Abstandsgebot eingehalten werden kann, auf 30 Personen beschränkt.“ – Falls es aber einen reinen  Trauergottesdienst in der Kirche gibt, der nicht mit einer Beerdigung verbunden ist (zum Beispiel, wenn die Beerdigung zu einem späteren Zeitpunkt  oder an einem anderen Ort erfolgt), dann können so viele Leute daran teilnehmen, wie auch sonst für die Gottesdienste in der Kirche kommen dürfen.

* Auch unsere Kirchengemeinde stellt als Arbeitgeberin für alle angestellten Personen sowie solche, die auf Honorarbasis für die Kirchengemeinde  arbeiten (Erzieherinnen, Reinigungskräfte, Pfarramtssekretärin, Organistinnen usw.) so genannte Testkits zur Verfügung, damit sie sich zuhause selbst  auf Corona testen können. Als rein freiwilliges Angebot, niemand ist dazu verpflichtet. Die Tests für die Erzieherinnen hat uns dabei die Gemeinde  Schefflenz kostenlos aus ihrem Kontingent zukommen lassen, herzlichen Dank dafür! Auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei  ihrem Dienst für die Kirchengemeinde in Kontakt mit anderen Personen kommen, können auf Wunsch beim Pfarramt solche Testkits bekommen.

* In diesem Jahr soll vom Bezirk aus in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Rettungskräften ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Opfer  von Verkehrsunfällen stattfinden. Wir wurden angefragt, ob wir am 12. November um 18 Uhr unsere Kirche in Oberschefflenz dafür zur Verfügung  stellen können; dem hat der Kirchengemeinderat gerne zugestimmt.

* Im April und Mai soll die Anmeldung der künftigen Konfirmanden stattfinden (Konfirmation 2022). Anmelden können sich alle evangelischen oder konfessionslosen Kinder, die bis spätestens 31. August 2021 13 Jahre alt werden und den Hauptwohnsitz in Schefflenz haben. Alle betreffenden jungen Leute, die in unserer Gemeindekartei erfasst sind, haben mittlerweile einen Einladungsbrief bekommen und können sich überlegen, ob sie sich anmelden möchten; die Anmeldung erfolgt dann (je nach Wunsch der Familie) bei einem Hausbesuch oder einem Anmeldetelefonat. Die Gruppe wird dann entweder im Juli oder direkt nach den Sommerferien starten (das wird sich je nach weiterem Verlauf der Pandemie entscheiden). Wichtiger Hinweis: Es können auch junge Leute angemeldet werden, die nicht in unserer Kartei erfasst sind; sie bzw. ihre Eltern mögen sich bitte im Pfarramt melden.

* Interessant sind weitere Zahlen aus unserer neuen Statistik für 2020, vor allen Dingen, wenn man sie mit den Zahlen von 2019 vergleicht, also der Zeit vor Corona. Opfer und Kollekten in den Gottesdiensten gingen von 18.000 auf 8.000 Euro zurück, was aber nicht verwundert, wenn man bedenkt, wie viele Gottesdienste nicht in den Kirchen gefeiert werden durften und dass die Zahl der Gottesdienstbesucher jetzt beschränkt ist; dennoch sind die meisten Kollekten der einzelnen Gottesdienste erfreulich hoch. Rückläufig waren auch die Spenden für die Diakonie (1345 auf 921 Euro) und für „Brot  für die Welt“ (4.101 auf 3.451 Euro). Dagegen sind die Spenden für unsere Gemeindearbeit kräftig angewachsen, auf fast das Doppelte: Von 6.338 Euro im Jahr 2019 auf 11.392 Euro im Jahr 2020. Vielen Dank allen, die uns auf die eine oder andere Art finanziell unterstützen!

* An dieser Stelle soll auf einen Service hingewiesen werden, den es schon seit einiger Zeit gibt: Pfarrer Albert verfasst an fast allen Tagen (außer  Sonntagen und Feiertagen) eine kleine Andacht zur jeweiligen Tageslosung, die als „Morgenimpuls“ auf unserer Homepage veröffentlicht wird, die man aber auch im kostenlosen Abonnement jeweils per E-Mail erhalten kann. Wer diese E-Mails bekommen möchte, schicke einfach eine kurze E-Mail an stefan.albert@ev-kirche-schefflenz.de.

Trotz des Corona-Jahres konnten wir auch 2020 wieder etliche Gottesdienste feiern. 77 Gottesdienste konnten in den Kirchen bzw. im Grünen stattfinden. 33 „Gottesdienste zu Hause“ wurden ausgearbeitet, auf die Homepage gestellt, und mit insgesamt rund 2000 „Sonntagspäckchen“ in die Häuser verteilt. Dazu kamen 19 Podcast-Gottesdienste und sechs Video-Gottesdienste, auf die dann im Internet insgesamt 1683 mal zugegriffen wurde.

* Zwei „alte Schefflenzer“ möchten am 6. November gerne in der Kirche Unterschefflenz einen sogenannten „Coming home“-Gottesdienst in Mundart machen: Der frühere Mosbacher Dekan und jetzige Stadtpfarrer von Karlsruhe Dirk Keller sowie der Jazztrompeter Ingolf Burkhardt. Der Kirchengemeinderat hat sich sehr über das Angebot gefreut. Falls es wegen der Pandemie nicht möglich sein sollte, wird der Gottesdienst um ein Jahr verschoben.

* Im vergangenen Jahr musste die schon traditionelle Bezirksfahrt mit Diakon Rudi Koestler leider ausfallen – aber davon lässt er sich nicht entmutigen  und hat für dieses Jahr wieder neu geplant. Sie soll vom 11.-16. Juli 2021 ins Berchtesgardener Land führen und wird in einem komfortablen Reisebus durchgeführt werden. Die Gruppe wird in einem CVJM-Haus in Ramsau am Hintersee untergebracht sein. Tagesausflüge sind nach Berchtesgarden, Königssee-Jenne, Bad Reichenhall und Salzburg geplant. Der Reisepreis beträgt 510 bzw. 540 Euro pro Person im Doppelzimmer (je nachdem, ob das Zimmer zum Berg oder zum See hinaus geht) und 610 bzw. 640 Euro pro Person im Einzelzimmer. Anmeldungen ans Dekanat in Mosbach bis zum 14. Mai. Nähere Auskünfte bei Rudi Kößler, Tel. 06274/302. Diese Reise war schon einmal geplant, musste dann aber abgesagt werden; wer angemeldet war und jetzt mitfahren will, muss seine Teilnahme bestätigen.

* Seit Jahresbeginn sind wir verpflichtet, alle Veranstaltungen der Kirchengemeinde, bei denen mehr als zehn Personen kommen könnten, vorab beim Rathaus anzumelden. Das gilt auch für unsere  Gottesdienste und Kindergottesdienste. Das Rathaus meldet die Veranstaltungen dann an das  Gesundheitsamt weiter. Nur die Veranstaltungen selbst, nicht die teilnehmenden Personen.

* Derzeit kann unser Besuchsdienst kaum einmal Leute zuhause besuchen, sondern nur telefonische  oder schriftliche Grüße übermitteln – dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass es eine Änderung beim „Eintrittsalter“ gegeben hat. Bislang wurden unsere Senioren ab dem 70. Geburtstag jedes Jahr besucht, soweit es die Möglichkeit dazu gab. Doch mittlerweile werden die meisten Leute deutlich älter als früher, bleiben auch viel länger fit und aktiv als in früheren Jahren, und fühlen sich deshalb mit 70 noch keineswegs alt. Das führte auch zu irritierten Reaktionen, wenn schon beim 70. Geburtstag der Besuchsdienst vorbeikam, nach dem Motto: „So alt bin ich doch noch gar nicht!“ Darum hat der Besuchsdienst als neues Einstiegsalter den 75. Geburtstag festgelegt. Dies gilt freilich nur bei den Leuten, die ab jetzt die Grenze von 70 überschreiten werden; wer bislang besucht wurde, wird das natürlich auch weiterhin (es sei denn, die betreffende Person möchte es nicht), und wer schon zum 70. Geburtstag gerne einen Besuch vom Besuchsdienst haben möchte, darf dies uns gerne signalisieren.“

 

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