’s Kercheblättle

´s Kercheblättle

Wocheninfos aus Ihrer
evangelischen Kirchengemeinde Schefflenz

Ausgabe vom 19. Januar 2020

(2. Sonntag nach Epiphanias)

Grußwort des Pfarrers

Diese Woche kam eine Meldung, dass sich der frühere Papst Benedikt XVI alias Joseph Ratzinger aus dem Ruhestand wieder zu Wort gemeldet hat. Gemeinsam mit dem als erzkonservativ bekannten afrikanischen Kardinal Robert Sarah hat er ein Buch geschrieben mit dem französischen Titel „Des profondeurs de nos coeurs“ („Aus der Tiefe unserer Herzen“). Eine französische Zeitung hat vorab Auszüge daraus veröffentlicht.
Ratzinger appelliert darin eindringlich an seinen Nachfolger Papst Franziskus, das Eheverbot für katholische Priester nicht zu lockern. Hintergrund ist der Antrag der Bischöfe aus der südamerikanischen „Amazonas-Synode“, in besonders entlegenen Gegenden, für die man viel zu  wenige Priester hat, auch die Weihe bewährter verheirateter Diakone (der sogenannten „virirobati“) zu Priestern zu erlauben und in diesen Fällen also das Eheverbot für Priester, den sogenannten  Zölibat, nicht verbindlich zu machen. Franziskus möchte in den kommenden Tagen darüber  entscheiden.
Unabhängig von der Sachfrage ist es für viele ein Skandal, dass sich Ratzinger überhaupt zu Wort gemeldet hat (auch wenn er jetzt wieder zurückrudert). Er hat bei seinem Rücktritt versprochen, künftig „für die Welt verborgen“ zu bleiben und dem neuen Papst zu gehorchen. Denn eines war
abzusehen: Es würde in der katholischen Kirche ein Chaos geben, wenn sich der frühere und der heutige Papst öffentlich widersprechen würden – obwohl rechtlich klar ist, dass allein Franziskus das Sagen hat.
Das ist ein Problem, das es leider nicht nur im Vatikan gibt, sondern auch auf der Ebene der Kirchengemeinden.
Als ich damals meinen Dienst begonnen habe, gab es in unserer Kirche eine ungeschriebene Regel,
an die sich fast alle gehalten haben: Wenn ein Pfarrer in den Ruhestand tritt, zieht er nicht nur aus dem Pfarrhaus aus, sondern zieht auch aus seiner Dienstgemeinde weg, in der er bis zu seiner Pensionierung gearbeitet hat. Denn sonst würde er es dem Nachfolger nur unnötig schwer haben, weil es für die Gemeindeglieder schwieriger sein würde, zu akzeptieren, dass da nun ein Anderer für sie zuständig ist, wenn der frühere Pfarrer noch im Ort präsent wäre.
Aus dem Grund lautete eine weitere Regel (an die ich mich bis heute halte), nach einem  Pfarrstellenwechsel in seiner früheren Gemeinde keine Gottesdienste oder Amtshandlungen zu übernehmen – eine Ausnahme kann es nur geben, wenn einen der Nachfolger ausdrücklich darum bittet.
Ein unrühmliches Gegenbeispiel habe ich erlebt, als ein Pfarrer nach der Pensionierung im Pfarrhaus wohnen blieb, weil die Stelle gestrichen wurde. Er mischte weiter im Dorf mit. Die nun zuständige Pfarrerin aus dem Nachbarort bekam keinen Fuß auf den Boden. Denn, ein Beispiel, bei jedem Geburtstagsbesuch bekam sie zu hören: „Der Herr Pfarrer ist schon da gewesen!“
Leider halten sich zunehmend Kolleginnen und Kollegen nicht an diese ungeschriebene Regel – und auch Ratzinger offenkundig nicht. Hoffen wir, dass Franziskus souverän damit umgehen kann.

 

Der Wochenspruch

„Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“
(Johannes 1,16)
 

Termine

Sonntag, 19. Januar:

09:15 Uhr Gottesdienst in Oberschefflenz (Pfr. Albert)

10:30 Uhr Offener Gottesdienst in Unterschefflenz zum Thema „Was würde Jesus zu James Bond sagen?“

10:30 Uhr Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“ im Rathaussaal Unterschefflenz. Thema an diesem Sonntag: „Gefeiert – Jesus zieht in Jerusalem ein“

Montag, 20. Januar:

10:00 Uhr Gottesdienst im Pflegeheim „Luise von Baden“, Oberschefflenz

15:00 Uhr Seniorencafé im Rathaussaal Mittelschefflenz (Dagmar Muthny und Team)

Mittwoch, 22. Januar:

17:15 Uhr Teambesprechung des Konfiteams im Gemeindehaus

18:30 Uhr Neujahrsfeier der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kirchengemeinde im Gemeindehaus

Donnerstag, 23. Januar:

09:45 Uhr Krabbelgruppe „Krabbelkäfer“ im Gemeindehaus

Sonntag, 26. Januar:

09:15 Uhr Gottesdienst in Unterschefflenz (Pfr. Albert)

10:30 Uhr Gottesdienst in Mittelschefflenz (Pfr. Albert) unter Mitwirkung des Posaunenchors

10:30 Uhr Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“ im Rathaussaal Unterschefflenz. Thema an diesem Sonntag: „Gewaltsam – Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel“

Aktuelle Meldungen

Mit seiner „konstituierenden Sitzung“ hat der neugewählte Kirchengemeinderat am Mittwoch seine Arbeit aufgenommen. Zur Verstärkung des Teams wurde als dreizehntes Mitglied des Kirchengemeinderatgremiums Josephin Schottmüller zugewählt. Zum Vorsitzenden wurde Raphael
Hoffmann gewählt, sein Stellvertreter ist Pfarrer Albert. Der Kirchengemeinderat hat für einige Aufgabengebiete Beauftragte ernannt, unter anderem: Nils Binnig und Carolin Henn für die Finanzen der Kirchengemeinde; Birgit Schreiweis für die Verwaltung der Spendenkonten; Karin Bierweiler und Guido Zilling für den Kindergarten „Guter Hirte“; Beatrix Hunger für die Arbeit mit Kindern; Josephin Schottmüller und Timo Kursidem für die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen; Beate Kirchknopf für den Besuchsdienst; Susanne Baldus und Beatrix Hunger für die Kirchenmusik; Ralf Kühner, Beate Kirchknopf, Susanne Baldus für Bauangelegenheiten. Weitere Beauftragungen werden folgen.

Immer wieder einmal scheiden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter aus Alters- oder Krankheitsgründen aus dem Besuchsdienst aus. Die Hauptaufgabe in diesem wichtigen Bereich unserer Gemeindearbeit besteht in Geburtstagsbesuchen bei Senioren im Auftrag der Kirchengemeinde (wobei alle Mitarbeitenden frei entscheiden können, wie viele Besuche sie machen werden und ob sie einen bestimmten Besuch übernehmen möchten oder nicht). Für Unter-, Mittel- wie auch Oberschefflenz würde sich der Besuchsdienst sehr über Verstärkung freuen! Nähere  Informationen gibt es gerne und unverbindlich beim Pfarramt.

* Unsere Kirchengemeinde entsendet eine Vertreterin bzw. einen Vertreter in das Parlament des Kirchenbezirks, die „Bezirkssynode“. Die Gemeindeglieder haben von heute an zwei Wochen Zeit (bis einschließlich Sonntag, 2. Februar), dem Pfarramt Vorschläge zukommen zu lassen, wen der
Kirchengemeinderat dafür auswählen soll. Die vorgeschlagenen Personen müssen die gleichen Voraussetzungen für die Wählbarkeit erfüllen wie bei den Wahlen zum Kirchengemeinderat, müssen aber nicht zwangsläufig diesem Gremium angehören.

Das Kercheblättle hatte darüber berichtet: Neun Studentinnen und Studenten, die in Stuttgart Architektur studieren, haben im Oktober die Kirche in Mittelschefflenz besucht, weil sie es als Semesteraufgabe bekommen hatten, einen Entwurf für die Innenarchitektur der Kirche im Rahmen der Neugestaltung beim Anbau neuer Gemeinderäume zu erstellen. Sie werden am 11. Februar um 15 Uhr wieder zu uns kommen, um in der Kirche Mittelschefflenz ihre fertigen Konzepte zu  präsentieren, als Gedankenanregung für uns. Herzliche Einladung an alle!

 

Ältere, aber noch aktuelle Meldungen

* Die Frühschichten in der katholischen Kirche Oberschefflenz mit anschließendem Frühstück sind bei unserer katholischen Schwestergemeinde zu einer inspirierenden Tradition geworden. Die Reihe soll in der Passionszeit fortsetzt werden unter dem Titel „Unterwegs auf der Suche nach Segensorten“; der Start ist am 27. Februar.

* Eine personelle Veränderung steht auch im Bezirk an: Ende März wird Pfarrer Matthias Lenz die Kirchengemeinden Dallau und Auerbach verlassen und aus familiären Gründen in den Dienst der Evangelischen Landeskirche im Rheinland wechseln.

* Seit dem Abschlussfest am 15.12. für das Thema „Jona“ ist der Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“ in den Weihnachtsferien. Er wird am 12. Januar 2020 wieder starten mit dem neuen Thema „Passion und Ostern“.

* Ein Hinweis an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kirchengemeinde: Die nun schon traditionelle Neujahrsfeier soll am Mittwoch, 22. Januar 2020, ab 18.30 im Gemeindehaus stattfinden. Persönliche Einladungen werden noch folgen, aber: Bitte den Termin schon mal vormerken. Oder, wie man heute sagt: „Save the date!“

Das neu gewählte Kirchengemeinderatsgremium wird am 12. Januar im Rahmen des Gottesdienstes in Mittelschefflenz (10.30 Uhr) in sein Amt eingeführt und wird am 15. Januar mit der  „Konstituierenden Sitzung“ seine Arbeit aufnehmen.

* Bisweilen gibt es etwas Verwirrung darüber, wann das Pfarrbüro eigentlich Öffnungszeiten hat. Eine beliebte Frage von Anrufern ist, wenn sich jemand anders als unsere Sekretärin meldet: „Is Damaris hait net do?“ Des Rätsels einfache Lösung: Die beiden offiziellen Öffnungstermine jede Woche sind am Mittwoch und am Freitag jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr. Daneben hat Frau Haaß noch eine dritte „Dreistundenschicht“ jede Woche, die sie sich aber frei einteilen kann und auch unterschiedlich legt, weil sie diese vorrangig dazu nutzt, Dinge aufzuarbeiten, die während der Öffnungszeiten liegenbleiben.

Eine große Änderung kommt ab 2021 auf die Kirchengemeinden zu: Obwohl sie rein gemeinnützig arbeiten, werden sie ab dem Zeitpunkt steuerlich wie ein Unternehmen behandelt und müssen Umsatzsteuer zahlen. Dies betrifft aber nicht alle Arten von Einnahmen. Wir werden also gut planen und manches neu organisieren müssen.

Ein paar Statistiksplitter: Derzeit (2019) hat Unterschefflenz 524 evangelische Gemeindeglieder, Mittelschefflenz 485, Oberschefflenz 521 und Kleineicholzheim 84, zusammen 1614  Gemeindeglieder. Im zurückliegenden Jahr hatten wir 14 Taufen, 24 kirchliche Bestattungen, drei Trauungen, und 15 junge Leute wurden konfirmiert. 248 Personen sind als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter registriert.