’s Kercheblättle

´s Kercheblättle

Wocheninfos aus Ihrer
evangelischen Kirchengemeinde Schefflenz

Ausgabe vom 14. Juli 2019

(4. Sonntag nach Trinitatis)

Grußwort des Pfarrers

Wenn Leute zum ersten Mal einen evangelischen Gottesdienst besuchen, wundern sie sich manchmal über das komische schwarze Kleid, das die Pfarrerinnen und Pfarrer tragen (und auch  manche Prädikantinnen und Prädikanten, aber bei denen ist es rein freiwillig).
Er ist geradezu ein Markenzeichen der evangelischen Kirche geworden, weshalb man auf Karikaturen evangelische Geistliche meist damit abbildet: der schwarze „Talar“ mit dem „Beffchen”.
Das Wort „Talar“ bedeutet so viel wie „knöchellang“ und macht einen der Nachteile der Kleidung
gleich deutlich: Man muss bei Treppen und Altarstufen ziemlich aufpassen, nicht auf den Talar zu
treten und zu stolpern.
Das „Beffchen” ist das weiße Teil vorne mit zwei Stegen; allen Gerüchten zum Trotz sind sie kein
Zeichen für die „gespaltene Zunge der Pfarrer”.
Die Talarpflicht für evangelische Geistliche trat am 1. Januar 1811 in Kraft, zunächst in Preußen. Sie ging auf eine Anordnung des damaligen preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zurück.
Die Amtstracht wurde schon zuvor von Universitätsprofessoren getragen. Auch der Reformator Martin Luther hat sie bei Gottesdiensten angelegt. Doch erst die königliche Order machte den Talar zur Pflicht. Da seinerzeit alle evangelischen Pfarrer Staatsbeamte waren, konnte der Zwang durchgesetzt werden.
Nach und nach wurde der schwarze Talar dann in allen Landeskirchen eingeführt und bis heute beibehalten.
Das weiße Beffchen gehört ebenfalls seit dieser Anordnung des preußischen Königs fest zur Amtstracht dazu. Ursprünglich sollte es bei Männern, die ihren Bart modisch einpuderten, das darunter liegende Hemd schützen.
Der Preußenkönig erließ laut Gesetzestext die Verordnung um der „Gleichförmigkeit willen und
um der Willkür zu wehren.“ Denn bis ins 18. Jahrhundert war es üblich, dass evangelische Geistliche in farbigen Gewändern vor die Gemeinde traten. Auch Luther selbst soll Farbiges vor allem beim Abendmahl getragen haben.
Der schwarze Talar war danach über lange Zeit hinweg die einzige liturgische Kleidung evangelischer Pfarrer. Erst in den letzten Jahrzehnten tragen manche Kollegen farbige Schals (die  so genannten „Stolen”) dazu oder legen in besonderen Gottesdiensten auch weiße Talare (sog. „Alben”) an.
Aber das stößt nicht überall auf Gegenliebe. Im Altbezirk Boxberg hatten wir einen Pfarrer, den manche Gemeinden nicht als Gottesdienstvertretung dulden wollten, weil er stets einen weißen Talar trug – das war für die Leute „äbbs katholischs”. Wie mal jemand so schön sagte: „Die Katholiken sind einfach bunter“.
Ich selbst trage meinen Talar bei den allermeisten Gottesdiensten, nehme mir aber die evangelische Freiheit, auch mal auf ihn zu verzichten – zum Beispiel fast immer bei Gottesdiensten im Pflegeheim, weil es dort mit Rücksicht auf die Senioren so warm ist, dass ich nur noch damit beschäftigt wäre, mir den Schweiß von der Stirn zu wischen.

 

 

Der Wochenspruch

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“
(Galater 6,2)

 

 

Termine

Sonntag, 14. Juli:

9.15 Uhr Gottesdienst in Unterschefflenz (Pfr. Albert) mit Taufe von Celine Hadler

10.30 Uhr Gottesdienst in Oberschefflenz (Pfarrer Albert) unter Mitwirkung des Kirchenchors

10.30 Uhr Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“ im Rathaussaal Unterschefflenz. Thema an diesem Sonntag: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen.“

Montag, 15. Juli

10 Uhr Gottesdienst im Pflegeheim „Louise von Baden“

Dienstag, 16. Juli:

16.45 Uhr Kinderstunde im Saal der AB-Gemeinschaft in Unterschefflenz

Mittwoch, 17. Juli:

17.15 Uhr Konfirmandenunterricht im Gemeindehaus

19 Uhr Jugendgruppe „E.I.S.-Kreis“ im Gemeindehaus

Donnerstag, 18. Juli:

9.30 Uhr Krabbelgruppe „Krabbelkäfer“ im Gemeindehaus

Sonntag, 21. Juli:

10.00 Uhr Gemeinsamer Gottesdienst in Oberschefflenz (Pfr. Albert) mit Einführung der neuen Konfirmanden und ihres Teams unter Mitwirkung des Posaunenchors und der Band KFB

10.00 Uhr Abschlussfest des Kindergottesdienstes „Kirchenmäuse“ für die Einheit „Vaterunser“ im Gemeindehaus (nur für eingeladene Kinder)

13.30 – 17.30 Uhr Sommerfest unseres evangelischen Kindergartens „Guter Hirte“ (siehe aktuelle Meldungen)

14.30 Uhr Bezirks-Monatsstunde der AB-Gemeinschaft in der Kirche Unterschefflenz mit Johann Hermann

 

Aktuelle Meldungen

Die Ursache für den Ausfall von Glocken in der Kirche Oberschefflenz konnte bei einem Besuch des Technikers gefunden und behoben werden: Die (vor nicht allzu langer Zeit erst eingebaute) Platine hat sich als zu schwach erwiesen und wurde durch ein stärkeres Modell ersetzt. Jetzt läuten alle Glocken wieder – hoffen wir, dass es so bleibt.

Das Team des Kindergottesdienstes „Kirchenmäuse“ hat festgelegt, welches Thema ab September bis zu den Weihnachtsferien behandelt werden wird, so Gott will: Die Geschichte des Propheten Jona. Viele wissen von Jona nur, dass er tagelang im Bauch eines großen Fisches gesessen hat, aber seine Geschichte hat noch viel mehr Facetten, aus denen wir viel lernen können. An zwei Sonntagen sollen auch zwei Feste mit den Kindern besprochen werden, die in diesen Zeitraum fallen, nämlich Erntedank und Reformationsfest. – Aber zunächst einmal werden die Kirchenmäuse ihre bisherige Einheit abschließen, mit der sie sich seit Ostern beschäftigt haben: Am nächsten Sonntag ist das Abschlussfest der Einheit „Vaterunser“, und an ihm dürfen alle Kinder teilnehmen, die in der Einheit den Kigo besucht haben.

Mitarbeiterschaft, Gemeindeversammlung und Kirchengemeinderat haben sich dafür ausgesprochen, das Gemeindehaus mittelfristig aufzugeben und stattdessen neue Räumlichkeiten neben der Kirche Mittelschefflenz zu bauen. Da die Kirche aber wie fast alle unsere Gebäude unter Denkmalschutz steht, hat das Denkmalamt dabei ein gewichtiges Wort mitzureden. Am 15. Juli wird eine Abordnung der Behörde kommen, um sich die Sache vor Ort einmal an zuschauen und mit uns zu besprechen.

Der „Gute Hirte“, unser evangelischer Kindergarten für Schefflenz, lädt Groß und Klein herzlich zum „Safari Sommerfest“ ein. Mit Spielen, Basteln, Kinderschminken und einer Spendentombola „Von Mir zu Dir“. Alle Erträge aus der Spendentombola kommen dem Bauprojekt „Neuer Zaun“ des Kindergartens zugute. Die Gäste werden mit kühlen Getränken, Bratwürsten, Kaffee und Kuchen bewirtet (Kuchen auch zum Mitnehmen). Das Fest findet am kommenden Sonntag statt, 21. Juli, von 13.30 – 17.30 Uhr auf dem Gelände des Kindergartens im Zeilweg 8 in Mittelschefflenz.

Unsere Nachbargemeinde Großeicholzheim/Ritterbach lädt für Samstag, 20. Juli 2019, zu einem Krabbelgottesdienst in der evangelischen Kirche in Großeicholzheim ein, für Kinder von 0 bis 5 Jahren mit ihren Familien. Thema wird sein: „Jesus wirkt Wunder.“

Ältere, aber noch aktuelle Meldungen

* Mit dem 9. Juni hat die Zeit begonnen, in der die Schefflenzer Gemeindeglieder gebeten werden, Wahlvorschläge für die Wahlen zum Ältestenkreis (Kirchengemeinderat) zu machen. Die Wahl findet als allgemeine Briefwahl am 1. Dezember statt, nähere Informationen dazu finden sich in den aktuellen Gemeindebriefen. Zu wählen sind in Schefflenz 12 Kirchenälteste für eine Amtsdauer von sechs Jahren.
Vordrucke für die Wahlvorschläge sind beim Pfarramt erhältlich. Die Wahlvorschläge sind bis spätestens 28. September 2019 über das Pfarramt beim Gemeindewahlausschuss einzureichen. Ein Wahlvorschlag muss von mindestens zehn wahlberechtigten Gemeindegliedern unterzeichnet sein und die bzw. der Vorgeschlagene muss die Einwilligung zur Kandidatur abgegeben haben. Die bzw. der Kandidierende muss für den Fall der Wahl schriftlich erklären, dass er die Verpflichtung auf das Ältestenamt unterzeichnen wird. Als Kandidierende(r) kann vorgeschlagen werden, wer

a) wahlberechtigt ist,
b) spätestens am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet hat,
c) bereit ist, sich regelmäßig am gottesdienstlichen Leben der Gemeinde zu beteiligen, verantwortlich in der Gemeinde mitzuarbeiten und die kirchlichen Ordnungen anzuerkennen, und
d) nicht in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis von mehr als 5 Stunden zu unserer Kirchengemeinde steht.

Wer weitere Informationen benötigt, wende sich an das Pfarramt oder an den Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses Simon Schreiweis.

In diesen Tagen verschicken wir die Einladungen für die diesjährige Goldene, Diamantene und Eiserne Konfirmation (es sind die Konfirmationsjahrgänge 1969, 1959 und 1954, Festgottesdienst am 20. Oktober in der Kirche Oberschefflenz), soweit uns die Adressen bekannt sind. Sollte jemand aus dem Kreis dieser Jubilare keine Einladung bekommen, möge er oder sie sich bitte beim Pfarramt melden. Teilnehmen können übrigens auch alle Gemeindeglieder, die an anderen Orten konfirmiert worden sind in einem der genannten Konfirmationsjahrgänge. Auch da mögen sich Interessenten bitte beim Pfarramt melden, Tel. 267.

Dieses Jahr gibt es in unserer Kirchengemeinde wieder ein Jubiläum: Der Kirchenchor Unterschefflenz wird 90 Jahre alt. Große Feierlichkeiten sind nicht geplant, aber am Erntedankfest wird sich der Kirchenchor an der Gestaltung des Gottesdienstes in Unner beteiligen, und der Gottesdienst soll dazu genutzt werden, auch auf diesen Anlass einzugehen – denn dass wir in unserer Kirchengemeinde so viel Musik haben (zwei Kirchenchöre, ein Gospelchor, ein  Posaunenchor, ein Beerdigungschor, die Band KFB, vier Organisten bzw. Organistinnen, das alljährliche Weihnachtsmusical der Kinder, um nur Beispiele zu nennen), ist auch ein Grund dafür, Gott von Herzen zu danken.

* Schon seit etlichen Jahren betreut uns das Verwaltungs- und Serviceamt Mosbach sehr gut in allen Dingen rund um Finanzen und Arbeitsrecht. Nun wurde beschlossen, dass die Dienststellen Mosbach und Tauberbischofsheim 2020 geschlossen und eine neue gemeinsame Dienststelle in Buchen eingerichtet werden soll.

* Der Kirchengemeinderat hat einen „Gemeindewahlausschuss“ berufen, der die Wahl zum Ältestenkreis organisieren, ihren Ablauf überwachen und am Ende die Stimmen auszählen wird. Er besteht aus folgenden Mitgliedern: Andreas Fellmann (Kleineicholzheim), Simon Schreiweis und Dagmar Muthny (Oberschefflenz), Damaris Haaß und Claudia Egolf (Mittelschefflenz), Gerhard Frey und Isolde Ernst (Unterschefflenz), ferner wurde Pfr. Albert in das Gremium berufen.

* Am Mittwoch (8.5.) hat uns die für unser Gebiet zuständige Fachfrau im Kirchenbauamt, Frau Malsam, besucht. Sie wollte sich vor Ort ein Bild vom Vorhaben machen, das der Kirchengemeinderat (auf Wunsch der Gemeindeversammlung und der Mitarbeiterschaft hin) in den Masterplan für die kirchlichen Gebäude hineinschreiben ließ: Den Bau neuer Gemeinderäumlichkeiten neben der Kirche Mittelschefflenz unter gleichzeitiger Einbeziehung des Kirchenraums, als Ersatz für das Gemeindehaus, dessen Sanierung uns viel zu teuer kommen würde und das wir deshalb mittelfristig verkaufen wollen. Frau Malsam hat den anvisierten Bauplatz und die Kirche Mittelschefflenz gründlich besichtigt und mit Kirchengemeinderäten und Pfarrer über mögliche Bauvarianten, die Finanzierung und das weitere Vorgehen gesprochen. Als nächsten Schritt wird sie sich an das Denkmalamt wenden, da diese Behörde den Plänen zustimmen muss, weil die Kirche Mittelschefflenz unter Denkmalschutz steht.

In unserem Kirchenbezirk wird es personelle Veränderungen geben. Der Pfarrer von Neckarburken, Martin Sommer, verlässt uns im Sommer und wird den Dienst in einer Auslandsgemeinde antreten – und zwar in Hongkong. Birgit Lallathin, die Pfarrerin der Johannes Diakonie in Mosbach, wird im Sommer in den Ruhestand treten; ihr Ehemann, Pfr. Richard Lallathin, wird die Stelle weiterführen, unterstützt von einer neuen Kollegin mit halbem Deputat. Zeitgleich wird auch Pfarrer Michael Göbelbecker pensioniert, der in den vergangenen Jahren als „Springer“ bei vakanten Gemeinden ausgeholfen hat.

Mittlerweile haben wir die Einladungen für die diesjährige Silberne Konfirmation (Konfirmationsjahr 1994, Festgottesdienst am 29. September) verschickt, soweit uns die Adressen bekannt waren. Teilnehmen können übrigens auch alle Gemeindeglieder, die an anderen Orten konfirmiert worden sind. Interessenten mögen sich bitte beim Pfarramt melden, Tel. 267. Für die Einladungen zur Goldenen, Diamantenen und Eisernen Konfirmation sammeln wir derzeit noch die Adressen.

Eine große Änderung kommt ab 2021 auf die Kirchengemeinden zu: Obwohl sie rein gemeinnützig arbeiten, werden sie ab dem Zeitpunkt steuerlich wie ein Unternehmen behandelt und müssen Umsatzsteuer zahlen. Dies betrifft aber nicht alle Arten von Einnahmen. Wir werden also gut planen und manches neu organisieren müssen.

Ein paar Statistiksplitter: Derzeit hat Unterschefflenz 524 evangelische Gemeindeglieder, Mittelschefflenz 485, Oberschefflenz 521 und Kleineicholzheim 84, zusammen 1614  Gemeindeglieder. Im zurückliegenden Jahr hatten wir 14 Taufen, 24 kirchliche Bestattungen, drei Trauungen, und 15 junge Leute wurden konfirmiert. 248 Personen sind als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter registriert.

Noch ein Statistiksplitter: Für die Sammlung „Brot für die Welt“ wurden im vergangenen Jahr in Schefflenz 2545 Euro gespendet. Auch im Namen aller Menschen, denen damit geholfen werden kann, ein Dankeschön an die Spenderinnen und Spender!

* Unsere Konfirmanden werden normalerwiese in dem Schefflenzer Teilort konfirmiert, in dem sie wohnen. Das ist die Regel, aber Ausnahmen sind jederzeit möglich. Beispielsweise, wenn am Tag der Konfirmation in diesem Teilort vielleicht eine Cousin oder Cousine des Konfirmanden anderswo Konfirmation hat und sich darum die Verwandtschaft inklusive Großeltern aufteilen müsste. Auch bei unserer jetzigen Gruppe werden Konfirmandenfamilien diese Möglichkeit nutzen.

Pater Bernard hat bei uns angefragt, ob künftig auch Katholiken die Trauergottesdienste vor einer Urnenbeisetzung in Unterschefflenz in unserer evangelischen Kirche feiern können. Dem hat der Kirchengemeinderat zugestimmt. Allerdings bleibt es auf Urnenbeisetzungen beschränkt; Särge können wir nicht in die Kirche bringen wegen unseres sehr empfindlichen Fußbodens.