’s Kercheblättle

´s Kercheblättle

Wocheninfos aus Ihrer
evangelischen Kirchengemeinde Schefflenz

Ausgabe vom 8. März 2020

(Reminiscere)

Grußwort des Pfarrers

Dieselfahrzeuge sind mittlerweile gewaltig in Verruf gekommen. Erst durch den Skandal mit den manipulierten Abgaswerten, und dann durch die ganze Diskussion rund um Feinstaubwerte und
Fahrverbote.
In meiner Jugend sah das noch etwas anders aus. Diesel hatten damals einen ähnlichen Ruf wie die Kaltblüter bei den Pferden: Stark und leistungsfähig, geduldig auch bei Bedienungsfehlern, aber nicht besonders schnell und vor allen Dingen nicht spritzig. Arbeitspferde, und nichts zum  Angeben.
Damals gab es etwas anderes, was die Fahrer von Dieselfahrzeugen genervt hat, und das war die berüchtigte „Rudolf Diesel Gedächtnisminute“.
Da es sie bei den heutigen Dieselfahrzeugen nicht mehr gibt, möchte ich kurz erklären, was damit gemeint war. Ich bin mal bei einem Klassenkameraden mitgefahren, der einen alten Mercedes Diesel hatte. Er drehte den Zündschlüssel, eine Zündspule leuchtete als Symbol bei der Anzeige auf – und dann passierte eine halbe Minute lang nichts. Erst danach konnte er den Motor starten.
Das lag daran, dass der Diesel für den Betrieb erst eine Mindesttemperatur erreichen muss, darum musste man ihn „vorglühen“. Wenn man heute von „Vorglühen“ spricht, meint man was anderes.
Und Spötter sagten: Diese Wartezeit sei bewusst eingerichtet worden, damit man sich in dieser halben Minute oder länger dankbar an den Erfinder der Dieselmotoren erinnert, den Ingenieur Rudolf Diesel. Deshalb also der Spruch mit der Gedächtnisminute.
Wie gesagt, bei den heutigen modernen Dieselmotoren gibt es das meist nicht mehr. Und doch scheint das mit der Gedächtnisminite auf eine andere Art und Weise äußerst modern zu sein.
Denn heutzutage wird immer deutlicher, dass es überhaupt nicht gut ist, im alltäglichen Leben immer innerhalb von wenigen Sekunden von Null auf 100 zu kommen. Von einem zum anderen zu hetzen und dann sofort loszulegen. Stattdessen ist es sinnvoll, sich erst einmal eine kurze Auszeit zu gönnen, sich innerlich zu sammeln, auf das zu konzentrieren, was nun bevorsteht, und erst  dann loszulegen.
Im christlichen Sinn ist es ein wunderbares Geschenk an uns, dass wir diese Zeit der inneren Sammlung als Gedächtnisminute gestalten können. Freilich nicht ein Gedächtnis an Rudolf Diesel, sondern an Jesus Christus, dem wir alles verdanken und der alles für uns tun kann. Diese Zeit also zu nutzen auch für ein Gebet mit der Bitte um Unterstützung bei dem, was nun als nächstes ansteht.
Es gibt dazu eine schöne Geschichte. Ein Mann machte eine Pilgerreise. Um Zeit zu sparen, nutzte er das Flugzeug für die Reise zur Pilgerstätte. Dort angekommen, checkte er kurz im Hotel ein, lief dann sofort zum Heiligtum und wollte beten. Doch er fand einfach keine innere Ruhe, die Gedanken schweiften völlig ab.
Ein alter Mann  beobachtete ihn dabei, sprach ihn schließlich an und sagte: „Geh in dein Hotel zurück und komm morgen wieder. Denn die Seele geht zu Fuß.“

 

Der Wochenspruch

„Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
(Römer 5,8)
 

Termine

Sonntag, 15. März:

09:15 Uhr Gottesdienst in Unterschefflenz (Pfr. Albert)

10:30 Uhr Regionaler Jugendgottesdienst „4f“ in Oberschefflenz, gestaltet von Konfirmanden, Konfiteamern und der Band KFB

10:30 Uhr Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“ im Rathaus Unterschefflenz. Thema an diesem Sonntag: „Geschockt – was die Frauen am Grab von Jesus erlebt haben“

 

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Hinweis zum Kercheblättle:

Die letzten Wochen war es mir in unserem Internetauftritt nicht möglich die Seiten des Kercheblättles zu aktualisieren, da ein – wie es anfänglich schien – nicht behebbarer Fehler auftrat, sobald ich versuchte, die Texte zu ändern. Ich hoffe, dass ab der nächsten Woche das Kercheblättle wieder normal erscheinen wird.
Wolfmar Hammer

 

 

Aktuelle Meldungen

Corona schlägt leider mittlerweile auch in unserem Bezirk durch. Unter anderem wurden das für den 14. März in Lohrbach geplante Frauenfrühstück sowie der in der Christusgemeinde Mosbach geplante „Ostergarten“ abgesagt bzw. auf das kommende Jahr verschoben. Und auch das für den 28. März in der Roedderhalle geplante Benefizkonzert zugunsten des „Guten Hirten“ wurde vom Veranstalter auf einen noch nicht genannten späteren Zeitpunkt verschoben.

Wie gehen wir mit unseren Veranstaltungen um in Zeiten von Corona? Wir wollen auf der einen Seite nicht der verbreiteten Hysterie neue Nahrung geben und vorschnell Dinge absagen. Auf der anderen Seite wäre es aber auch unverantwortlich, Hinweise und Warnungen der Behörden einfach in den Wind zu schlagen. Daher schauen wir immer wieder die uns zugesandten Handreichungen an mit den darin genannten Kriterien, was stattfinden kann und was nicht, und sind im Kontakt mit der Kirchenleitung in Karlsruhe wie auch mit dem Gesundheitsamt unseres Landkreises.
Und werden immer wieder je nach aktueller Situation entscheiden müssen und ansonsten die  Hygienestandards bestmöglich einhalten. Wir bitten auch die Gemeindeglieder, für einen guten Umgang mit dieser Bedrohung zu beten.

* Am 19. März findet in Großeicholzheim wieder ein „Männervesper im Wasserschloss“ statt. Um 19 Uhr geht es los mit einem herzhaften Vesper. Anschließend wird Prädikant Norbert Bienek über das
Thema „Krisengeschüttelt und lebensfroh: Der Lieddichter Paul Gerhardt“ sprechen.
Der Eintritt ist frei. Männer aller Generationen sind herzlich eingeladen! Anmeldungen sind beim Pfarramt Großeicholzheim möglich (Tel. 06293/370). Spontane Gäste sind ebenso herzlich willkommen.

Eine Einladung unserer Nachbargemeinde geben wir gerne weiter: Im Rahmen der  Veranstaltungsreihe „Bibel im Gespräch“ lädt die Evang. Kirchengemeinde Großeicholzheim-Rittersbach im Frühjahr 2020 dazu ein, den ersten Teil des Markus-Evangeliums auf zehn Abende verteilt gemeinsam zu lesen und miteinander zu überlegen, welche Impulse darin für das Leben als Christen und als christliche Gemeinde enthalten sind. Markus ist das kürzeste und wahrscheinlich älteste der vier Evangelien des Neuen Testaments. Es berichtet vom Wirken Jesu, von seiner Zuwendung zu den Menschen, von seiner Botschaft, seinen Heilungen und dem Weg bis ans Kreuz – als Heilsweg für alle Menschen. Ihnen gilt die Botschaft: „Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und
glaubt an das Evangelium!“ Dabei hat das Markus-Evangelium bereits die Situation der christlichen Gemeinde nach Ostern und Pfingsten im Blick und möchte den Christen damals und heute die  Grundlage für ihren Glauben an Jesus Christus aufzeigen. „Bibel im Gespräch“ findet alle vierzehn Tage mittwochs um 20 Uhr im Gemeindehaus Großeicholzheim statt. Die Gesprächsleitung hat Pfarrer Stromberger. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die einzelnen Termine finden sich
auf der Homepage der Kirchengemeinde: www.ev-grosseicholzheim.de.

 

Ältere, aber noch aktuelle Meldungen

* Die Frühschichten in der katholischen Kirche Oberschefflenz mit anschließendem Frühstück sind bei unserer katholischen Schwestergemeinde zu einer inspirierenden Tradition geworden. Die Reihe soll in der Passionszeit fortsetzt werden unter dem Titel „Unterwegs auf der Suche nach Segensorten“; der Start ist am 27. Februar.

Mit seiner „konstituierenden Sitzung“ hat der neugewählte Kirchengemeinderat am 15. Januar seine Arbeit aufgenommen. Zur Verstärkung des Teams wurde als dreizehntes Mitglied des Kirchengemeinderatgremiums Josephin Schottmüller zugewählt. Zum Vorsitzenden wurde Raphael
Hoffmann gewählt, sein Stellvertreter ist Pfarrer Albert. Der Kirchengemeinderat hat für einige Aufgabengebiete Beauftragte ernannt, unter anderem: Nils Binnig und Carolin Henn für die Finanzen der Kirchengemeinde; Birgit Schreiweis für die Verwaltung der Spendenkonten; Karin Bierweiler und Guido Zilling für den Kindergarten „Guter Hirte“; Beatrix Hunger für die Arbeit mit Kindern; Josephin Schottmüller und Timo Kursidem für die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen; Beate Kirchknopf für den Besuchsdienst; Susanne Baldus und Beatrix Hunger für die Kirchenmusik; Ralf Kühner, Beate Kirchknopf, Susanne Baldus für Bauangelegenheiten. Weitere Beauftragungen werden folgen.

* Eine personelle Veränderung steht auch im Bezirk an: Ende März wird Pfarrer Matthias Lenz die Kirchengemeinden Dallau und Auerbach verlassen und aus familiären Gründen in den Dienst der Evangelischen Landeskirche im Rheinland wechseln.

* Bisweilen gibt es etwas Verwirrung darüber, wann das Pfarrbüro eigentlich Öffnungszeiten hat. Eine beliebte Frage von Anrufern ist, wenn sich jemand anders als unsere Sekretärin meldet: „Is Damaris hait net do?“ Des Rätsels einfache Lösung: Die beiden offiziellen Öffnungstermine jede Woche sind am Mittwoch und am Freitag jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr. Daneben hat Frau Haaß noch eine dritte „Dreistundenschicht“ jede Woche, die sie sich aber frei einteilen kann und auch unterschiedlich legt, weil sie diese vorrangig dazu nutzt, Dinge aufzuarbeiten, die während der Öffnungszeiten liegenbleiben.

Eine große Änderung kommt ab 2021 auf die Kirchengemeinden zu: Obwohl sie rein gemeinnützig arbeiten, werden sie ab dem Zeitpunkt steuerlich wie ein Unternehmen behandelt und müssen Umsatzsteuer zahlen. Dies betrifft aber nicht alle Arten von Einnahmen. Wir werden also gut planen und manches neu organisieren müssen.

Ein paar Statistiksplitter: Im Jahr 2019 hatte Unterschefflenz 524 evangelische Gemeindeglieder, Mittelschefflenz 485, Oberschefflenz 521 und Kleineicholzheim 84, zusammen 1614  Gemeindeglieder. Im zurückliegenden Jahr hatten wir 14 Taufen, 24 kirchliche Bestattungen, drei Trauungen, und 15 junge Leute wurden konfirmiert. 248 Personen sind als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter registriert.