’s Kercheblättle

´s Kercheblättle

Wocheninfos aus Ihrer
evangelischen Kirchengemeinde Schefflenz

Ausgabe vom 14. Februar 2021

(Estomihi)

Grußwort des Pfarrers

Am Freitag bekam ich eine E-Mail von der Schule, in der ich Religion unterrichte. Man teilte mir nunmehr auch offiziell mit, dass meine 12. sowie meine 13. Klasse zu den Abschlussklassen gehören, für die am 22. Februar der Präsenzunterricht in der Schule wieder beginnen soll. Freilich auch da im Schichtbetrieb: An manchen Tagen wird Klasse 12 in der Schule sein und Klasse 13  online unterrichtet werden, an anderen Tagen genau umgekehrt.
Das war ja einer der großen Streitpunkte in den vergangenen Wochen: Sollen neben den Kindergärten auch die Schulen wieder geöffnet werden, trotz der Gefahr durch Mutationen?
In der Diskussion wurde zum einen darauf verwiesen, dass Kinder für ihre seelische Gesundheit darauf angewiesen sind, mit anderen Kindern zusammenzukommen. Zum anderen wurde aber auch gesagt: Die Bildung unserer Kinder ist ein hohes Gut, aber es hat sich gezeigt, dass zumindest ein Teil der Kinder über den Fernunterricht nur sehr begrenzt beschult werden kann.
Darum wurde die Frage aufgeworfen: Riskieren wir es, durch vielleicht zu strenge Restriktionen in diesem Bereich bildungsmäßig eine Generation von Schülern und Schülerinnen zu verlieren?
Die Frage nach der Notwendigkeit von Bildung war längst nicht immer im Bewusstsein der Leute. Im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit gab es beispielsweise auf dem Land kaum einmal irgendwelche Schulen. Im bäuerlichen Alltag kam man damals sehr gut ohne Lesen und Schreiben aus, darum hätten auch die Bauern selbst es damals kaum eingesehen, ihre Kinder zur Schule zu schicken – denn dadurch fehlten sie als nötige Arbeitskräfte auf dem Hof.
Bildung war etwas für die Städte, und auch dort nur für Kinder reicher bzw. einflussreicher Leute und von sozialen Aufsteigern. Ein Beispiel dafür ist Martin Luther. Sein Vater hatte es durch harte Arbeit  als Bergmann zu einem gewissen Wohlstand gebracht, und nun legte er Wert darauf, dass sein Sohn die nötige Schulbildung erhielt, um danach an der Universität Jura zu studieren. Als sein Sohn das Studium abbrach, um stattdessen ins Kloster zu gehen, war der Vater empört und erteilte Martin einige Jahre lang Hausverbot.
Luther hat dann aber gemeinsam mit den anderen Reformatoren dafür gesorgt, dass eine Grundbildung für alle Menschen zum Standard in Deutschland wurde. Er drängte erfolgreich darauf, dass auch in den Dörfern „Volksschulen“ errichtet wurden. Freilich aus einem reformatorischen Interesse daraus: Die Leute sollten alle in der Lage sein, selbst die Bibel zu lesen, um sich in Glaubensfragen eine qualifizierte eigene Meinung bilden zu können. Dass die Kirchen also zu den Motoren der schulischen Bildung wurden, führte dazu, dass es in konfessionell geteilten Ortschaften bis ins 19. Jahrhundert hinein eine evangelische und eine katholische Volksschule gab.
Mir ist bewusst, wie wichtig die Schutzmaßnahmen gegen Corona sind. Und dennoch ist es richtig: Die Bildung unserer Kinder ist ein hohes Gut, welches wir unbedingt schützen und bewahren müssen.

 

 

Der Wochenspruch

„Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.“
(Lukas 18,31)
 

Termine

Sonntag, 21. Februar:

09:45 Uhr Gottesdienst in Mittelschefflenz (Pfr. Albert)

10:30 Uhr „Offener Gottesdienst“ in Oberschefflenz
(Moderation Carolin Henn, Predigt Prädikantin Kircher, Musik Jasmin und Andreas Fellmann)

10:30 Uhr Kindergottesdienst „Kirchenmäuse“, im Gemeindehaus und gleichzeitig online. Thema wird an diesem Sonntag sein: „Einfach mal abschalten – Gott erschafft den Ruhetag“ (1. Mose 2,1-3)

 

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Aktuelle Meldungen

Es gab einen Stabwechsel bei der musikalischen Begleitung unserer Podcast-Gottesdienste: Bisher hat Sönke Vogelsberg das Vorspiel und Nachspiel übernommen auf der Trompete, sowie auch, die  Melodie der einzelnen Lieder vorzuspielen. Doch aus dieser Aufgabe musste er sich nun zurückziehen, da er mitten in den Prüfungsvorbereitungen steckt und deshalb nicht mehr genügend Zeit hat. Vielen Dank für guten Dienste! Wir werden zwar noch manches von dem, was er uns im  Lauf der Zeit zukommen ließ, immer wieder einmal verwenden, doch insbesondere die Melodien für die Lieder werden mittlerweile von Svenja Eberle auf dem Klavier übernommen. Auch an sie  herzlichen Dank!

* Im vergangenen Jahr mussten wir den traditionellen gemeinsamen Gottesdienst mit unseren  Nachbarn in Roigheim an Christi Himmelfahrt leider entfallen lassen wegen der Pandemie. Nun haben sich die Roigheimer wieder gemeldet, und wir haben miteinander vereinbart, dass wir dieses Jahr die Tradition fortführen wollen, wenn es uns die Auflagen möglich machen werden. Der Gottesdienst soll in Roigheim stattfinden, da die dortige Kirche größer als unsere in Unterschefflenz und dort auch mit zwei Meter Abstand bequem 60 Leute Platz finden. Bei gutem Wetter werden wir den Gottesdienst möglicherweise auch im Grünen feiern.

* Bei der Gelegenheit hat der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Roigheim auch erzählt, dass Roigheim mittlerweile kirchlich zu einer größeren Einheit gehört, nämlich der „Evangelischen Verbundkirchengemeinde Möckmühl-Roigheim-Züttlingen“.

* Im Konfirmandenunterricht haben wir nun das Thema „Gottesdienst“ behandelt. Es war natürlich etwas schwierig, weil unsere Konfirmanden wegen Corona nur Gottesdienste unter Schutzkonzept möglich waren und manche „besonderen Gottesdienste“ wie z.B. Familiengottesdienste gar nicht gefeiert werden konnten. Dennoch war es ein guter Austausch, bei dem die Konfirmanden auch Wünsche geäußert haben, was sie am Gottesdienst verbessern möchten. Zu ihnen gehörte „mehr  Musik“, „mehr moderne Lieder“, „späterer Beginn“, „wärmer in der Kirche“, „Raum für Diskussionen“, „bequemere Bänke“, „mehr interessante Geschichten in der Predigt“, „bessere  Lautsprecher“ und „mehr kreative Elemente wie Rollenspiele.“

* Die Konfirmanden haben sich auch mögliche Themen überlegt, worüber sie ihren Gesprächsgottesdienst gestalten könnten, und sich nun für das Thema entschieden: „Hört mir Gott immer zu?“

* Der Kirchengemeinderat hat Termine für die diesjährigen Jubiläumskonfirmationen festgelegt – vorbehaltlich natürlich wieder eine günstige Entwicklung der Pandemie. Die Silberne Konfirmation soll am 19. September gefeiert werden, die „Altersjubiläen“ am 17. Oktober.

* Der Bischof unserer evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, hat angekündigt, im März des kommenden Jahres mit Erreichen des 65. Geburtstags in den Ruhestand treten zu wollen. Zwar hätte er wie sein Vorgänger noch bis zum 67. Lebensjahr im Amt bleiben können, doch er nannte private Gründe für sein geplantes Ausscheiden, da er mehr Zeit für die Familie haben wolle.

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Ältere, aber noch aktuelle Meldungen

* Seit Jahresbeginn sind wir verpflichtet, alle Veranstaltungen der Kirchengemeinde, bei denen mehr als zehn Personen kommen könnten, vorab beim Rathaus anzumelden. Das gilt auch für unsere  Gottesdienste und Kindergottesdienste. Das Rathaus meldet die Veranstaltungen dann an das  Gesundheitsamt weiter. Nur die Veranstaltungen selbst, nicht die teilnehmenden Personen.

* Das Lebenszentrum Adelshofen lädt für Dienstag, 16. Februar (Faschingsdienstag) zu einem  christlichen Online-Kindertag ein unter dem Motto „Bitte einsteigen!“. Um 10 Uhr geht es los. Den  Link findet man auf der Homepage www.lza.de. In der Einladung heißt es: „Wir starten gemeinsam  mit euch in ein großartiges Abenteuer mit Jesus, einem spannenden Theaterstück, fetzigen Liedern,  dem Kindertags-Rätsel sowie Spiel- und Bastelideen zum Mitmachen. Nach einer Mittagspause geht  es um 14 Uhr weiter. Schreibt uns, wenn ihr mit dabei seid. Wir bereiten gerade noch ein paar Extras für euch vor, die wir euch vor dem Kindertag zusenden möchten. Meldet euch also an unter kindertag@lza.de.“

* Derzeit kann unser Besuchsdienst kaum einmal Leute zuhause besuchen, sondern nur telefonische  oder schriftliche Grüße übermitteln – dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass es eine Änderung beim „Eintrittsalter“ gegeben hat. Bislang wurden unsere Senioren ab dem 70. Geburtstag jedes Jahr besucht, soweit es die Möglichkeit dazu gab. Doch mittlerweile werden die meisten Leute deutlich älter als früher, bleiben auch viel länger fit und aktiv als in früheren Jahren, und fühlen sich deshalb  mit 70 noch keineswegs alt. Das führte auch zu irritierten Reaktionen, wenn schon beim 70. Geburtstag der Besuchsdienst vorbeikam, nach dem Motto: „So alt bin ich doch noch gar nicht!“ Darum hat der Besuchsdienst als neues Einstiegsalter den 75. Geburtstag festgelegt. Dies gilt freilich nur bei den Leuten, die ab jetzt die Grenze von 70 überschreiten werden; wer bislang besucht wurde, wird das natürlich auch weiterhin (es sei denn, die betreffende Person möchte es nicht), und wer schon zum 70. Geburtstag gerne einen Besuch vom Besuchsdienst haben möchte, darf dies uns gerne signalisieren.

Unsere katholischen Geschwister haben uns etwas zum Thema „Frühschichten in der Passionszeit“ geschrieben, die ja leider wieder nicht in der Kirche mit Frühstück stattfinden können. Stattdessen  ist folgendes geplant: „Die Frühschichten in der Fastenzeit 2021 werden als PDF-Datei auf  Anforderung vom katholischen Pfarramt als PDF-Datei verteilt. Wer kein E-Mail Postfach hat, kann in  der kath. Pfarrkirche in Oberschefflenz eine Heftvorlage ab Mitte Februar am Zeitschriftenstand  mitnehmen. Ab dem 25.02.2021 erscheint bis Ostern jeden Donnerstag eine neue Frühschicht des BDKJ-Speyer aus dem aktuellen Frühschichtenbaustein ‚Zeit des Hoffens …‘ YouTube-Link:  youtube.de/bdkjspeyer. Setze dich einfach zuhause gemütlich hin, entzünde eine Kerze und starte  über YouTube das Frühschicht-Video. Natürlich kannst du auch mitsingen und mitbeten.“

* Am 31. Dezember ging in unserer Kirchengemeinde eine kirchenmusikalische Ära zu Ende: Nach  genau 60 Jahren Dienst als Organist sowie vielen Jahren als Dirigent des Kirchenchors  Unterschefflenz trat Emil Bopp nun auch als Kirchenmusiker in den mehr als verdienten Ruhestand.  Sein letzter dienstlicher „Auftritt“ waren die Musikaufnahmen für den Podcast zu Silvester, bei dem  er an der Orgel mit Dorothee Hansberg als Sängerin zusammenwirkte. Wehmütig blickte er dabei auf die lange Zeit zurück, seit er noch als Konfirmand erstmals an der Orgel saß. Unsere Kirchengemeinde bedankt sich bei Emil Bopp für seine viele Jahre treuen Dienste und hofft, die  wegen Corona ausgefallene feierliche Verabschiedung bald nachholen zu können. Doch auch als  Organist im Ruhestand wird Emil Bopp nicht ganz auf kirchenmusikalische Betätigung verzichten. So hat er bereits zugesagt, weiterhin ehrenamtlich die wöchentlichen Gottesdienste im Pflegeheim  „Luise von Baden“ auf dem dortigen Instrument zu begleiten, sobald diese wieder mit  Orgelbegleitung gefeiert werden können. Solange er es eben gesundheitlich schaffen wird.

* Auch unser Kindergarten „Guter Hirte“ bietet eine Notbetreuung an. Dieses Angebot nehmen  derzeit die Eltern von 13 Kindern in Anspruch.

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